Überstiche Nachlese IV-11
„Heit hab' i d' Frau Präsident dabei“
flüsterte mir Gustav Stieglitz bei seinem Eintreffen in's Ohr und schon stand erfreulicher Weise Ursula Stastny im Spielsaal und auch der polizeiärztlich umflorten Aura Uli Hacks, in deren Gefolge, galt es gebührenden Respekt zu erweisen. Da wir aber bereits speisetechnisch gut unterlegt waren (TGK hatte sich mit seiner Pasta asciuta selbst übertroffen, ebenso mit seinem bewährten Schokoladen-Gugelhupf) dürfte sogar für Uli unser Alkoholkonsum nicht zu missbilligen gewesen sein und Ursula selbst weiss ohnehin alles zu schätzen, ausser einer schlechten Partie. Darüber konnten sich die beiden aber gestern wirklich nicht beklagen. Auch nicht zu beklagen war, dass von Käse oder Weintrauben Reste übrig geblieben wären und ebenfalls nicht von den Gutserln an der Bar, doch so soll es auch sein.
Ursula und Uli, die erst den Nichtraucherraum besetzten, entschlossen sich aber dann doch dazu, zur Schar zu stossen (wir nehmen da ohnehin immer Rücksicht) und sackten dann, so en passant, 63,39 % und damit den Sieg ein. „Gilt des jetzt für mi?“ fragte Uli, als Ursula einmal meinte, man hätte uns vielleicht doch nicht in Fünf Karo treiben sollen, vielleicht wären wir ja bei vier stehen geblieben. „Aber na“, sagte Ursula, „wieso denn.“ Uli: „I glaub' scho', dass i vier Herz sag'n muas.“ Ursula: „Des wer'n mir nie erfahren.“ Grossartig erkannt, denn ich habe ja selbst nicht gewusst, ob ich noch lizitiert hätte oder nicht, aber dermaßen abgeklärt behandelten die zwei ihre einzige (möglicherweise selbst verschuldete) Unterschnitt-Partie.
Bis auf den zweiten Platz, mit 55,36 %, bekriegten sich Renate Ostheimer und Thomas Ketzl. Wenn wirklich alles so schief gelaufen wäre, wie es zu hören war, hätten sie vermutlich Phantomas unterspielt. „Wast“, sagte Renate nachher zu mir, „i bin eh kaner, der alles schnell persönlich nimmt, aber i hab' mir heit schon was mitg'macht.“ Kann ich vollauf bestätigen.
Rosi Kohlberger und Marena Schattenberg kamen auf 50 % und damit den dritten Platz. „I was net recht, ob i Dir trau'n kann“, sagte Rosi auf das ständige Karo lizitieren von Marena. Marena: „Mir kannst voll vertrau'n“ und als sie ihr Blatt auf den Tisch legte: „A bisserl g'schwindlt hab' i.“ Nächste Partie: Rosi beginnt mit Eine Treff und bietet dann Pik an. Marena: Stopp, Drei Ohne. Rosi: „Ohne is' scho' recht, aber des wollt i sag'n.“ Marena: „Hast net mit mir g'rechnet?“ Rosi: „So schnell net“, und nach einiger Zeit halblaut: „leider.“
Heinz Priller und Gustav Stieglitz belegten den vierten Platz. Sie waren zwar bereits voll ausgelastet als Geleitschutz für ihre Damen, fanden aber immer noch Zeit, sich im Küchen und Inkassobereich unentbehrlich zu machen. Ein Jammer, dass die beiden keine Linzer sind, wir würden sie so dringend brauchen.
Rudi Harasek und Fredi Fenzl kamen im Lizit sehr schwer zusammen. Da Rudi keine starken Hochstarts spielt, geschah es gestern sogar, dass Fredi, trotz Punktematerials nicht lizitierte und Rudi, anstatt der Manche, Eine Pik spielte und das ist ein Zustand, der dem Hadern-Lizitierer Alfred ebenso suspekt ist, wie dem Eskimo der Kühlschrank. Aber für den fünften Platz reichte es noch.
Etwas unorthodoxer ging es dann noch bei Lisi Lampl und mir zu. Irgendwie schwankten die Säulen der Grundsätzlichkeit, aber, lustig war's und nächstes Jahr werden wir mit größter Sorgfalt bemüht sein, die restlichen, verbliebenen Klarheiten endgültig zu beseitigen.
In diesem Sinne wünscht
P R O S I T N E U J A H R
UND EINEN GUTEN RUTSCH
der Bridgeclub Linz-Süd Denkfabrik und freut sich auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr.
© IAM, 29.12.2011
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Omen est nomen?
„Was riacht den da so guat?“, war immer die erste Frage unserer Spieler, wenn sie den Spielsaal betraten und schon wurden auch die Deckel gelüpft. „Schaut guat aus, aber wia haßt denn des?“ TGK: „Na, was wird's am Stefanitag schon geb'n, an Stefanibraten, eh klar.“ Stimme aus dem Hintergrund: „Thomasbraten gibts kan.“ Adi Korista: „Aber an Satansbraten.“ Da eine Martinigans nicht mehr zur Sprache kam und das Geheimnis gelüftet war, konnten wir uns in aller Ruhe zu Tisch setzen und Braten, Erdäpfelschmarren und grünen Salat so richtig genießen. Ingrid Feichtlbauer: „Guat, dass i no nix g'essen hab'.“ Und das war der Tenor. TGKs Florentiner liefen natürlich unseren g'schmackigen Kuchenstücken den Rang ab, aber Käseplatte und Weintrauben ließen ordentlich Federn. Nur das Resch- und Frisch-Gebäck machte uns einige Schwierigkeiten. Da ich als Herausnahmebeauftragte gröblich versagte, bediente man sich selbst am Backrohr, wodurch einige Stücke halbfertig (wurden aber trotzdem gegessen) und manch andere, zu lange liegen gebliebene, nur mehr kernweich waren. Tangierte uns aber nur peripher, würde Qualtinger sagen.
Gewonnen, mit 55,36 %, haben das Spiel die erstmalige Paarung Renate Rathmair und Roland Berndl, wobei Renate im alten Jahr noch schnell ihr vorgenommenes, vorsichtiges Schweigen brach. Mit: „Ja, wann ma halt so gar net z'sammg'spüt ist“, begleitete sie jedes zweite ihrer Lizite, kam aber doch dann recht ordentlich damit zu Recht. Rolands Standardbemerkungen: „Nau, nau“ und „aber, aber, aber“. Typisch die Aussagekraft des Bridgelehrers.
Auf dem zweiten Platz, mit 54,46 %, landete Marena Schattenberg mit mir. „Marena“, sagte ich nach dem Ergebnis, „der Unterschied war eine schlechte Partie.“ Marena neugierig: „Welche denn?“ Schwer gesagt, denn eine gewisse Auswahl hätte da schon bestanden.
Mit 51,79 % spielten sich Ingrid Feichtlbauer und Thomas Ketzl auf den dritten Platz. Ingrid war so nervös wie schon lange nicht trotz der herzhaften Unterlage bei Tisch. Ihr Selbstgeißelungs-Repertoire, wie: „I steh' ma heut' nur selba im Weg, der arme Thomas, der Thomas muaß mi hass'n, na, was i heit treib, goi, die Marena versteht mich“, hat bei uns eigentlich schon seinen fixen Platz im Unterhaltungsprogramm, denn sie ist nie mit sich zufrieden. „Oh, ja“ meinte aber Marena, „i versteh di so guat, manchmal is ma ganz verzweifelt.“ Aber TGK, den die Verzweiflung seiner Partner nicht wirklich in der Seele trifft, wies mich dann auch zurecht, als ich Ingrid im Lizit eine kleine Hilfestellung bot (Ingrid: „Weil i ihr scho lad tua!“): „Lass's allan, bei ihr zahlt's sa se wenigstens aus, dass was lernt.“ Das stimmt schon, aber er schaut deswegen nicht ein Jota freundlicher d'rein als bei hoffnungslosen Fällen.
Heidi Stöger und Josefa Zauner kamen auf den vierten Platz und hatten vor allem eine Riesenhetz und haben sich auch, sie waren zum ersten Mal Partner, spielerisch gar nicht schlecht verstanden. „Lustig war's“, sagten beide, als sie sich dann verabschiedeten, „bis auf bald wieder.“ Eine schlechte Partie haben sie uns zum Schluss verpasst, denn sie waren absolut lizitierfreudiger als die anderen Paare. Da mir aber Josefa bei ihrem Eintreffen einen wunderschönen Kaktus im weißen Topf überreicht hatte, hätte ich eigentlich wissen müssen, dass sie nicht bereit gewesen wäre, das Feld kampflos aufzugeben. Heidi: „Zum Schluss ham ma nu zagt, wer mir san.“ War wahrscheinlich ohnehin die Partie, nach der Marena gefragt hat.
Die fünften, Fredi Fenzl und Adi Korista, kamen in doppelter Hinsicht nicht recht zusammen. Fredi war, wie meistens, müde. Adi: „Des is ansteckend“ und es dürfte auch im Lizit nicht nur Übereinstimmung gegeben haben. Besonders ein Zwischenlizit Fredis mit einem achten Treff-Ass im leeren Blatt dürfte ein grober Stein des Anstosses gewesen sein. Zumindest debattierten sie den Fall einige Runden lang. Fredi: „Des sag i immer.“ Adi: „Wann der Tag lang is.“
Renate Ostheimer und Fakhreddin Beheshti trotteten gottergeben von Tisch zu Tisch. „Heit is eh alles wurscht“, meinte Fa, „uns rettet sowieso nichts mehr.“ Renate: „Wart do nu a bissl“, aber nach Ende der Runde: „i versteh' des alles net, so was von unrund.“ Unrund dürfte schon richtig gewesen sein, denn beispielsweise ließ uns Renate im Lizit, da ihr ihre Verteilung nicht gefiel und Fa war von seiner ebenso nicht begeistert. Dass sie aber gemeinsam das Material für die Manche hatten, war dann doch nicht wirklich wurscht.
Da aber bekanntlich die Wurst zwei Enden hat, kann das gestrige Ergebnis ja bereits das dicke Ende gewesen sein, und das nächste Mal kommt sicher das gedeihliche. Wirklich wichtig ist aber immer nur ein fröhliches Ende und das hatten wir gestern auf jeden Fall.
© IAM, 27.12.2011
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„Und was san Becinek?“
war der Tenor, als TGK die Frage nach den kleinen Bröselgebilden auf einer Nebenschale derartig bezeichnete. „Na, des san de ausbratenen Restl von der Schnitzlpanier, des Rezept is‘ von meiner Oma“ – normal wird sie unter der Respektsbezeichnung „Old Panek“ zitiert. Da wussten plötzlich alle Mütter und Großmütter Bescheid, denn diese Knusperli gehören zu der Kinder (beinahe) liebsten Speisen.
Kindlich sind wir selten, kindisch leider öfter, aber Tom wusste ohnehin was Erwachsene wünschen, er schob für uns Fleisch zwischen die Panier, und zwar in Form von vielen kleinen Schweinsschnitzerln und für die Schweinderl-Verweigerin Heidi Stöger gab es die Ausführung in Truthahn. Zusammen mit Reis, Preiselbeeren und grünem Salat war die reichlich bemessene Menge blitzartig dezimiert, ein Fragment fristete zum Schluss noch sein tristes Dasein.
Greterl Luibrand gab uns diesmal ein Rätsel auf. Ein Blech rosa glasierter Mehlspeise, und alle dachten automatisch an eine Teilung zu Punschkrapfen. Langer Rede kurzer Sinn, es handelte sich um Rotwein-Schnitten, wobei der Genuss eines Stückes zwar nicht eins zu eins mit einem Glas Rotwein gesehen werden musste, aber drei Stück hätten vielleicht schon für ein wenig Spannung beim Röhrchenblasen gut sein können. Aber in Maßen genossen war es auch eine wahre Gaumenfreude für den Nichttrinker.
Käse, Weintrauben, Datteln und Kokos-Bömbchen lösten sich ziemlich rasch im Nichts auf. Da alle bei Appetit waren und ausserdem offensichtlich jeglicher Infektiosität bösartiger Erreger standgehalten haben, konnten wir entspannt zum Spiel schreiten.
Wieder auf dem ersten Platz, mit 60,52 %, thronten die „eisernen“ Jungs, Rudi Brandner und Gustav Stieglitz, aus Steyr. Seit sie die neue Schnellstrasse nach Linz benützen, sind sie überhaupt nur noch auf der Überholspur. „Wast“, sagte Gustav, der sich am Nachmittag (auf Telefonnummer-Vermittlung von Frau Fenzl) telefonisch bei mir angemeldet hatte, als sie kamen, „wann's Dir recht ist, hab' i mir Dei Nummer jetzt gespeichert.“ Da ich ja noch nicht wusste, dass er jetzt nur mehr fulminante Turnier-Erfolge einstreifen würde, sagte ich unvorsichtig: „Ja hoffentlich in Deinem Herzen.“ Das ziehe ich jetzt sofort zurück und von Rudi erwarte ich sowieso, dass er mich versteht.
Auf Platz zwei, mit 56,71 %, landeten Ingrid Feichtlbauer und Thomas Ketzl. „Heit“, sagte Tom, „hätten wir leicht erster werden können. Die Ingrid hat recht guat g'spüt, aber sie ist so nervös und ang'spannt, dass oft glaubt, sie muas was besonders tuan.“ Ingrid, während des Spiels gegen uns: „I hab' einfach die Nerven net, i denk ma immer, was wird er sich den jetzt wieder über mi denk'n.“ Ingrid glaubt es einfach nicht, dass Tom ihr ohnehin entgegenkommt ohne sie vor unnötige Probleme zu stellen, sie denkt einfach viel zu hintergründig. Ganz erfreulich ist natürlich, dass sie im Treffpunkt Bridge den Pokal für die beste Spielerin in ihrer Klasse erhalten hat. Geht doch wunderbar!
Die Zufallspaarung Erika Kasbauer und Heinz Priller erspielten mit 54,86 %, den dritten Platz. Erika, nach einem Krankenhaus-Aufenthalt noch ein wenig ruhebedürftig, hätte eigentlich noch nicht gespielt, aber wenn Heinz ruft, ist das natürlich etwas anderes. Viel hat sie allerdings, ausser am Bridgetisch, nicht von ihm gesehen, da er so blitzartig im Raum herum schießt und jeden Handgriff, der zu tun ist, nicht nur sieht, sondern auch bereits damit fertig ist, bevor irgendjemand zupacken könnte. Das Angebot, zu uns zu kommen und hier zu wohnen steht, aber, da grinst er halt nur. Bemerkenswert war aber die Verabschiedung von Heinz und Erika: „Ich danke Dir, is eh so halbwegs gangen.“ Heinz: „Ja, b'sonders war'n ma net, aber es passt scho so.“ Erika muss doch noch etwas angeschlagen gewesen sein und Heinz hatte vermutlich durch Arbeitsüberlastung keinen klaren Blick, oder, sie sind besonders hochmütig, die beiden.
Fredi Fenzl und sein eher ebenetauglicher Begleiter im Kampf gegen südamerikanische Viertausender, Herbert Schuh, schafften mit 54,37 % den vierten Platz. Ein glückloser Sechs-Herz-Kontrakt hat mindestens einen Platz gekostet, aber, da nicht nur Herbert, sondern auch Fredi gnadenlose Lizitierer sind, scheint sonst nicht allzu viel passiert zu sein. Herbert: „Wer hat denn des g'mischt? Is' des g'legt?“ Dies war schon öfter zu hören, aber, der Mischer, Rudi Harasek, ist über jeden Zweifel erhaben, zu dem saßen auch mehrere Zeugen am Tisch. Fredi: „Da brauch'n ma gar net diskutiere'n, des is so, weil's so is. Wer net lizitier'n kann, is selba schuld.“ Es ist wirklich auffällig (aber hier ist nicht Herbert gemeint), dass offensichtlich vielen Spielern nur ein Patscherl-Bridge, in etwa von der Art Blumenquartett, vor Augen schwebt.
Genau 50 % erreichte Marena Schattenberg mit mir. Unsere eigenen Fehler bestanden im Lizit, den Rest der versäumten Prozente hatten wir den Lizit-Fehlern anderer Paare zu verdanken, die dann zu unseren Lasten gingen. Aber letzten Endes stellte Marena fest: „Heit hab i wieder einiges g'lernt.“ Also sind wir zufrieden.
Heidi Stöger und Rudi Harasek, auf dem sechsten Platz, kicherten bereits, als wir an ihren Tisch kamen. „Ein schönes Spiel“, wünschte Rudi und Heidi sofort darauf: „Und holt's Euch gleich die Geschenke ab, mir san so schön drinnen.“ Auch hier lag die Crux darin, dass die Atout-Verteilungen die Sucht zum ständigen Überbieten des Gegner-Lizits mächtig anreizten, bis die Höhe reif war und das Kontra kam. Rudi: „Zweimal net, is ja gar nichts passiert.“ Heidi: „Na, nix, aussa dass der Gegner Fünfhundert schreibt, die anzige Anschrift auf seiner Linie.“ Rudi: „Zwa Mal net, des kann net schlecht sein.“ Als Heidi dann noch im Zweifelsfall von den zwei letzten Karten die falsche behielt, hauchte sie nur noch: „So bled kannst net sein, dass d' net mitzählst.“ Marena: „Ah jo, des kann ma schon.“
Die siebten, Maria Grubhofer und Lisi Lampl, knapp dahinter, waren die Uneinigkeit in Person. Grubis wilde Entschlossenheit, kathedertechnische Höchstleistungen zu vollbringen, prallte zum Großteil an Lisis guter Laune ab und die Gegner parierten meist routiniert die kleineren oder größeren Tiefschläge. Zum Schluss wurde auch noch Marias Ansicht, man hätte die Club-Weihnachtsgeschenke einer armen Familie zukommen lassen sollen, in leicht gereizter Form von mir abgeschmettert, womit endgültig klar wurde, dies sei nicht der Tag der Aufbegehrens. „I fahr' morgen nach Villach“, meinte Maria, „'s Handy hab' i eh mit, für'n Fall, dass mi brauchts.“
Christa Faschingbauer und Ezzat Arige prangten am neuen Spieltischtuch im eleganten Nichtraucherzimmer, aber, es ging ihnen spielerisch augenscheinlich nicht so glänzend. Ihren Humor bewahrten sie sich aber trotzdem bis zum Ende. Aber dazu bekamen sie von uns auch ein Geschenk in Form eines Tops. Marena spielte Drei Ohne, hatte nur noch drei (hohe) Karten am Tisch, wobei der Impass auf die vierte durch das Karospiel aus der Hand zu Dame/Achter Marenas am Tisch hoch gewesen wäre, da Ezzat in Karo bereits ausgeblinkt hatte. Marena dürfte nicht mitgezählt haben und begann nun zu denken. Die nächsten Gegner dieses Tisches standen bereits wartend an der Tür. Ezzat schaut mich an: „Erinnere Dich an Damskus.“ „Geh“, sage ich, „was wollt's denn noch, tuan ma weiter?“ Ezzat (lacht): „Die Frauen haben nichts zu reden.“ Christa: „Mir ham eh später scho ang'fangt, lasst's Euch nur Zeit.“ Ezzat zu mir: „Du schweigst.“ Daraufhin spielt Marena klein Karo aus und übernimmt mit der Dame auf dem Tisch. Ein Stich verschenkt, ein Top für Ezzat. Marena: „Na, was ihr immer reds, i werd da ganz fertig, wanns ma ka Zeit lassts, i hätt ja in der Hand a noch zwa hohe Herz g'habt.“ „Siehst Du“, sagte Ezzat zu mir, „weil Du immer die Gebote übertrittst.“ Irgendwann kauf ich ihm eine Flugkarte nach Damaskus.
Greterl Luibrand war gestern eindeutig überfordert. Auch sie hob Wolfgang einige Male in die Manche oder aber viel zu hoch, so dass der Gegner mühelos kontrieren konnte. So viel Kartengefühl hat sie noch nicht, aber Wolfgang sah dies auch oder es war bereits die Auswirkung des Weihnachtsfriedens. „Macht nichts, Greterl“, sagte er, „des muast no lernen.“
Na, gut, lernen müssen wir vermutlich alle noch eine ganze Menge, nicht nur im Bridge, aber inzwischen wünscht allen Könnern und Lernenden, Mitgliedern und Freunden samt Familien der Bridge-Club Linz-Süd Denkfabrik
recht frohe Feiertage und ein glückliches Weihnachtsfest.
Bis hoffentlich bald und sicher im nächsten Jahr, wir freuen uns!
© IAM, 22.12.2011
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Fliegende Kerzen!
Eine wahrlich neue und eindrucksvolle Erfahrung. Christkind, Weihnachtsmann, Engel und Rentiere samt Schlitten und Teppiche des Orients bevorzugen ja seit jeher auf diese Art zu reisen, Kerzen jedoch wird eher das statische Gemüt zugeschrieben. Nicht so die uns'rigen, nämlich diejenigen, die wir in Laternen auf den Stufen vor dem Club-Haus, hinter einem bezaubernden Punsch-Standl und Grill, platzieren wollten. Einfach so für das Herz und als Weihnachtszauber zum Entree.
Gott sei Dank haben wir mit dem Positionieren der Laternen begonnen. Sie standen noch nicht einmal in Reih' und Glied, als die blitzartig aufkommende Sturmbö die Laternen nicht nur in die Luft hob, nein, auch die Türchen wurden aufgerissen und anstatt des fehlenden Schnees wirbelten stimmungsvoll die weissen Kerzen durch die Luft. Da war es klar, die blaue und weisse Illuminierung war geplatzt, der Grill kam gleich auf die geschützte Terrasse des Hauses und der Punsch wanderte in's Haus.
Da aber der Club einige Flaschen Franciacorta und desgleichen auch unser Parade-Pumuckl Lisi Lampl in ihrer beispiellosen Freigiebigkeit (den näheren Grund dafür zu verraten ist bei Strafe verboten) spendeten, war sofort die erste Grundversorgung gegeben, der hausgemachte Punsch von Wolfgang Roth sorgte dann wohl schon mehr für Illumination im mentalen Sinne, wodurch zumindest die Farbe Blau dann doch noch in's Spiel kam. Greterl Luibrand: „Na, na, gebts ma net no was zum Trinken, i bin nämlich schon bes........, weil ma vom Wolfgang seiner Weihnachtsfeier kumman.“ Lisi: „Da, trink Grete, da spielst heit vü lockerer.“ Wolfgang: „Na, net, iss was.“ Greterl: „Nein, nein, nein, i hab' kan Hunger.“ Wolfgang: „Heit' hab i's net im Griff.“
Inzwischen hatten wir aber zu einem guten Teil bereits den Vorsprung Greterls aufgeholt, wobei ihre Behauptung ohnehin maßlos übertrieben gewesen sein dürfte, sie verhaspelte sich weder beim Gehen noch beim Sprechen ein einziges Mal.
Souverän im Griff hatte seine Sache auf jeden Fall unser Freund und Grillmeister Andreas, der mit seiner „Assistentin“ Sabine dem Sturme zum Trotz auf der Terasse für uns Bratwürstl, Schopf, Garnelen, Paprika grillte und zum Fenster herein reichte, wo die Meute die Witterung schon aufgenommen hatte und bereits die einzelnen Wünsche bekannt gab. Das soll aber nicht heißen, man wäre bis dahin hungrig geblieben. TGK hatte bereits vorzügliches Rindfleisch mit Sosse serviert, dazu Paradeiser-und Erdäpfelsalat und natürlich auch grünen. Warmer Krautsalat stand bereits für die Bratwürstl bereit. Und dann erst die Nachspeise, Paradiescreme (war blitzartig verschwunden) von Greterl und ihr wunderbarer Topfen- und Apfelstrudel, Florentiner von TGK, wie voriges Jahr wieder, Traude Donabauers erstklassiges selbsterzeugtes Kekse-Potpourie, Käse mit Weintrauben, Heidelbeeren, Toast, Datteln und gefüllten Paprikas.
Die Reihenfolge wurde ohnehin nicht besonders eingehalten und einige Feinspitze meinten bei Verkündung des Angebots zum Beispiel: „I wart auf die Garnelen, in Kuchen tua i ma auf d' Seit'n.“ Und dann war es wie seinerzeit bei der Bergpredigt: Satt wurden alle, nachher wurden noch einige Reste eingesammelt.
Dann kamen wir zum Turnier. Drei Tische im Nichtraucherraum, fünf Tische im Raucherraum, da haben wir uneingeschränkt Ressourcen. Ein vierter Tisch bei den Nichtrauchern wird noch zu machen sein, aber viel mehr sollten wir uns da nicht mehr ausdehnen, sonst wird uns eines Tages unser Mentor „Don Alfredo“ das Haus zum Kauf anbieten.
Einmal wöchentlich Raucherin (eine einzige Zigarette) Heidi Müller und Horst Kirchgatterer (völlig lasterfrei) ließen wieder einmal jegliche Bescheidenheit vermissen. Mit 67,99 % und somit 7,67 % vor den Zweitplatzierten, holten sie sich den Sieg. „Na, so arg is' es a wieder net“, meinte Heidi, als ich das Ergebnis bestaunte. Vor soviel Untertreibung wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Selbstverständlich sind da nicht unsere vierbeinigen Gäste, Zwergschnauzer Lisa und Labrador „Big Poidl“ gemeint, die wurden nur gelegentlich, in Abwesenheit der Frauchen, aus selbiger Pfanne bedient, als kleines Zubrot zur kargen Kost ihrer (Hunde-)diätsüchtigen Besitzerinnen.
Beachtliche 60,32 % und den zweiten Platz holten sich die beiden Köche, Inge und Helmut. „Was wir uns heut' scho mitg'macht ham“, sagte Inge, „manche lizitieren da was z'sam, und wir hab'n die schlechten Partien.“ Helmut: „Schau in Deine Kart'n und pass auf.“ Diese, seine Rede kennen wir schon, es ist dies ein erster oder zweiter zarter Tadel. Wir verließen die zwei mit einer unter 50 %-Runde und einem: Sag', wia machen des die Köche, mit einem Packen Fremdnuller und einem nicht so recht zufriedenen Pascha doch noch so aufzugeigen?
Und auf dem Stockerl am dritten Platz, das, da im Nichtraucherraum platzierte, nicht benebelte Paar Renate Rathmair und Willi Mayr und zwar mit 59,79 %. Offensichtlich haben sie auch nicht, bis wenig, dem allgemeinen Besäufnis gefrönt, denn sie waren völlig klar bei Sinnen, als sie unsere Herz-Manche als einziges Paar mit Fünf Treff überboten und einen Top für sich buchten.
Gelegentlich hat man es ja mit Spielern zu tun, die ihr Lizit durch die rosarote Brille betrachten und daher blind für die Wirklichkeit auch dem Gegner einige kleine Freundlichkeiten zukommen lassen. Eine rote Brille, so ferne sie ihren Träger nicht immerzu Rot sehen lässt, schärft, offensichtlich laserartig, den Durchblick, denn Wilhelm, vulgo der Mann mit der roten Brille, betont zwar immer Anfänger zu sein, nur trifft er stets die richtigen Entscheidungen und mildert aber, durch sein äusserst charmantes Wesen, die Bitternis seiner Gegner, zumindest so lange sie an seinem Tische sitzen. Renate: „Ja, ja, er is wirklich in Ordnung. Hab' i Dir glei g'sagt, goi?“ Dabei ist Renate ohnehin nicht leicht zu beeindrucken.
Mit 56,61 % liefen Doris Eybl und Manfred Dichtl an vierter Stelle ein. Manfred: „Ich fühl mich zu schwach, eigentlich hätt' ich mit zwei Pik anfangen können“, nachdem er auf unser Lizit, anstatt wie alle anderen Paare auf Nord/Süd zu lizitieren und zu fallen, geschwiegen hat. Nach einer weiteren schlechten Partie für uns: „Ich bin schon nett, aber als Gegner bin i gemein.“ Doris: „Ja, da bitte ich auch d'rum.“ Ja, wo sind wir denn da hinein geraten? Ein Augenarzt, der dem Gegner Sand in die Augen streut, und eine Vertrauensperson der Pfarrfürsorge mit einer derart unchristlichen Einstellung.
Überraschend, da System und Spielablauf immer eine gewisse Unschärfe aufweisen, kamen „Grubi“ Grubhofer und Gerhard Sobotka mit 53,17 % auf den fünften Platz. Gerhard, der vom Krankenbettchen seiner Angebeteten kam, agierte auch weiter mit der Gelassenheit des Pflegers und so kam es, dass das Ergebnis zufriedenstellend ausfiel. Maria, befehlsgewohnt, hat nämlich mit Kritik durch den Partner gar nichts am Hut. Das auf einen Zwei-Ohne-Start des Gegners abgegebene Kontra von Gerhard ignorierte sie geflissentlich mit fünf Punkten und vier/vier in Herz und Pik, um dann aber über (Stopp) Fünf Karo im Kontra auf fünf Pik herauszugehen. Sechs Karo war dann eine schlechte Partie für die beiden, da man unter die Gegner-Manche fiel.
Gerhard: „Du muast glei red'n.“ Grubi: „Mit fünf Punkten, na,“ Gerhard: „Aber i bin stark, Du kennst mei Verteilung, gleich auf mei Kontra muast in die Manche gehn, dann kummt der Gegner gar nimme eini.“ „Na, na, dann glaubst, i hab' was und lizitierst.“ Gerhard: „Aber fünf Pik hast ja a g'sagt.“ Maria: „Ja, aber jetzt wast, dass i nix hab.“
Mit 52,91 % liefen Fredi Fenzl und Adi Korista auf Platz sechs ein. Fredi, durch Aufarbeitung seiner Akten nach dem Urlaub geschwächt und daher müde und durch Nikotin-Entwöhnung weiter entkräftet, geisterte gestern eher körperlos durch die Räume und ließ jegliche Intonation vermissen. Da er aber zufrieden stellend gegessen hat, besteht sichtlich kein Grund zur Sorge und auch bei der knappsten Rede, die er je gehalten hat, ließ er immer noch die Schlagfertigkeit des Politikers erkennen.
Adi, offenbar von seinem Partner inspiriert, trat ebenfalls nur einmal in das Blickfeld der Öffentlichkeit, als er nämlich zur Tombola gerufen wurde und den Tisch leer fand. „Ich steh' da, weil ich gerufen wurde. Aber wann nix da is, nimm i halt nix“, meinte er friedfertig. Natürlich kam er noch zu einer Flasche Wein nach seiner Wahl, nur, wo das fehlende Päckchen hin verschwunden ist (die Geschenke waren einige Male abgezählt) bleibt ein Geheimnis, es darf aber nicht als Weihnachtswunder betrachtet werden.
Ingrid Feichtlbauer durchfuhr ein eisiger Schreck, als ihr TGK eröffnete, dass ihr Partner Bernhard Grossegger sei. „Um Gottes Wülln“, jammerte sie, „der bringt mi um“, konnte aber von Tom überzeugt werden, dass Bernhard keinerlei Anlass zur Sorge gäbe. Schließlich haben sie, mit gelegentlicher Verstärkung durch TGK, auch 50,53 % gespielt, für Ingrid ein enormer Erfolg. Bernhard nimmt die Turniere ohnehin von vorne herein nicht so richtig ernst, auch wichtigere nicht, wie sich schon gezeigt hat.
Wahrscheinlich haben aber Ingrid und Bernhard angenehmer mitsammen gespielt, als zum Beispiel, Tom und Bernhard in der Runde gegen mich. Tom, geschafft von tagelanger Vorbereitung für das Fest, hatte keinen Nerv mehr für das Spiel und so sass Bernhard des öfteren einem Partner gegenüber, der ihn nicht verstand. Es glich sich aber wieder aus, auch Bernhard kannte sich zeitweise nicht aus oder konnte sich Toms Unmut nicht so recht erklären. Ingrid, die hinter mir saß und kiebitzte, flüsterte mir in's Ohr: „Aber die zwa mög'n si privat scho?“ Erst kannte ich mich nicht aus, bis es mir klar wurde, Ingrid kennt ja alle Spieler nur aus dem Club. Ich konnte sie also beruhigen, die beiden sind privat die besten Freunde.
Traude Donabauer und Paola Schatzlmayr folgten auf dem achten Platz. Traude zeigte mit dem mitgebrachten runden Keks-Tableau keinerlei Ecken und Kanten, aber Paola, die mir ein bezaubendes kugelrundes Vogerl mit geöffneten Schwingen schenkte, meinte: „Des passt zu Dir, so, so ....“ „aufgeblasen“ vollendete ich irgendwie den Satz und meinte damit die Bewegung. Paola: „Des hast jetzt Du g'sagt.“ Nicht einmal den Ansatz eines höflichen Widerspruches hatte die Unbarmherzige für mich.
Heidi Haiden und Rosi Kohlberger teilten sich mit Greterl Luibrand und Wolfgang Roth den zehnten Platz. Wolfgang im Nahkampf mit Greterls Sektglas („Jetzt iss doch wenigstens an Bissen!“) schien eigentlich ganz zufrieden mit Greterls gelöster Stimmung und das ganz mit Recht. Heidi schwieg wie das Grab und warf mir dann hoheitsvoll herüber: „Sogar, wann i net da bin, schreibst über mi, nix mehr wird g'redt.“ „Heidi“, sagte ich, „Du bist einfach eine Persönlichkeit, weißt Du, wie viele wichtige Personen zahl'n dafür, dass jemand über sie schreibt.“ „Ganz richtig“, meinte Rosi, „Du bist halt interessant, über mi schreibt's nia irgend was.“ Eine grobe Unterstellung, dass ich sie erst kürzlich wieder als die schöne Rosi, in Nilgrün, bezeichnet habe, ist wohl nicht richtig angekommen. Ich verspreche also, mich ab sofort mehr auf ihren schönen Geist zu konzentrieren. Rosi, ich bitte um ein gutes Wort.
Ezzat Arige und Fakhreddin Beheshti, auf Platz elf, nahmen sich auffallend zurück. Als eine Gegnerin die Ansage von einer Treff tätigte, lizitierte anschließend Ezzat zwei Treff. Zweite Gegnerin passt und Fakur lizitiert eine Pik. Es tritt der Rundpass ein. Ein Top für Ezzat und Fa. Hat man keine Manche vor Augen, sollte man am besten auf der möglichst niedrigsten Stufe spielen, dachten die beiden wohl. Vielleicht sind sie aber auch zwei der drei Weisen aus dem Morgenland, die dem goldenen Stern in Richtung Osten folgen? Wenn ja, dann aber nur der Geschäfte wegen, denn Gold und Myrrhe bleiben gefälligst zu Hause, da möge Allah vor sein.
Auf dem zwölften Platz Lisl Eiselsberg und Fritz Schmid. Beide sehr elegant, Fritzl vermutlich überhaupt völlig neu geschampert. Beide haben sich sehr gut unterhalten und dürften dann noch zur Festivität des Treffpunkts gezogen sein. Ihre Percentage war auch nicht schlecht.
Lisi Lampl und Heidi Stöger, zwei Kanonen des Humors, unterhielten sich und die Gegenspieler prächtig. „Heit bin i net zum Halten“, polterte Lisi, „nach'm vierten Glaserl pfeif i auf die Passkarten, den Rahmen (für ein Passkarterl, den Lisi zum Passen lernen eigentlich zu Weihnachten bekommen sollte), den gebt's der Heidi, jetzt wird lizitiert.“ Heidi: „Ja, gib'n nur her, Du wisserst ja net a Mal, wo'st a Passkartl zum Einisteck'n findast.“
Renate Ostheimer und Marena Schattenberg kamen im eigenen Lizit zwar nicht prächtig, aber immerhin friedlich zusammen. Das Problem bereitete zeitweise lediglich der neugierige Gegner. Lizit von Marena: Eine Treff. Renate alertiert. Gegner zu Renate: „Bitte, was heißt das?“ Renate: „Mich dürfen sie nicht fragen, das sagt Ihnen meine Partnerin.“ Marena: „Na, i net.“ Gegner zu Marena: „Sie nicht.“ Marena: „Na.“ Gegner zu Renate: „Aber, ich frage Sie, sie haben doch alertiert.“ Renate: „Sie müssen immer den Partner fragen.“ Gegner: „Dann brauchen sie ja nicht alertieren.“ Renate: „Künstliche Lizite beantwortet immer der Partner.“ Daraufhin mussten wir vom Nebentisch aus eingreifen. Renate: „Ah, ja. Wann i net fahr'n brauch, derwischt's mi immer beim Alkohol. Also, was woll'ns wisse'n?“
Die arme Uli Miller, die von uns beiden alle Hände (immer sehr gut) spielte, wurde sehr schlecht behandelt. Beinahe keine Partie erreichte 50 %, da ständig jede Menge unsinniger Ergebnisse unsere Resultate herabdrückte. Ich war ohnehin nur zum Karten halten besetzt. Die zweite Variante unserer Negativwertung stellte das Nichtlizitieren der Gegner dar. Immer, wenn die Gegner an anderen Tischen zwei bis drei Mal gefallen waren, hatte unserer nicht lizitiert und uns beispielsweise für 90 Punkte eine Ohne spielen lassen. Man kann ohne Übertreibung sagen, wir haben dieses Resultat nicht verschuldet und schon gar nicht verdient.
Marianne Huemer und Josefa Zauner haben sehr freundlich mitsammen gespielt, waren aber durch die meist doch wesentlich stärkeren Gegner stark überfordert. Gegen uns schrieben sie jedoch, durch Nichtlizitieren, zwei Tops. Ich glaube aber, dass Marianne, die vor Aufregung vor dem Turnier beinahe krank vor Angst war und ganz bleich, sich beruhigt hat und auch ganz gut unterhalten hat, denn, nach dem zweiten Nuller, den wir gegen sie gefischt hatten, lächelte sie begütigend und meinte: „Es ist ja
nur ein Spiel, das ganze Leben ist ein Spiel.“ „Marianne“, sagte ich, „beim Bridge ist des schon recht, aber beim Leben seh ich's schon a bisserl ernster.“ Marianne: „Glaub' mir's, mit der Sichtweise tuast Da vü leichter.“
Nach dem Feststehen der Ergebnisse wurden wir von TGK zum nochmaligen, zwanglosen Platznehmen gerufen und es begann die Weihnachtstombola. Die einzelnen Spieler wurden aufgerufen, suchten sich vom Gabentisch neben dem Christbaum eines der blau verpackten Päckchen aus und wurden von TGK mit den besten Weihnachtswünschen verabschiedet, natürlich noch nicht für den weiteren Abend. Der Präsident des Welser Bridge-Clubs, Horst Kirchgatterer, dankte TGK im Namen aller für den schönen Abend, denn neben dem Spass, den wir hatten, waren auch alle Spieler vom Club auf das Spielgeld und die gesamte Konsumation eingeladen.
Besonders tolle Preise wurden auch für die ersten drei Paare vergeben. Dann konnte man die Ergebnisliste einsehen, aber das war dann auch gar nicht mehr so wichtig, denn darüber waren sich alle einig:
ES WAR EIN WAHNSINNSFEST !!
© IAM, 18.12.2011
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„50:50, so wie sich‘s gehört“,
erhielt Gerhard Sobotka von unserer gestrigen Gastköchin zur Antwort auf seine Frage, ob sie eine Anhängerin von Zwiebeln wäre. Konkret ging‘s um das herrliche Gulasch, mit dem uns Inge Koch verwöhnt hat. Für dieses hat sie mit Zwiebeln und Fleisch jeweils zur Hälfte Maß genommen und damit nicht nur bei Gerhard, sondern auch bei „Kiebitz“ TGK für Begeisterung gesorgt. Auch er ist Anwender des traditionellen Halb-Halb-Rezepts. Insgesamt 4 Kilo Zwiebel, die zu schneiden waren, da wird doch sicher Inges Göttergatte Helmut „mit Tränen in den Augen“ geholfen haben? „Nein“, so seine stoische Antwort, „ich habe mich lediglich darauf beschränkt, in der Küche nicht im Weg zu stehen.“ Sprach's und setzte sich erschöpft auf unser Sofa — welch' Anstrengung.
Abgerundet wurde das Gulasch mit feinstem flaumigen Serviettenknödel, zubereitet in der Mikrowelle und viel schneller fertig, als auf herkömmliche Weise. Die hungrigen Mäuler wussten auch diesen sehr zu loben, konnten den beiden großen Fleischtöpfen aber doch nicht den Garaus machen. ‚Und das ist gut so‘, dachte sich TGK, denn so kommt's demnächst zu einer weiteren Austeilung und Gulasch schmeckt bekanntlich aufgewärmt noch viel besser.
Greterl Luibrands Apfelstrudel sorgte — wie immer — für „süßes Entzücken“, auch die Käseplatte, diesmal von „IAM“ mit Heidel- und Himbeeren verfeinert, wurde reichlich goutiert.
Der mittlerweile etwas ausgeruhte Helmut schickte sich anschließend daran, mit seiner Inge und mit 68,75 Prozent haushoch das Turnier zu gewinnen. Kein schöner Zug von ihm, uns mit seiner Müdigkeit derart in die Irre zu führen. Seine laufende Unzufriedenheit am gestrigen Abend konnte jedenfalls nichts mit seinem Ergebnis zu tun gehabt haben, die unsere hingegen schon…
Anita Mayr und Heinz Priller spielten „unauffällig“ und schlichen sozusagen mit 61,16 Prozent auf den zweiten Platz. Auffällig aber, wie immer, war wiederum Heinz, der immer als helfende Hand zur Stelle ist. Diesmal räumte er nicht nur Geschirr und Besteck in den Spüler und sorgte für Sauberkeit und Ordnung, schon als er eintraf, stürzte er sich auf das ganz normale Küchen-Chaos, wie es unmittelbar nach dem Kochen unvermeidlich ist. Stimme aus dem Hintergrund: „Aber spün tuast heit schon a, Heinz?“ Heinz: „Ja, ja, später dann.“ Anita dachte schon voraus an Silvester und kündigte ihre Hilfe in Form einer Mehlspeis-Lieferung an — zur hellen Freude von TGK (so lange sie nicht den berüchtigten Ketzl-Riss zu kopieren versucht!).
„TGK“ Thomas Ketzl und Blue-Club-Partner Harald Schachner komplettierten mit dem dritten Platz das Podest und brachten 58,93 Prozent. TGK, diesmal in der Küche „untätig“, und Harald waren dann einmal mehr die Ruhe selbst, mussten aber unter unsinnigen Anschriften verschiedener Spieler auf den Bridgemates leiden, die vielen anderen Betroffenen mit Sicherheit die Ruhe genommen hätten.
Der „Gulasch-feurige“ Gerhard Sobotka versuchte im Lizit den Paprika auch an seine „Piroschka“ Maria Grubhofer weiter zu geben, was ihm aber nicht gelungen ist. Am Ende hatte „Grubi“ offensichtlich doch zu wenig Feuer und so ergaben mehrere nicht angesagte Manchen genau 50 Prozent. Aber man kann die Dinge auch anders betrachten. Grubi: „Wast, er hat schau a sein' eigenen Schädl.“ Sicherlich, einen gut aussehenden auf jeden Fall.
„Heut sin‘ ma fünfte gewor'n, hätt‘ ich gar net glaubt“, zeigte sich Greterl Luibrand erfreut und überrascht zugleich von diesem Ergebnis. Partner Wolfgang Roth: „Sehr gut, das Ziel ist erreicht wor'n.“ Wenn bei einer Partie nicht plötzlich eine längst überwunden geglaubte Affinität Greterls zum Spiel in's Doppel-Chicane aufgelebt hätte, wären Maria und Gerhard locker zu knacken gewesen. So viel Gleichmut konnte Wolfgang dann doch nicht zugemutet werden. In klagendem Ton: „Na, geh, Grete, des war do jetzt ganz klar, was'd spün muast, aber do net, wia macht der Gegner möglichst vü Stiche?“ Greterl: „Das war aber jetzt schon der äusserste Rand.“ Gott schütze unser Greterl davor, dass sie irgendwann die Randlosigkeit der Partner-Kritiken kennen lernt.
„I hab' scho mindestens a halbes Jahr nimmer mit'n Fakur g'spüt“, meinte Renate Ostheimer, die mit Fa auf dem sechsten Platz landete. Dass die beiden schlecht zusammen kamen, zeichnete sich den ganzen Abend hindurch ab. Als eine Partie berätselt wurde, in der ein Paar im Drei/Zwei-Fit vier Herz gespielt hatte und natürlich gefallen war, stellte sich heraus, dass es sich dabei um ein Missverständnis bezüglich eines Transfers gehandelt hatte und dies bei Renate und Fakhreddin passiert war. Renate: „Fakur, hab' i g'sagt, einmal Transfer, immer Transfer. Mir san halt gar net z'samm'g'spüt, a Jammer.“ Solange es sich nur um einen Jammer in der (Bridge-) Kammer handelt, wird er wohl zu verkraften sein.
Den siebten Platz belegten Lisi Lampl und Heidi Stöger. „Ah, geh“, sagte Lisi, „i muas wieder vü mehr spün, sunst vergiss' i's wieder, i bin eh scho ganz gierig.“ Heidi: „Dann fahr' halt net dauernd in der Weltgeschichte herum.“ Lisi: „Mi g'freit's eh a nimma mitfahr'n und der Herr Karl (Lisis Kümmerer, den sie auf seinen Dienstreisen begleitet) kriagt eh a sche langsam g'nuag von mir.“ Wie lange wird wohl der flotte Karli dem Bridge noch Paroli bieten können, bis er Liserl während seiner Reisen überwiegend dem heimischen Herd (?) wird überlassen müssen? Aber, verlernen hin oder her, der Transfer bei der vorher besprochenen Partie klappte bei ihr vorzüglich, drei Pik waren der einzig machbare Fit.
Rudi Brandner und Gustav Stieglitz hielten sich gestern vornehm zurück und begnügten sich mit dem achten Platz. Rudi, natürlich jetzt in aller Damen Blickfeld, wird vom — in seiner Funktion als sattelfester Opa — als moralische Instanz zu betrachtenden Gustav gestärkt in der eleganten Zurschaustellung diskreter Integrität. Und das kostet Kraft.
Platz neun nahmen Rosi Kohlberger und Marena Schattenberg ein, wobei Marena eine wirklich heldenhafte Leistung vollbrachte. Sie hatte sich am selben Tag vom Kieferchirurgen foltern lassen und litt, da sie eine tiefe Abneigung gegen die chemische Erleichterung hegt, den grössten Teil des Abends unter höllischen Schmerzen. Als es ihr dann doch zu viel und sie ihrem Grundsatz untreu wurde, schluckte sie ein Pillchen und erreichte das, was sie hätte sofort haben können, einen schmerzfreien Zustand. Rosi, sehr einfühlsam, war ihr eine gute Partnerin.
Ingrid Feichtlbauer und Rudi Harasek kamen nicht so richtig in Schwung. Igrid: „Was i heit' z'sammg'spüt hab, is sagenhaft. So an schlechten Tag hab i schau lang net g'habt. Konventionen hab' i vergess'n, na, der arme Rudi.“ Wie weit ihre zerfleischende Selbstanklage gerechtfertigt war, lässt sich schwer feststellen, so arg wird's schon nicht gewesen sein. Fest steht lediglich, dass sie den Abend über ziemlich langsam gewesen sind und der Anlass für ein „Schneller spielen“ des Turnierleiters.
Vielleicht trifft es nicht ganz zu, aber, gönnen wir ihnen dieses kleine Trostpflaster in Form eines albanischen Sprichwortes:
„Der Hastige überspringt seine Möglichkeiten.“
© TGK+IAM, 15.12.2011
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„Die Renate maocht mi fertig“
seufzte TGK nach einem kurzen Gespräch mit Renate Ostheimer, „jetzt isst 's wieder a mal ka Blunzngröstl“ (Eiernockerl, Nudeln, Erdäpfel etc. erwünscht). Aber, das fröhliche Schmatzen an unserer Tafel machte sie dann doch langsam neugierig und so langte sie einmal kurz und probeweise in die Pfanne, nahm Salat und — war begeistert. Jetzt durfte es eine volle Portion sein. „I hab in mein Leb'n nu nia a Blunzn g'essen“, sagte sie immer wieder, „aber des is a Gedicht, i bin ganz weg.“ Dass von dem Gröstl, welches, wie immer, nicht gerade knapp bemessen war, in kürzester Zeit lediglich das leere Reindl übrig blieb, spricht ja wohl für sich selbst, ich kam eben noch dazu, die Reste auszukratzen. Die Spinatknödel als vegetarische Ergänzung waren schon lange vorher alle „verschwunden“.
Die köstliche Marillen-Roulade, ein diesmal geradezu Ketzlsches Paradeprodukt, an der Oberfläche rissig wie ein alter Porzellanteller, aber kunstvoll mit Staubzucker kaschiert, überlebte ebenfalls nicht lange. Lisl Eiselsberg: „Die ist so gut, dass der Riss einfach dazu gehört, vielleicht ist es ja gerade das.“ Wahrscheinlich. Wo Ketzl-Risse d'rauf sind, ist Ketzl-Qualität drinn'.
Käseplatte, Apfelkompott, Weintrauben, Datteln und Schwedenbomben machten uns zum Schluss auch keine Mühe mehr. Die leeren Behältnisse brauchten nur mehr im Geschirrspüler landen. So haben wir's gern, aber ein wenig ging auch, um der Wahrheit die Ehre zu geben, erlaubter Weise an Poldl, den süssen Labrador von Doris Eybl, zum Beispiel ein Töpfchen Apfelkompott.
Gewonnen haben das Turnier dann Uli Miller und Fredi Fenzl mit 62,22 %. „Na, geh“, sagte Uli bei der Verlesung, „wann ham ma denn des g'macht?“ Ganz einfach, Uli (sie war schließlich Professorin, da muss man top sein) dürfte Fredis ausgiebiges, ausgeklügeltes System von Eröffnungsstärken in allen Varianten („in da Ersten hab' i an Hadern, mit de Oberfarb'n bin i stärker, in der Zweiten kann in die Unterfarb'n primär sein“ und unendlich so weiter) goutiert haben und da solches dem Gegner, so ferne er nicht passionierter Rätsel-Löser ist, verständlicher Weise so gut wie fast immer verwehrt ist, preschten Uli und Fredi natürlich von Top zu Top.
Mit 61,11 % setzten sich dann Erika Kasbauer und Thomas Ketzl auf den zweiten Platz. So recht kennt man sich bei den beiden wirklich nicht aus. Sie erwecken ständig den Eindruck im Lizit nicht einig zu sein, klagen darüber, schlecht gespielt zu haben, et cetera pp, und landen dann an erster oder zweiter Stelle. Offensichtliches Motto: Lerne Siegen unter kontinuierlichem Quengeln.
Doris Eybl und Renate Rathmaier, die mit 54,44 % den dritten Platz erreichten, nahmen ein besonderes Highlight mit nach Hause. Tom hatte einen unerfüllbaren Sieben Pik-Kontrakt kontriert und Erika, die anscheinend ein vorheriges Ausspiel-Kontra von Tom übersehen hatte, hatte die fixe Idee, Tom hätte das Karo Ass, und spielte Karo aus. Das war's nun leider nicht und die Partie ging für Tom und Erika böser Weise in die „Unaussprechliche“. Tom erwies sich aber auch nach diesem nicht unbeachtlichen Geschenk als Kavalier. Er hielt Doris den Kopf zum Spielen frei und beschäftigte sich den ganzen Nachmittag mit Poldl. Eigentlich erwies er sich mehr als Kavalier für Poldl, der bei der strengen Doris ohne Ansprache im Nichtraucher-Zimmer zum Schläfer verurteilt worden wäre „Sitz Poldi, und aus.“ Renate: „Wir hab'n ja auch früher, in Südafrika, an Hund g'habt, aber den hab'n wir dringend zum Beschützen braucht.“ Das ist, Gott Lob, bei uns nicht notwendig, wir beissen zwar nicht, schützen unsere Ladys aber trotzdem verlässlich, und, wenn es sein soll, auch vor dem bösen Rauch.
Vierte, mit 52,22 %, waren Maria Grubhofer und Fakhreddin Beheshti, die sich auch nicht immer einig waren, obwohl Maria gelegentlich zu einer gewissen aggressiven Höchstform aufgewachsen ist. Fa dürfte sein scharfes Potential allerdings bereits beim Einkassieren des Spielgeldes an den Mann (bzw. die Frau) gebracht haben, denn es gab nach Ende des Turniers, zum Erstaunen Don Alfredos, einen unerklärlichen Überschuss im Sammelkörbchen (nicht das erste Mal). Mit Fa sollte man Weihnachts-Geschenke einkaufen gehen, denn mit seinem Talent käme das ganze wahrscheinlich wesentlich billiger,
Und dann, wiederum ein großer Erfolg für Ingrid Feichtlbauer. Mit Renate Ostheimer erspielte sie 50,56 %, und damit den fünften Platz. Renate, blunzengröstlgesättigt, saß der super aufgemöbelten Ingrid (Vamp pur) in Ruhe gegenüber und meinte so zwischendurch: „Sehr guat, die Ingrid heit, sehr guat.“
Den sechsten, Lisl Eiselsberg und Fritz Schmid, sah man an, wie froh sie waren, nach dem jeweilig dreiwöchigen Kuraufenthalt wieder ihren fixen Partner zu haben. Gelegentlich kamen sie (ihrem Temperament entsprechend) ein wenig zu hoch. Das geht anhaltend selten gut und man findet sich ala long wieder in einer gewissen Phase der Demut. Aber Fritzl: „I war heit recht z'frieden, is scho' in Ordnung,“ meinte er. Hier sprach ungerührt, der Gambler (auch für Lisl, denke ich).
Von Josefa Zauner und Rudi Harasek war den ganzen Nachmittag nichts zu hören, sie dürften aber, zumindest spielerisch, gegensätzliche Charaktere sein. Rudi eher offensiv, Josefa doch ziemlich verhalten, und da die beiden eine Erstpartnerschaft stellten, kamen sie manchmal nur zäh in das jeweilige Spiel. Wenn man den Partner zudem nicht immer richtig versteht, ist natürlich auch das Gegenspiel ziemlich erschwert.
„Heit' hat gar nix passt“, grinste Heidi Stöger, die mit Marena Schattenberg ein Ergebnis weit unter beider Spielstärke eingefahren hatte. „Es hat net sein woll'n, haum ma nix g'sagt, war's schlecht, haum ma was g'sagt, haum ma a Kontra kriagt, normal war eigentlich gar nix.“
Wie kann man im Zusammenhang mit Bridge schon das Wort Normal in den Mund nehmen: Seit zweiunddreissig Jahren vermisse ich die normale Verteilung, den normalen Turnierablauf, die normale Atmosphäre und den normalen Bridge-Spieler.
Und das ist gut so!
© IAM, 11.12.2011
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„Erste san die Kichererbse und die Ratsch'n!“
Charmant, charmant, unser Mäzen Don Alfredo, klingt aber irgendwie nach Schulung durch unsere Rechtgläubigen, die heute, nach langem wieder, friedlich vereint den Nichtraucherraum bespielten. Gleich bei unserem Eintreffen an ihrem Tisch begrüßten sie uns mit der ohnehin schon bekannten Tatsache: „Bei uns (in Damaskus) haben die Frauen nichts zu reden“ und verabschiedeten uns mit: „Wär' doch gut gewesen, wenn wir euch nicht hätten reden lassen.“ Wenn man kein robustes Naturell hätte, könnte einem da glatt das Wort im Halse stecken bleiben!
Aber, da uns TGK bereits mit Grammel- bzw. Fleischknödeln und Sauerkraut gestärkt hatte, nahmen wir weiters keinen seelischen Schaden und Greterl Luibrands köstlicher Topfenstrudel („ihr hätt's ihn seh'n müssen, wie super flaumig der aus dem Backrohr kumma is“) tat ein übriges. Käse und Weintrauben verschwanden dann so peu a`peu während des Turniers.
Kichererbslein Riki Komar und ich setzten uns, allen männlichen Widerständen zum Trotz, durch und gewannen das Turnier mit 61,27 %. Die Ergebnisliste nahm Riki mit nach Hause. „Brauchst ein Alibi?“ fragte ich sie, denn schließlich hat sie einen Göttergatten, der inzwischen das Heim hütet. „Aber, na, ich lass' mir's rahmen“, war die Antwort.
Mit 54,80 % erreichten Rudi Brandner und Gustav Stieglitz den zweiten Platz, ex aequo mit Fa Beheshti/ Ezzat Arige, und zeigten, dass mit Steyr immer zu rechnen ist und wir gut beraten sind, wenn wir uns vorsehen. Und schnell sind sie auch noch. Gustav, der immer blitzartig seine Karten aufnimmt und bereit hat, meinte, als Riki etwas später vom Gespräch mit Alfred zum Tisch kam: „Der tuat recht um mit Dir, damit's die Konzentration verlierst.“ Riki: „Also ans steht fest, rot werd'n tua i nimmer.“ Rudi: „Wahrscheinlich geht's z' langsam.“ Outete sich da ein Damenflüsterer?
Mit Ezzat und Fakhreddin („bei uns im Nichtraucherraum“) ergab sich ein hochinteressanter Diskurs. Wir hatten Sieben Ohne angesagt und Riki, die die Partie zu spielen hatte, begann, wie immer, von der ersten Sekunde an zu leiden, belauert von unseren aufmerksamen Gegnern. „Die Partie geht net, tut ma leid.“ Ich: „G'wöhn Dir des ab, Du informierst den Gegner.“ Ezzat und Fakur, wie aus einem Mund: „Net reden, spielen, weist eh, wie des bei uns ist, mit den Frauen.“ Fakur: „Du bist in der Hand.“ Riki: „Nein.“ Ezzat: „Ja, ja.“ Riki, im Recht, spielt gequält weiter. Einige Stiche später liegen am Tisch nur noch zwei Karten, Pik As und Dame (König fehlt). Riki hat noch zwei kleine Pik in der Hand. Fa (rechts von Riki sitzend und hinter der Gabel) sagt: „Jetzt hat sie es gemacht, der Tisch ist hoch (er weiß also nichts vom fehlenden König).“ Riki verfällt aus unerklärlichen Gründen in Wachschlaf, alle anderen sind fertig und die nächsten stehen schon am Tisch, daraufhin ich: „Tua weiter, er hat Dir eh alles g'sagt.“ Da nicht anders möglich spielt Riki Pik aus der Hand und Ezzat hat natürlich den König vor der Gabel. Fakhreddin zu mir: „Wenn ich es ihr schon sage, brauchst Du es ihr nicht erklären.“ Ezzat: „Es wird viel zu viel geredet, man sollte Euch wirklich nicht reden lassen.“ Verständlich, bei so schweigsamen, männlichen Gegnern.
Die vierten, mit 52,12 %, Maria Grubhofer und Erika Kasbauer, wie immer über längere Passagen hin etwas uneinig im Lizit, kamen mehrere Male deutlich zu hoch. Maria hatte einige punktestarke Blätter und hoffte, bei Erika brauchbares vorzufinden, lief aber nur in Rikis Kontra. Erika: „Wann i a mal nix sag, hab' i wirklich nix.“ Grubi: „I war ja stark.“ Erika: „Aber i hab nix g'habt.“ Grubi: „Aber sonst red'st doch a immer.“
Den fünften Platz, mit 51,90 %, besetzten Gerda Neuhauser und Harald Schachner. Ein vorbildliches Paar, ruhig und konstant in den Leistungen. Gerdas einziges Ausbrechen aus der Konzentration ist die Beschaffung von Nikotinstängeln. Harald hat nur das eine Bedürfnis, nämlich zu seinem Schalerl Kaffee zu kommen, die Nespresso-Maschine dazu hat er ohnehin selbst dem Club geschenkt.
Auf dem sechsten Platz landeten Don Alfredo und Fritz Schmid, es lag nämlich konstanter Konventionsdissens vor. Dafür unterhielt Fredi zwischendurch unmißverständlich den Saal, er glaubt es nur selber nicht.
Wenig spielerische Harmonie herrschte auch zwischen dem Paar auf dem siebten Platz, Renate Ostheimer und Roland Berndl. Am Ende einer Runde ging Roland nach einer Standpauke für die Partnerin aus dem Saal und nahm dann am Tisch von Maria Grubhofer Platz. Es dürfte aber auch dort nicht viel besser geworden sein, irgendwie konnte Renate im wahrsten Sinne des Wortes nicht auftauen. In Weste und Tuch gehüllt zitterte sie sich durch den Abend, obwohl es im Raum doch ziemlich warm gewesen ist.
Marena Schattenberg und TGK wirkten auch nicht besonders glücklich. Es gab zwar kein Debatten, aber sie dürften grundsätzlich aneinander vorbei gespielt haben.
Ingrid Feichtlbauer und Heidi Stöger hatten noch vor dem Turnier gröbere System-Besprechungen, die für Ingrid natürlich noch sehr anstrengend sind, aber sie ist so lernwillig, dass sie sich immer mehrere schwierige Konventionen auferlegt. In Heidi hatte sie heute eine sehr gute und freundliche Partnerin.
Greterl Luibrand, war ebenfalls lernender Weise unterwegs und hatte mehrmals schwer zu lizitierende Verteilungen in der Hand. Wolfgang Roth, gütig und ruhig, erklärte dann immer, was zu sagen gewesen wäre. „Es ist wie im Traum“, meinte er, „ich warte immer auf das Erwachen.“ Woraus geschlossen musste, er sei ihr Traummann. „Irgendwie“, sagte er, „hat das ganze mehr mit dem Traummännlein zu tun.“ Greterl meinte nur: „Gib jetzt einfach a Ruh.“ Zwischendurch hatte ich spaßhalber die Bemerkung gemacht, dass Roland nach einer Runde Renate verlassen und sich zu Grubi gesetzt hätte. Nach einem weiteren Albtraum für Wolfgang sagte ich zu Greterl: „Glaubst, der Wolfgang möchte sich auch zur Grubi setzen?“ „Ja, sagte sie, "und gleich für'n ganzen Abend." Na, ja, in den Pausen hätte er sicherlich Greterl angesteuert, wo sie noch dazu in ihrem neuen Mantel einfach ein Traum ist.
Unser Traum bezieht sich aber trotzdem mehr auf Greterls Kuchen oder ihre köstliche Strudeln.
© IAM, 01.12.2011
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„Wehe, Du gibst ihnen wos!“
Ganz und gar nicht die Devise unseres Hauses. Besonders nicht, wenn, wie gestern, „TGK“ Thomas Ketzl stundenlang den Kochlöffel schwingt, um uns ein äusserst schmackhaftes Reisfleisch und Salat zu kreieren. Bei dem Opfern dieser gefährlichen Drohung handelte es sich um „Pat und Patachon“ Lisa (Zwergschnauzer) und Poldi (Labrador), die dem schwächsten Glied in der Kette, nämlich mir, den ganzen Nachmittag auf dem Absatz folgten, um wenigsten einen Bissen der leckeren Mahlzeit abzustauben. Die Inquisitoren, Heidi Müller und TGK, hatten allerdings anscheinend vorne und hinten Augen, so dass die armen Tierchen auch bei mir auf verlorenen Posten kämpfen mussten. „Viel zu viel gewürzt für die Hunde“ entschieden beide.
Dafür taten wir alle uns gütlich nicht nur an der Hauptspeise, denn wir hatten gestern auch noch dreierlei Mehlspeisen zur Auswahl. Der Marmorkuchen, wieder faconmässig ein echter Ketzl, harmonierte ausgezeichnet mit Zwetschken- und Kletzen-Brot und Käse mit Weintrauben sah ebenfalls verlockend aus.
Den Sieg sicherten sich dann mit 66,67 % Inge Koch und Heidi Müller, was unter den geschilderten erschwerten Umständen noch beachtlicher war. Heidi hatte nämlich nur ein Auge für ihre Karten zur Verfügung, das andere, strenge, folgte der kleinen Lisa, die die entzückendsten Haltungen einnahm, um die am Buffet stehenden Spieler zu einer kleinen Spende zu animieren, wer wagt es da schon zuwider zu handeln.
Auch Inge, die ebenfalls Heidis Haltung einnimmt, setzte sich gestern durch, allerdings gegen ihren Göttergatten und verwies ihn auf den zweiten Platz. Wie gut haben es doch Männer, wenn sie sich, wenn sie Fragen haben, an ihre liebe Frau wenden können.
Mit 60,42 % landeten dann Thomas Ketzl und Helmut Koch auf dem zweiten Platz. Seit dem wissen wir alle via Lautstärke, wie abwechslungsreich ein Zwei-Karo-Start beantwortet werden kann. Als Punkte- oder Verteilungs-Ansage, Standard oder wienerisch und sogar kirchenväterlich. Erfrischend ist allerdings, dass alle zum selben Ergebnis gelangten. Ein Mann — ein Konventions-Wörterbuch also. Nachdem sie aber, was eigentlich wichtiger ist, gut gespielt haben, konnte das ganze mehr als Verzierung betrachtet werden.
Tüchtig von uns gesponsert erzielten Maria Grubhofer und Fredi Fenzl 59,38 % und damit den dritten Platz. Fataler Weise zeigten wir einige karitative Ansätze und holten Fredi beispielsweise aus frivolen Drei Karos im Kontra.
Genau 50 % erspielten Riki Komar und Renate Rathmair. Riki im Gauchos-Look litt überraschend beim Anblick ihrer Karten oder dem Lizit ihrer Partnerin nicht in gewohnter Weise, ganz offensichtlich hebt sich ihr Lebensgefühl in der Lederweste ganz beträchtlich, die im übrigen auch, sehr chic ist. Renate sprach nur einen einzigen Satz: „I sag kein Wort mehr, weil morgen steh ich hundertprozentig damit im Internet.“ Da Heidi Haiden ebenfalls dieser Ansicht ist, gäbe es, falls die beiden miteinander spielen, eine neue Disziplin: Silent Bridge!
Mit dem fünften Platz sind Erika Kasbauer und ich noch ziemlich glimpflich davon gekommen. Zu sagen ist weiter nichts, als — Kismet.
Marena Schattenberg und Heidi Stöger wurden von uns zwar ebenfalls mit Almosen bedacht, schafften es aber trotzdem nicht mehr, vor uns zu landen. Sie waren aber schon guter Dinge, wenn an ihrem Tisch nicht geraucht wurde. Das war allerdings ein Wunsch, den man ihnen leicht erfüllen konnte.
Ingrid Feichtlbauer und Josefa Zauner, deren Opfer wir ebenfalls zeitweise wurden, kämpften sich tapfer und friedlich durch das Turnier, aber gegen die übermächtige Konkurrenz konnten sie meist nicht aufkommen. Aber, die letzten werden die ersten sein, heisst es so schön und gelegentlich tröstet sich damit im Laufe des Lebens jeder einmal.
© IAM, 04.12.2011
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„Is' ka Kren da?“
fragte „Grubi“ Grubhofer, als sie kaum das Lokal betreten und das Essen besichtigt hatte. Ungeheuerlich, denn es lagen gestern neben dem Würsteltopf und den Berner Würsteln immerhin einige Sorten Senf, Mayonnaise und Ketchup, Gebäck und sonstiges Zubehör. „Sorry, Maria“, sagte ich, „Thomas wird sich persönlich bei Dir entschuldigen.“ Daraufhin Maria gütig: „Na, weg'n dem an Mal.“
Nichts zu verantworten hatte TGK dann bei Früchte- und Kletzenbrot. Diesmal ohne Ketzlriss, denn die ausgezeichneten, saftigen Striezerl stammten von TGKs liebstem Amigo-Bäcker, der sich jedes Jahr der ungeheuren Mühe der Erzeugung hingibt. Käse, Weintrauben und Radieschen wurden natürlich auch nicht beanstandet und, um es mit der Tante Jolesch zu sagen, das war dann "immerhin no a Glick".
„A Mordsglick“ hatten auch, wenn man Erika glauben darf, Erika Kasbauer und Thomas Ketzl. Über leicht dahin plätschernde Unstimmigkeiten hinweg kamen sie mit 64,29 % auf den ersten Platz. „I versteh' des net“, sagte Erika, „wann ham ma denn die g'macht, ihr (Ingrid und ich) habt's doch bei uns so ogramt.“ Also, „ogramt“ haben wir wirklich nicht, aber vermutlich war diese Runde trotzdem die schlechteste für sie. „Erika“, sagte Tom nach einem Spiel gegen uns, „des is ka Weak Two (Herz König, Bube, Zehner), des ham ma ausg'macht.“ Erika: „Aber i hab do eh no in (Treff) König und die (Karo) Dame dabei.“ TGK: „Ja, eben.“ Erika: „I bin ja stark.“ (No, na, net!) Jetzt dürfte TGK schwach geworden sein, zumindest gab er keinen Mucks mehr von sich.
Mit 56,25 % gambelten sich Fredi Fenzl und Bernhard Grossegger auf den zweiten Platz. Ein arroganter Siebener in Karo, von Fredi angerissen, musste durch den Atout-Stand schief gehen, war aber für beide kein Problem, denn sie legten meist gegenseitig im Lizit einen gewissen Hochmut an den Tag und da sollte man dann auch nicht zimperlich sein, wenn etwas schief geht. Dies hatte allerdings keinen Einfluss auf ihre dominierende Präsenz durch Spitzenwerte in der Lautstärke.
Heidi Stöger und Rudi Harasek erreichten mit 51,79 % den dritten Platz. „Mir san heit der Gauditisch“, begrüßten sie uns und hatten dann noch viel mehr Gaudi, als Rudi, ein nicht zu bremsender Lizitierer, seine Kontrakte ohne Kontra spielen durfte. da meine liebe Ingrid, als Lehrling, den Schmäh noch nicht durchschaute und beeindruckt schwieg. „Mein verlässlicher Tisch“, sagte Heidi „und sein brillantes Handspiel, da ist der Gegner machtlos.“ Einfach eine Naturgewalt, die beiden.
Dahinter, mit 48,21 %, lag Ingrid Feichtlbauer mit mir auf dem vierten Platz. Ingrid hat sehr gut gespielt, hat ihr Scriptum total im Kopf und ist eifrig dabei, dazu zu lernen. Was ihr natürlich fehlt, ist Blattbewertung, wovon forsche Gegner leider profitieren, aber, sicher nicht mehr lange, sie lässt nämlich bereits jetzt gelegentlich die Killer-Instinkte durchblicken. „Sag' mas, bitte, jedes Mal, ab jetzt wird kontriert, aber i hab halt no a Problem damit.“ Dieses werden wir in Zukunft auf den Gegner überwälzen.
An fünfter Stelle kamen Maria Grubhofer und Marena Schattenberg. Marena hatte kein leichtes Sein. Maria krempelte das System immer irgendwie um. Marena, friedfertig: „Wannst es so willst, mach ich es eben jetzt so." Jedenfalls war Maria gestern eindeutig in Dozier-Laune.
Wie schon letzte Woche, kamen Riki Komar und Renate Ostheimer auch gestern wieder in kein gedeihliches Spiel. Das war bereits voraus zu sehen, denn es mangelt ihnen an grundsätzlichen Gemeinsamkeiten. Dominiert wurde die Debatte von Renate, aber Riki hatte wenigstens ausreichend Gelegenheit sich zwischendurch zu erholen, da Renate den Bereitschafts-Dienst einer Telefonfürsorge übernommen haben dürfte und ständig unter beschwörenden Wortgewittern den Raum verließ. Welcher Designer erzeugt übrigens Nightgowns für Handys? Denn wer bei Renate im Ehebett liegt, steht ausser Frage.
© IAM, 01.12.2011
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Männer!
Wie pflegen sie so gerne zu dozieren? „Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch!“ Die Realität sieht allerdings oft etwas anders aus, nämlich dann, wenn zwei männliche Wesen am Tisch ihr sprichwörtlich „eines Wort“ so pausenlos und salvenmäßig abgeben, dass das weibliche „Wörterbuch“ dagegen zur wortlosen Zeichen-Sprache wird.
So ist es zwar schon öfter geschehen, aber gestern bekam der männliche Chauvinismus bereits Kult-Status. „Grubi“ Grubhofer und ich hatten die Ehre, am ersten Tisch gegen „Don Alfredo“ und „Zitronenfalter“ Helmut Koch sechs Boards zu spielen. Abgesehen von gelegentlichen „Misstrauens-Voten“ der beiden gegeneinander („Bei'n Fredi was ma ja nia, was er hat!“, „Na wirklich net, bei Dir is's a Lotterie, bei mir was ma's immer!“) diskutierten sie lautstark Verteilungen und behauptete Spielfehler. „Bitte“, waren zeitweise unsere versuchten (geflissentlich überhörten) Einwürfe, „seid's leiser, des wird ja noch von allen anderen a g'spüt.“
Die Herren, in der schwierigen Abgabe ihres „einen Wortes“ befangen, zeigten keine Reaktion. Nach einiger Zeit des derartigen Lärmens rief der Turnierleiter TGK in den Saal. „Bitte, leiser, besonders an Tisch eins.“ Daraufhin „Don Alfredo“: „Mi brauchst net anschau'n dabei, ich erhebe des längeren meine Stimme nur dazu, die am Tisch anwesenden Gegner in der Lautstärke zu dämpfen.“ No comment!!
Aber gegessen haben wir vorher herzhaft und gut, denn an den chauvinistisch vertretenen Kochkünsten unserer Herrenwelt (hier, wie bei uns immer, TGK), haben wir definitiv nichts auszusetzen. Das Schulterscherzl war butterweich und g'schmackig, der Rindfleisch-Suppentopf mit Gemüse dito und zusammen mit Butterkartofferln und grünem Salat würden wir den Plachutta locker in die Tasche stecken. Da die wie immer vorzügliche Marillen-Roulade TGKs, zu Anfang nur einen kleinen Riss an einem Ende zeigte, meinte Heidi Stöger: „Ha, den hat heit net der Thomas g'macht!“ Sprach's und und begann zu staunen, der Riss verbreiterte sich vor unseren Augen, so wie es sich für einen echten Ketzl gehört. Heidi: „Wast wos, i schneid ma schnell von dem an End' wos ab, dann schaut er heit absolut perfekt aus.“ Die Roulade wusste dieses zu verhindern. Vom Käse blieb ein wenig über, aber dafür weder Weintrauben, noch Datteln oder Schwedenbomben. Fredi Fenzl beim Weggehen: „Wer hat denn jetzt g'rad nu fufzehn Schwedenbomb'n g'essen, die war'n do g'rad no da?“ Der Fall konnte keiner Klärung zugeführt werden.
Gewonnen haben das Turnier letzten Endes Getrud Prokopowski und „Johnny Cash“ Adi Korista, mit 69,44 %. Eines verbindet diese beiden, die immer erfolgreich mitsammen spielen, sie haben einen gewissen Hang zum Hassard. Adi, ein erfolgreicher Pokerspieler (wird langsam reich!) konnte gestern so richtig los legen, auf sein Konto ging dann ein erfüllter, risikoreicher Groß Slam. Gertrud: „Hat alles tadellos gepasst, alles streng nach Vorschrift.“ Gertrud und Vorschrift sind zwar eigentlich bereits ein Widerspruch in sich, aber, wenn sie es sagt.
Auf dem zweiten Platz, mit 63,89 %, landeten die ewig uneinigen Erika Kasbauer und „TGK“, Thomas Ketzl. Erika: „Da hilft alles nix, des muaß i ansag'n.“ Thomas: „Aber, des interessiert mi do net.“ Erika: „Überhaupt net?“
Heidi Haiden und Renate Rathmair erspielten 52,78 % und damit den dritten Platz. Und dies, obwohl Renate, deren kulturelles Verständnis sich langsam von den gemalten Körpern (Könige, Damen etc. auf den Bridge-Karten) in Richtung Körperbemalung hin bewegt, das ganze Turnier über gegen die Geister, die sie rief, ankämpfte. Sie hatte nämlich vorgeschlagen, Körperpainting, nach Vorlagen aus dem Internet, zu meiner nächsten Geburtstagsfeier als Gag zu tragen und daher heißt es jetzt für sie, mit gutem Beispiel voran zu gehen. „Na, i do net“, meinte sie geniert und verschanzte sich vorsorglich in jeder Zwischenpause im Nichtraucherraum. Offensichtlich ist sie nicht bereit, Farbe zu bekennen. Ob Heidi Haiden immer zwischendurch in die Küche entschwand, um zu helfen, oder ob sie nur nicht ebenfalls unter den Pinsel kommen wollte, wurde nicht deutlich. Sie sah mich jedenfalls immer sehr streng an, aber eingeladen, um mitzumachen, ist sie natürlich trotzdem.
Unvorhersehbar, an vierter Stelle, mit genau 50 %, kamen „Grubi“ Maria Grubhofer und ich. Maria, bleich und blutleer, hätte eigentlich das Bett hüten müssen, denn sie hatte sich nachmittags mit dem Messer in die Vene der linken Hand gestochen, ein böser, unabsichtlicher Aderlass, sozusagen und trug einen Druckverband des Notarztes. „Du wirst es net glaub'n“, meinte sie, „aber des behindert mi schon.“ Na, sicher, besser hätte es ein Vampir auch nicht machen können.
Heidi Stöger und Riki Komar kamen zeitweise ein wenig aus dem spielerischen Gleichgewicht, machten aber auch eher den Eindruck, als arbeiteten sie am Problem der Freizeit-Stress-Bewältigung für die nächste Woche weitaus gezielter als an der Abwehr der doch oft ziemlich maßlosen Lizite maßloser Gegner. Und, lustig waren sie trotzdem.
Fredi Fenzl und Helmut Koch hatten zwar an unserem Tisch einige Geschenke erhalten, ließen sich aber dadurch nicht von ihrem Lieblingsthema ablenken, der Diskussion um Lizitwerte. Es ist aber auch ein sehr unübersichtliches Thema, so wie die beiden es zelebrieren.
Renate Ostheimer, unermüdliche Kämpferin um Verbesserung der Bridge-Leistungen von Ingrid Feichtlbauer, fragte: „Was ham's g'sagt grad, i soll net so bös sein mit Dir?“ Ingrid: „Aber na, i bin ja froh wannst mir was sagst, i will ja was lernen.“ Renate: „I bin net bös', Du sollt doch was lernen.“ Ingrid: „Des hat's ja eh net g'sagt.“ Renate: „Sollst aber trotzdem was lernen dabei.“ Konventionen zu erlernen ist sicherlich leichter als hier den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.
Rosi Kohlberger und Marena Schattenberg waren wirklich arm, so etwas von Antilauf ist unbeschreiblich. Was immer die Gegner verbrochen hatten, die beiden mussten es büßen. Sogar die Partien, die sie glänzend gespielt hatten, lösten sich wieder in Enttäuschungen auf. Marena findet sich ab einem gewissen Zeitpunkt damit ab, aber Rosi war völlig fertig. Rosi: „Was soll ma da sag'n?“ Bullshit Rosi, nur Bullshit!
© IAM, 27.11.2011
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„Sind da Karotten d'rin?“
stellte sich „Don Alfredo“ Fenzl mit dieser Frage gestern gegen 18 Uhr an unsere Bar, um TGK neugierig über die Schulter zu schauen. Dieser war gerade am Herd damit beschäftigt, die Fleischsauce, die dann später zur Pasta gereicht werden sollte, abzuschmecken und zu finalisieren. TGK: „Nein, warum?“ Alfred: „Weil i Gemüse in der Fleischsauce net mag!“ — Sprach's, und meldete sich beruhigt für später zu einer großen Portion an, um nochmals zur Büroarbeit zu entschwinden.
‚Der hat nur noch saftige Steaks im Kopf‘, dachte sich TGK. „Don Alfredo“ war nämlich am Wochenende von einer vierwöchigen Reise quer durch Südamerika zurückgekehrt und dies leicht „reduziert“. Diese „kilogrammische Verdünnung“ hatte aber mit verloren gegangen Medikamenten zu tun. Daraus lässt sich offensichtlich folgern: Gesunde Ernährung hat bei Alfred nichts mit Karotten am Hut.
Abseits der Pasta brachte uns Gretel Luibrand diesmal einen köstlichen Rosinenstreuselkuchen zum Nachtisch mit. Und die obligate Käseplatte wurde gestern reichlichst geplündert: Nichts blieb übrig……
Dermaßen gestärkt setzte sich „Don Alfredo“ später mit seinem ebenfalls gut „zugepastaten“ Partner Michi Jagsich an den Spieltisch, um mit 56,11 % das Turnier zu gewinnen. Von einer bridgemäßigen Entwöhnung in der Zeit seines Südamerikaaufenthalts konnte keine Rede sein, obwohl er dies behauptete. Nur einmal, irgendwo in Brasilien, war er schwach geworden und hatte einen Bridge-Club besucht. Über Details wollte er sich aber nicht näher auslassen, was uns in diesem speziellen Fall „sehr spanisch“ vorkommt: War's vielleicht doch ein Samba-Club?!
Genau 55 % erreichten Heidi Stöger und ihr Partner Rudi Harasek. Es gab zwar ein paar Lizit-Missverständnisse, die schon mal so die eine oder andere Schweißperle auf Heidis Stirn trieben, da sie jedes Mal die Hand spielen musste. Den am Ende erfolgreichen zweiten Platz konnten diese Perlen den beiden aber nicht versalzen.
Wenig aufregendes gab's im Spiel von „TGK“ Thomas Ketzl und Harald Schachner, die mit 53,89 % auf Rang 3 abschnitten. Die Blätter waren für sie nicht „Blue-Club“-like, dazu gesellten sich auch noch ein paar Hacker im Gegenspiel. Beide nahmen es jedoch gelassen und unterhielten sich stattdessen lieber über Südtirol, ein von ihnen favorisiertes Urlaubsziel.
Rosina Kohlberger und Marena Schattenberg hatten ein paar Mal darunter zu leiden, dass beim Wechsel gebrodelt wurde. Zum Warten gezwungen verkosteten beide die Käseplatte. Dieses „lukullische“ Sich-in-Geduld-üben brachte ihnen am Ende den vierten Platz mit 51,67 % ein.
Viel zu sagen, vor allem viel zu laut, hatten sich wieder einmal Maria Grubhofer und unsere „Mrs. 100 Euro“, Renate Ostheimer. Vorrangig ging es dabei um die Blattstärke oder -schwäche, die beide jeweils in den Händen hielten oder glaubten, zu halten. So kam's denn, wie es kommen musste: Manchen, die solche auch waren, blieben Teilkontrakte, Sprünge in die Höhe — und damit zu hoch — führten zum Fall bzw. zu Fallern. Am Ende waren es 51,11 Prozent und damit ein solides Ergebnis.
Erika Kasbauer, erst seit kurzem von einem Zypern-Bridge-Ausflug zurück, hatte am Wochenende noch nicht die Umstellung auf die bei uns mittlerweile eingekehrten kalten Temperaturen verkraftet und war daher kränkelnd. Dennoch konnte sie gestern Partnerin Riki Komar, wie immer stets gut gelaunt, zum Einstieg ins Geschehen überreden, wobei sich die 49,44 % und damit der sechste Platz besser erwiesen als 38,5 Grad Fieber.
„Prost Greterl“ vernahm TGK von derselben, als er gegen sie spielte und sie bei dieser Gelegenheit zu sich selbst ihr Glas erhoben hatte. Angesichts ihres umfangreichen Tagesprogramms (zur Erinnerung u.a. der köstliche Rosinenstreuselkuchen und viele Schaufensterauslagen unterwegs mit IAM) wirkte sie gestresst und daher bei so manchem Lizit etwas abwesend. Welch‘ Glück, dass Partner Wolfgang Roth an ihrer Seite das nicht krumm nahm. Ganz im Gegenteil: TGK und Harald verpasste er mit 4 Treff im Kontra mit Überstich erfüllt einen einsamen Saalnuller.
Elfi Stolz, heuer aufgrund zahlreicher beruflicher Verpflichtungen noch nicht oft im Club zugegen, hatte gestern das Pech, dass ihr Heidi Haiden kurzfristig absagen musste. Kein Problem, das wir nicht lösen könnten und Inge „IAM“ Mistlberger war als Springerin gerne bereit, ihr aus dieser Patsche zu helfen. Die fehlende Routine und so manche in Vergessenheit geratene Konventionen von Elfi waren letztlich Ursache für ein ansonsten dem harmonischen Abend der beiden nicht entsprechendes Resultat.
Fazit: Es waren Karotten drin, aber „Don Alfredo“ hat's nicht bemerkt ;-)
© TGK, 24.11.2011
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Maschinen sind auch nur Menschen!
Sie interagieren mit uns und bedienen uns hinten und vorne. Warum sollten wir dann nicht auch manchmal von ihnen dahin gehend „bedient“ werden, dass sie ihr Recht auf Kranksein einfordern, sozusagen ihre unmenschliche Grippe. Gestern war es bei uns so weit. Hatte unser Computer bei der letztwöchigen Ergebnisbewältigung auf seine Art bereits gehustet, so ging er gestern endgültig ausser Funktion. Hoffentlich kein Exodus, denn unser Mäzen, „Don Alfredo“, gestern von einer exotischen Urlaubsreise sichtlich abgekämpft zurückgekehrt, sollte jetzt eigentlich geschont werden. Zumal er sich auch vor Kenntnis der üblen Nachricht an unserem schmackhaften Abendpapperl nicht mehr stärken konnte, er kam zu spät.
Dabei hatte TGK so super aufgekocht. Hirschgulasch vom Böcklein, Semmelknödel-Auflauf, Rotkraut, Weißkrauttopf und natürlich Preiselbeeren. Sein Schokoladen-Gugelhupf mit Schlagobers war ebenfalls wieder hervorragend. Käse gab es, Weintrauben, Himbeeren (mit und ohne Schlagobers und Zucker) und unsere Mini-Schwedenbömbchen sind auch nicht ohne. Doch, es gab dann kein sanftes Verdauen, das Spiel rief.
Unangefochten tricksten Harry Handlechner und Rudi Trauner über uns hinweg und setzen sich mit 72,5 % an die erste Stelle. „Geh, na“, sagte Harry zu mir, „geg'n uns ham's eh a nu mitlizitiert, wo ma den Siebener g'spüt ham.“ „Harry“, konterte ich, „aber Du kriagerst auf den wahnwitzigsten Kontrakt ka Kontra.“ Harry: „Des is doch selbstverständlich.“ Kann man mit so einem Menschen vernünftig reden? Rudi sieht die Dinge vermutlich ebenso, begnügt sich aber meistens mit vergnügtem Grinsen. Fröhliche Laune bereitete ihm aber sichtlich, dass TGK seinetwegen den Auflauf erzeugt hatte, denn wir wissen ja, dass er Fleisch nicht so sehr bevorzugt. „Ihr verführts mi immer“, sagte er, „I soll ja net so viel essen.“ Als bravem, reinem Wassertrinker stünde ihm doch wenigstens ein bisserl Essen zu, meine ich.
Auf den zweiten Platz, mit 60 %, kamen Maria Grubhofer und Michi Wufka. Mehr und mehr wird mir suspekt diese Maria Grubhofer. Wir spielen seit langem und oft mitsammen und nie, wirklich nie, läuft Maria mit mir zu der Höchstform auf, als dann, wenn sie gegen mich spielt. Dass gestern zudem noch Michi ihre Partnerin war, gab dem ganzen zusätzlich das volle Maß, denn Michi spielt auch in kritischen Situationen immer noch die perfekte Hand. Psychoterror übten die beiden zudem ebenfalls aus. Als ich zu lizitieren begann, sagte Grubi: „Halt dich z'ruck, Du hast a Freundin am Tisch sitzen“, darauf hin Michi: „Zwa.“ Ich vermute, dass Ezzat genau zu diesem Zeitpunkt eine starke Aversion gegen Freund(innen)erlwirtschaft entwickelte.
Mit 56,67 % und dem dritten Platz mussten Ezzat Arige und ich uns abfinden, da wir in einer diffizilen Runde den einzigen Gegner hatten, der auch in unsere Hochstarts hineinfunkte (mein Gespräch oben mit Harry), nämlich TGK. Lästig wie eine Laus und so verpassten uns Harry und Rudi, die natürlich an einem anderen Tisch im Lizit durchkamen, wieder einige saftige „Ohrfeigen“. „Da können wir nichts dafür“, sagte Ezzat streng, „da brauchen wir gar nicht viel zu reden.“ Er brauchte aber auch nicht viel zu verstecken, es gelang ihm, mangels Masse, als Tisch nur einmal, mich erst zum Schluss mit seinen Hochkarten zu erfreuen. Keine Spannung, leider, in der Sache.
Heidi Stöger und Marena Schattenberg kamen einige Male im Lizit zu hoch. Es juckte sie einfach in den Fingern (bei Heidi funktionierten diese nach der Operation auch schon wieder einigermaßen, „I hab' heit Premier“) immer den Gegner noch um einen Stock zu überbieten. Da schüttelt man halt schon stark am Kontra-Baum und gestern waren die Verteilungen noch dazu zum Teil sehr schwierig. Marena pflegte dem mit stoischer Ruhe zu begegnen: „Na, des hätt' i wirklich net glaubt!“ Zu der Zeit waren sie bereits in der dritten Partie zu hoch. Von Höhenrausch kann aber nicht gesprochen werden.
„I gib's auf“, presste Riki Komar heraus, „mir spün heut zum ersten Mal, wir kommen überhaupt net z'saum.“ Renate: „Es is einfach furchtbar, das ma sich verständlich macht und im übrigen tummelts euch, i hab um halba Siebene an Termin.“ Den Termin konnte Renate halten, die Percentage bei mit oder ohne „Zwei Ohne mit Farbanschluss“ nicht. Beide kämpften aber sehr tapfer bis zum Schluß.
„Es is zum Verzweifel'n, i hab' noch nie so schlecht g'spüt wie heit, der arme Thomas“, jammerte Ingrid Feichtlbauer. „Beruhig' Di“, sagte ich, „hat er leicht g'schimpft?“ „Na“, meinte Ingrid, „gar net, der hat resigniert, tot, einfach tot.“ Also, das steht fest, er war weder tot noch paralysiert, noch ärgerlich, denn er sah absolut ein, dass die Verteilungen zum Großteil nicht nur für einen schwächeren Spieler schwierig zu lizitieren waren. Einmal hätte Ingrid, in Verteidigung, Thomas mit drei Punkten in die Pik-Manche heben sollen, da nur Ezzat und ich als ihre Gegner die Herz-Manche angesagt hatten. Daran wären vermutlich stärkere Spieler als Ingrid gescheitert.
Zum ihrem Trost liegt allerdings im Club schon eine hübsche Champagner-Flasche auf Eis, die Ingrid und Renate Ostheimer bei der Ganslroas im Treffpunkt (2. Platz) gewonnen haben und deren Inhalt sie sich, wenn sie dann Lust und Laune verspüren, systematisch zuführen werden. Herzlichen Glückwunsch des Clubs und enchante`.
© IAM, 20.11.2011
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„Heit hab' i mir'n zur Brust g'numma“,
stellte Ingrid Feichtlbauer fest, als sie mit Michi Jagsich an unseren Tisch kam, „aber büaßn muaß i des die ganze Zeit.“ Michi: „Alles hat seinen Preis.“ „Ingrid“, sagte ich, „da hast aber wirklich was davon, der Michi spüt guat und schaut heit super aus, wie Jesus in Jesus Christ Superstar, singen kann er halt net.“ Ingrid: „Dafür hat er a ka Zeit, weil er dauernd kebbeln muaß. Aber er hat scho a sei Echo.“ Gott sei Dank ist keiner von beiden auf den Mund gefallen, fast möchte ich sagen, kongenial.
Den Mund rissen auch wir anderen gestern recht gerne groß auf, allerdings um uns die hervorragende Blutwurst (erst am Vormittag von TGKs Fleischhauer-Amigo erzeugt, also ganz frisch) samt Erdäpfelschmarren und Salat hinein zu stopfen. Es roch schon im Vorhaus so gut, dass sogar diejenigen sich noch zu Tisch setzten, die bereits gegessen hatten, und sie wurden nicht enttäuscht.
Greterl Luibrand hatte uns wieder einen piekfeinen Topfenstrudel gebacken, den ich, da Greterl verhindert war zu spielen, von ihr aus Gallneukirchen holte und durch den heftigsten Verkehrsstau herbeikarrte. Und so kämpfe ich in mir, im Zeitalter der permanenten Ehren-Verleihungen, die brisante Frage nieder: Wann beteilt man uns endlich wenigstens zum Beispiel mit dem silbernen „Pik Siebener“ oder dem „Goldenen Faller“ für unsere unermüdlichen Dienste um das Wohl unserer Spieler?
Im übrigen gab es noch Käse, Obst und Schwedenbomben sowie verschiedenes Kleinzeug, alles paletti!
Brutal, mit 65,56 %, schlugen dann unsere Steyrer Freunde Gustav Stieglitz und der unermüdliche Heinz Priller zu und setzten sich auf Platz eins. Aber sie sind angenehme Sieger, immer gut gelaunt und tolerant auch gegen schwächere Spieler und trotz der doch weitesten Heimreise des Abends keine unangenehmen Treiber im Tempo. Aber wir bemühen uns ohnehin immer, die Spieluhr nicht über zu strapazieren. Nicht wirklich zu strapazieren ist allerdings Heinz. Sogar wenn er seine Partien etwas früher beendet hat, ist er unablässig im Lokal tätig. Gustav: „Schau da den Heinz an, wia wann der bei Eich ang'stellt war!“ TGK: „Bitte, Gustav, sei leise, sunst hört er's womöglich.“ Gustav: „Hörn tuat er eh guat, aber aufhörn tuat er net.“Hoffentlich.
Mit 56,11 % landeten dann Christa Faschingbauer und Ezzat Arige auf dem zweiten Platz, allerdings unter Verursachung eines gewissen (orientalischen?) Lärmpegels. Laut? Ja. Aufgeregte detaillierte Analysen? Ja. Aber argumentierte nur der syrische Matcho? Nein. Also eher mehr europäisch. Doch dann sehr orientalisch: Alles unbeachtlich, nur lautes (Bazar)Geplänkel, sie verstehen sich prächtig, vorher und nachher, wie bei uns in Damaskus.
Auf den dritten Platz, mit 52,78 %, kamen Marena Schattenberg und ich, nachdem uns irgend ein unbekanntes böses Paar auf der Gegenlinie einige „Eier“ gelegt hatte. Ein Ei hatten wir aber selbst, zur Freude der anderen, beigetragen. Marena kam das Turnier über einige Male fest in's Schwitzen, denn, da ich punktemässig meist schwach dotiert war, musste sie alleine die Entscheidungen treffen und dem entsprechend oft die Hand spielen.
Riki Komar und Wilhelmine Wiesinger kamen auf 50,56 % und damit auf den vierten Platz. Gegengespielt haben sie wirklich gut, aber im Lizit scheinen sie eine Art Selbstmord-Waffe zu haben. Ist mir schon öfter aufgefallen, sie nennen sie, glaube ich, Loser-Zählung, und wenn sie ihren Kontrakt nicht erreichen, waren immer ein oder zwei Loser im Spiel. Irgendwie jedoch ist dieses Phantom leicht inkonstant und kommt erfreulicher Weise nicht dauernd vor.
Genau 50 % erreichten Ingrid Feichtlbauer und der zur Brust genommene Michi Jagsich und erreichten damit den fünften Platz. Ätzte auch Michi in gewohnter, nicht immer leicht zugänglicher, Ironie, so stieß er bei Ingrid stets auf Gegenseitigkeit. Als Michi, nachdem Ingrid ihre (schönen) Karten auf den Tisch gelegt hatte, nach kurzer Betrachtung meinte: „Na, danke“, konterte Ingrid sofort mit strenger Stimme: „Ja, danke!“ und nach einigen Sekunden, in denen Michi baff war: „Mecht ich gebeten ham!“ Auch am Tisch von TGK, als Michi wieder eine seiner pikaresken Bemerkungen los wurde, meinte Ingrid in Anlehnung an anfangs Gesagtes: „Gib a Ruah, glaubst weil'st ausschaust wia a Gott....“
Anita Mayr und Hans Brosch waren gelegentlich ein wenig forsch im Lizit und verloren so einige Plätze. Als Hans einmal eines meiner Lizite bzw. dessen Stärke nicht so recht realisieren wollte und Anita letzten Endes beim Handspiel in die Miesen kam, meinte er sofort: „Alles meine Schuld, ich habe es sofort gemerkt, als ich es gesagt hatte.“ Anita: „Über die Partie freut sich jetzt der Gegner.“ Hans: „Ja, und z' Silvester kommen mei Frau und ich wahrscheinlich a wieder.“ Herzlich willkommen! (auch ohne Bridge-Geschenke)
Maria Grubhofer und Thomas Ketzl verstanden sich gestern nicht einmal ansatzweise. „Weist“, sagte Grubi nachher zu mir, „des anzig guade an dem Abend war die Bluatwurscht. Spün kann i gar net mit eam. Wia ich‘s mach, is falsch.“ Thomas zu Ingrid Feichtlbauer und zu mir: „Eigentlich wollt' i eh nur koch'n.“
Heidi Haiden und Rosemarie Scholl glänzten auch nicht unbedingt im Zusammenspiel, waren aber gut bei Laune. „Rosemarie“, sagte ich, „Rosemarie, immer und ewig mein Herz nach Dir schrie (Heidedichter Hermann Löns), warum warst denn so lang net da?“ Rosemarie: „I wollt' feststell'n, ob mi der Thomas noch kennt.“ Keine Frage, aber die Sache mit seinem womöglich schreienden Herzen wurde nicht geklärt. Auch Heidi hatte es gestern nicht so recht mit Herz. Als Rosemarie auf Heidis „Eine Ohne“-Ansage mit „zwei Karo“ einen Transfer auf Herz lizitierte legte sie zur Antwort, „Zwei Ohne“. Auf Rosemaries „Drei Ohne“ meinte Marena: „Wanns die Herz halt gar net mag.“ Ich: „Ja, wenn's bockig is‘“ Heidi: „Steh i morg'n wieder im Internet, herzlichen Dank.“
Stets zu Diensten, liebe Heidi, g'horschamster Diener.
© IAM, 17.11.2011
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Die verhinderte Ganslroas!
Wenn unsere Mitglieder eine besondere Veranstaltung eines anderen Clubs, die auf einen unserer Spieltage fällt, besuchen wollen, machen wir eine sozusagen Gruppenreise dorthin und laden unsere Spieler auf das Start- bzw. Buffet-Geld ein. Da sich einige Spieler aber bereits für den gestrigen Samstag schriftlich angemeldet hatten, beschlossen wir natürlich, den Spieltermin zu halten. Komisch war nur, dass das am längsten gemeldete und von uns in erster Linie berücksichtigte Paar dann doch ohne Nachricht plötzlich auf die Ganslroas ging. Zwei Tische „Gansl“ hätten wir (Denkfabrik) sonst schon gebraucht. Aber, so war auf die ersatzweisen Wiener Schnitzerl mit Butterkartofferln, Preiselbeerkompott und grünen Salat auszuweichen auch kein schlechter Tausch und Schoko-Guglhupf von TGK und Käse mit Feigen und Weintrauben haben auch immer ihre Abnehmer.
Jedenfalls ging es gestern besonders gemütlich her und Renate Rathmair entschloss sich zu einem: „Ihr mit eichan siass'n Zeigs (Schwedenbomben und Blättergebäck zur freien Entnahme an der Bar) bringts an dauernd in Versuchung“ und später: „Da nimmt ma einfach zua!“
Nicht zugenommen, aber zugelegt an Speed haben dann beim Turnier Gertrud Prokopowski und Adi Korista. Bei 56,25 % konnte ihnen der Sieg nicht genommen werden. Gertrud, noch im Elan des vortägigen Teamsiegs beim BCL, war kaum zu bremsen und der Man in Black, Adi, (gestern Jonny Cash zum Verwechseln ähnlich) der sich seit längerem die Zeit mit scharfem Poker vertreibt, hielt auch seine Gewinnserie durch.
So verwiesen sie Ezzat Arige und mich, mit 54,17 %, auf den zweiten Platz. Aber auch den wollte man uns erst nicht gönnen. Hatte uns der Computer bereits vorigen Mittwoch beim ersten Ergebnisanlauf einige Tops nicht angerechnet, so ging er diesmal überhaupt in die vollen und wies uns den vorletzten Platz zu. Scheusslich, wenn man da seine eigenen Angelegenheiten nicht immer im Auge behalten würde, denn das sieht schon beinahe nach Absicht aus. Aber ein Highlight hatte ich gestern zu verzeichnen. Im Pausen-Backgammon habe ich gegen Ezzat zwar insgesamt verloren, aber es gelang mir doch, die ersten beiden Partien zu gewinnen.
Wie kommentiert ein Macho ein so unglaubliches Ereignis? „Per Saldo gewinnt immer der bessere.“ Eh klar, trotzdem darf Istanbul das nie erfahren, oder Damaskus.
Auf Platz drei kamen, mit genau 50 %, Riki Komar und Thomas Ketzl. Also, bei beiden kann es vielleicht mit dem Nachbarn klappen, mit dem Lizit jedenfalls nicht. Riki ist eine eher verhaltene Spielerin und Thomas lizitiert genau nach Vorschrift und so kamen sie gelegentlich nicht in den angemessenen Vertrag oder der Gegner spielte ohne Kontra.
Heidi Haiden („I bin die Ruhe aus'n Nichtraucherraum g'wöhnt, jetzt is ma direkt z' laut“) und Rosi Kohlberger („Ja, laut san's“) vermissten ihr lauschiges Plätzchen bei den Nichtrauchern, denn wir spielten alle im grossen Saal und verzichteten allgemein auf die Nikotinstängel. Dankenswerter Weise blieben Heidi und Rosi trotzdem während der Pause im Raum und verwandten ihre Energien auf unsere Küchenangelegenheiten.
Doris Eybl und Renate Rathmair, waren zwar gut gelaunt, aber etwas glücklos, doch es gab wieder einmal etwas zu bestaunen. Und, das machten nur die Beine von der Doris, net nur d' Senoris, auch wir weiblichen Wesen hatten etwas zu begutachten. Es handelte sich bei ihrer Bestrumpfung um ein Mittelding zwischen Pippi Langstrumpf (Querstreifen) und elegantem Abendglitzer.
„Na“, meinte Renate, „so was kann i net trag'n, ausserdem hab' i eh immer Hos'n an und des rote Sexi-Bluserl, was'd (ich) bei der Riki ihr'n Geburtstag ang‘habt hast, a net.“ Wer sagt denn das. Vielleicht kleiden wir sie demnächst in beides ein, denn, wie heißt es so schön: Probier'n geht über Studier'n.
© IAM, 13.11.2011
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Bon soir, Herr Kommissar!
„Her mit der List'n, jetzt hab' i a Alibi für daham“, rief Gustav Stieglitz gestern nach der „Urteilsverkündung“, die ihn und Anita Mayr als Sieger mit sagenhaften 76,39 % auswies, „nu nia hab i sowas g'spüt!“
Es fing aber auch schon verdächtig an, die Steyrer hatten bereits zu Hause gegessen, holten sich ihre Getränke und scharrten im übrigen bereits in den Startlöchern und wir unschuldigen Seelen dachten, sie wären in Eile wegen der dann noch anstehenden Heimreise, dabei wollten sie nur möglichst schnell auf das Podest. Aber, Ehre, wem Ehre gebührt.
Wir anderen saßen erst gemütlich bei Tisch und genossen TGKs vorzügliches Geselchtes samt selbst gemachtem Erdäpfelpüree und grünem Salat. Später kam dann noch Zunge dazu, butterweich. „Machst a Püree vom Hofer?“ fragten einige, bevor sie zum Erdäpfel schälen aufgefordert wurden, „des is nämlich a recht guat.“ „Jetzt kennts mi olle gernham“, schnaubte Thomas, „der Wolfgang (Roth) hat ma letztes Mal a scho' g'sagt, des macht er nur aus dem Sackl, na guat, Sackl aufschneiden kau i a.“
Er wird sich wieder beruhigen und hoffentlich seinen Stil weiterfahren. Vor eine teuflische Wahl hatte uns Greterl Luibrand gestellt: Apfelkuchen oder Topfen/Zwetschkenkuchen. Man löste das Problem damit, nur zwei halbe Stücke zu nehmen, zwei ganze für jeden wären sich nicht ausgegangen. Nebbich!
Aber, Käse, Weintrauben und Feigen boten ja auch noch einen freundlichen Gaumentratzer, nicht zu reden von dem reichlichen Schwedenbomben-Potpourie, das dann offensichtlich an akuter Schwindsucht litt.
Auf zu wesentlichen Dingen. Anita und Gustav, die hochkarätigen Sieger, waren selbst erst sprachlos, was bei Anita nicht viel zu bedeuten hat, da sie ohnehin von ruhiger Veranlagung ist. Dafür, dass sie äusserst witzig sein kann, sieht sie vorerst viel zu vornehm aus. Gustav, doch etwas gesprächiger (wurde, wie mein Partner und ich auch, vom Turnierleiter gelegentlich gedeckt zur Stimmdämpfung ermahnt) gab seiner Freude vollen Ausdruck. „Alle Weil sag'ns daham, wann i was vergiss: Is des sicher, dass Du Bridge spün bist? Da, des is jetzt der Beweis, alles im ganz normalen Rahmen.“ Jedenfalls gibt es eine kluge Studie, die besagt, dass es keine Bridge-Spieler gäbe, die an Alzheimer erkranken würden. Jetzt, da ich das weiß, ist es mir so was von egal, wie oft ich etwas vergesse.
An zweiter Stelle, mit 63,19 %, ein völlig milder, sonniger und geduldiger Gerhard Sobotka mit seiner Partnerin Maria Grubhofer, die regelrecht explodierte vor Killer-Instinkten. So ging es auch vorigen Samstag mit Harry Handlechner und ich fürchte nur, dass sie sich zu sehr verausgabt, bevor sie in Kürze wieder mit mir spielt, nach dem Motto: Still ruht der See. Gerhard fragte Grubi, da sie ihn erst kürzlich versetzt hatte, beim Hereinkommen: „Mit wem spüst denn Du heit?“ Daraufhin Maria: „Mit Dir, merkst da Du des net?“ Gerhard: „Gott sei Dank!“
Den dritten Platz belegten die „Köche“ Helmut und Inge mit 60,42 %. Da sie, zumindest an unserem Tisch keinerlei Problemchen hatten, meinte Ezzat Arige: „Ihr spielt gut miteinander.“ Inge: „I was net, weil's so selten vorkommt.“ Helmut: „Ja, eine Partnerschaft soll man pflegen.“
Auf den vierten Platz kamen Ezzat Arige und ich, mit 56,94 %. Wir spielten, wie eigentlich immer, schön gleichmässig dahin und Ezzat hatte seinen Erfolgszacken wieder einmal beim Pausen-Backgammon. Diesmal kiebitzte die letzte Partie der vorzeitig fertig gewordene Helmut Koch. Auch er ist gegen mich, dabei würfle ich lediglich so schlecht. „Hearst, Du spüst was zaum!“
Dafür sagte seine Inge zu Ezzat, als er wieder einmal neckisch erst ganz zum Schluss die Hochkarten seiner Hand auf den Tisch legte: „Da schau her, i sag nur mehr Helene zu Dir.“ Da Ezzat keinerlei Zusammenhang mit „Birne Helene“ aufweist, dürfte es sich um die einzige, mir im Bridge-Cirkus bekannte Helene, nämlich Berndl, handeln, deren Charme eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Ezzats haben dürfte, könnte Inge vielleicht gemeint haben. Genaueres wollte man mir nicht erklären.
Genau auf 50 % pendelten sich Harald Schachner und Thomas Ketzl ein. Irgendwie dürfte es um eine Aneinanderreihung kleinerer bis mittlerer Katastrophen im Lizit gehandelt haben. Einen einsamen Top erreichten sie allerdings durch den schwachen Zwei-Treff-Start des Blue Club-Systems, wo sie, bei vorhandenem Herzfit, in den Klein-Slam in Treff gelangten.
Unsere lieben Steyrer Freunde, Hildegard Heiss und Alois Mayr, konnten diesmal nicht zur Höchstform auflaufen, standen aber durch Anita und Gustav klubmäßig nicht unbedingt im Zugzwang. „Suachst leicht was?“ fragte ich Alois, als er schon ziemlich alleine noch im Club herum spähte. „Ja, den Gustav.“ „Der is schon weg.“ „Aber's Auto is da, weil der is unser Fahrer.“ Na, ja, in seiner Euphorie wird Gustav doch nicht irrtümlich versucht haben, mit der Siegesnachricht zu Fuß nach Steyr zu laufen, wie sein antiker Vorbote.
Ingrid Feichtlbauer und Rudi Harasek agierten gestern glücklos und Ingrid bejammerte ständig ihre Unform und Rudi schien ebenfalls nicht besonders amused. Einmal konnte ich seine Selbstvorwürfe, weil er ein Ass nicht eingesetzt hatte, nicht mehr ertragen und holte ihn heraus. „Rudi, Du hast zwar das Ass durch den Schnapper verloren, aber der Gegner hätte sonst zwei zusätzliche Stiche gemacht, weil er dann noch Zugang zum Tisch gehabt hätte.“ Rudi: „Ja, schon, aber was man hat, des hat man.“ Dieser Meinung wäre der Gegner andernfalls sicher auch gewesen.
Greterl Luibrand und Wolfgang Roth kamen ebenfalls nicht so richtig in Form. Greterl wirkte schon beim Kommen ziemlich echauffiert, doch Wolfgang, zwar lederberockt, aber durchaus nicht strenger Herr, wirkte beruhigend auf sie ein und schien den Abend über gut gelaunt.
Renate Ostheimer und Fritz Schmid spielten zwei verschiedene Systeme. Vermutlich hat Fritz mit Lisl Eiselsberg ein eigenes System, jedenfalls gibt es kaum eine Parallele zu den gegenwärtig üblichen Konventionen. Ganz sicher hätte es keines Telefonates zur Ablenkung von Renate bedurft, es war wie bei den Königskindern, die nicht zusammen kommen konnten, obwohl ihnen gestern keiner das Licht ausgeblasen hatte.
© IAM, 10.11.2011
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Totschläger!
Haben uns Rambo, Terminator und May Day (Bond-Killerin Grace Jones) heimgesucht? Nein, Harry Handlechner, Rudi Trauner und Michi Wufka, auf geistiger Ebene sozusagen. Auch unlautere Methoden, die drei durch Alkohol zu neutralisieren, blieben wirkungslos, weil mir Michi und Harry da locker gewachsen sind und keinerlei Wirkung zeigten, während Rudi in strenger Askese unbeirrbar nur sein Wässerchen becherte.
Wir hatten aber auch eine tüchtige Unterlage, denn das Erdäpfel-Gulasch von TGK konnte sich sehen (genießen) lassen. Sogar die immer am Fleisch herum zipfelnde Renate Ostheimer verspeiste widerspruchslos die hineingeschnittenen Würstel. „Eine Sünde“, sagte Lisl Eiselsberg, „wenn man da kein Bier dazu trinkt.“ Es haben nur sehr wenige gesündigt.
Die „siasse, bazwache Tort'n“ (Ingrid Feichtlbauer) hatte TGK diesmal relativ klein gehalten und prompt meinte Maria Grubhofer nach einiger Zeit: „Heit haum ma gar nix siass!“ „Doch“, meinte Harry, „A Tort'n gibts.“ Grubi: „Dann hab' i kane mehr dawischt, jetzt is i aber a kan Kas mehr.“ Kein Totschläger zwar, aber vielleicht eine gefährliche Drohung. Käse und Obst blieben aber trotzdem nicht über.
Wie zu erwarten, holten sich dann die ablenkungsresistenten Michi Wufka und Rudi Trauner, mit 65,63 %, den Sieg. Michi: „Jetzt woar i eigentlich länger net da, aber der Harry (spielte mit Maria Grubhofer) hat g'sagt, er fürcht si allanig.“ Grubi: „Ja, manchmal muaß i a weng streng mit eam sei.“ Aber auch Rudi Trauner blieb von Grubi nicht ungeschoren. Als ich mich über ein schlechte Partie beklagte, die wir durch das unsinnige Fallen eines anderen Paares zu schlucken hatten, meinte Rudi: „I bin a amal wo g'fall'n.“
Maria aus dem Hintergrund: „Ja, vielleicht am Hintern.“
Wenig gefallen dürfen Renate Rathmair und Wilhelm Mayr sein, denn sie belegten mit 61,46 % den zweiten Platz. „Wir spün heut' erst zum zweiten Mal mitsammen, da was ma noch net recht Bescheid“, sagte Renate und ihr Partner darauf: „Und ich spiel' ja noch gar nicht lang, da bin ich noch recht unsicher.“ Lassen wir also Freddy Quinn zu Wort kommen: „Herr Mayr, Herr Mayr, wer hätte das gedacht, Herr Mayr, Herr Mayr, das ham se gut gemacht!“
Mit 59,38 % schlossen Maria Grubhofer und Harry Handlecher auf den dritten Platz auf. Wenn Maria mit Harry spielt, ist sie nicht wieder zu erkennen. Sie lizitiert nicht nur ihr Blatt (sonst berüchtigte Staudenhockerin) sondern verteidigt auch überaus gewagt und Harry verzieht keine Miene (wohl aber bei Jack Daniels: „Des is a Krankheit!“). Letztlich ging es auch immer wieder gut. Daher war der gestrige Tenor: „D' Maria hassardiert und der Harry derspüt's.“ Harry: „Na, am Spün war i eigentlich net gar so beteiligt.“ Wäre mir aber während der sechs Partien eigentlich nicht aufgefallen.
Ezzat Arige und ich erreichten mit 58,33 % den vierten Platz, kassierten dabei mindestens vier unverdiente Nullpartien und hatten ein Mißverständnis. Die drei Backgammon-Spiele in unserer Pause dominierte, wie immer, Ezzat nach dem System: Bei uns in Damaskus. „Du spielst es so blöd, dass Du nicht gewinnen kannst.“ Vielleicht zeigt ihm jetzt Rudi Trauner einmal, wie man bei uns in Linz spielt.
Lisl Eiselsberg und Fritz Schmid kämpfen immer noch um ihre alte Form, die sie seit Fritzls Kuraufenthalt noch nicht ganz zurückgewonnen haben. Wird schon wieder werden, und Fritz konzentriert sich, dem Vernehmen nach, in einem Fortbildungs-Kurs bereits auf Problembewältigung, im Gegensatz zu einer von ihm kolportierten lustigen Begebenheit, wo die Zukunft (in Form eines Babys) in der Sch…… liegt.
Ingrid Feichtlbauer und Heidi Haiden, als uneingespieltes Paar, konnten auch von ihrem Legionär (TGK), der sich gelegentlich in das Spiel einbrachte, nicht gerettet werden, sie wurden von den Gegnern zeitweilig einfach überfahren. Da Heidi Frustgefühle dahingehend kompensiert, dass sie sich rücksichtslos unserer Küche annimmt, sei dieser Zustand nicht gänzlich abzulehnen, in Maßen, natürlich. Ingrid kann bei Bridge ohnehin kaum etwas erschüttern, ausser ein eigener schwerer Fehler und einen solchen musste sie sich gestern kaum vorwerfen.
Auf absolut keinen gemeinsamen Nenner kamen leider Renate Ostheimer und Riki Komar. „Jessas“, meinte Renate immer wieder, „des hab i jetzt ganz anders verstanden.“ Dagegen stand Rikis: „Ja, des spün wir immer so, i kenn des net anders.“ Grundsätzlich haben beide Recht, sie spielen nicht nach einer gemeinsamen Schule, aber auch das wird sich noch relativieren lassen.
Vielleicht nicht mehr bis zu unserem Weihnachtsturnier, am 17. Dezember, aber möglicher Weise bis zum Silvester-Bridge, am 31. Dezember, wozu wir alle Bridgefreunde recht, recht herzlich einladen.
Wie wir selbst wissen, sind wir nicht der stärkste Club, aber, der lustigste und gemütlichste auf jeden Fall und für die beiden Termine haben wir auch schon wieder eine Menge guter Ideen auf Lager.
© IAM, 06.11.2011
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Wer ist Mirella?
"Steht eh scho alles vor der Mirella", sagte TGK auf die vielfache Frage: "Is's Essen schon fertig?" Mirella entpuppte sich als etwa sechzig Zentimeter hohes, hinter den Warmhalte-Platten stehendes, strubbeliges Holz-Hexchen, welches uns Kürbisfest sowie Halloween optisch dokumentierte. Unsere eigenen Damen, unisono blendend aussehend, kamen, trotz steter, eifriger Hilfswilligkeit für diese Rolle nicht in Frage, Riki Komar hatte dazu allerdings eine gewisse (Fremd) Assoziation, die, obwohl irgendwie nachvollziehbar, keinesfalls preisgegeben wird.
Gegessen haben wir eine großartige Kürbis-Creme-Suppe (Kürbis von Inge Koch, made by TGK), von der auch bereits einige Portionen zum Mit-nach-Hause-nehmen bestellt waren, zartes Rindfleisch mit Butterkartoffeln und grünem Salat und Ketzlschen Schokolade-Kuchen und Marillenroulade.
Die Käseplatte haben wir zur Feier des Tages noch aufgestockt auch die Obstsorten verstärkt. Die zusätzliche Kürbis-Kerzen-Beleuchtung erwies sich dann zweimal als Stimmungsmacher. Zuerst einmal als schaurig schummrig und das zweite Mal als schaurig hell, denn das Tongefäß hatte sich offenbar in einem Anfall von Größenwahn als Ziegelofen gesehen und begann innen auszubrennen. Unsere Lösch-Action erwies sich als kurz, fachmännisch und effizient. Wie man sieht, ist das Programm bei uns unterhaltsam breit gestreut.
Und, die Letzten werden die Ersten sein, heißt es schon höheren Ortes. Paola Schatzlmayr, die von allerlei Widerwärtigkeiten gehindert, verspätet und schon ziemlich aufgelöst im Club eintraf, gewann mit Inge Koch absolut unangefochten das Turnier mit 65,56 %. Aber auch Inge hat offensichtlich das Spiel unter Aufregungen absolviert, am vergangenen Mittwoch durch die sehr umfangreiche Organisation des Kremsmünsterer Turniers und gestern durch die vorerst unerreichbare Paola.
Mit 60,56 % landete, mit deutlichen Abstand, dann Helmut Koch hinter seiner Gattin auf dem zweiten Platz, obwohl er und Thomas Ketzl bereits eingespielt sein dürften. Einige unverdiente Nuller hätten sie auch kassiert, meinte Helmut, war aber sofort bereit zu hämen, wenn sich seine Gegner ihrerseits über derartige Missgeschicke beschwerten. War ohnehin das letzte Hochgefühl für ihn, bevor ihn seine Inge in die spielerischen Schranken verwies.
Den dritten Platz, mit 56,11 %, belegten Erika Kasbauer und Riki Komar. Kein Mensch hätte dies für möglich gehalten, der den nachmittäglichen Diskurs verfolgt hätte, nicht laut, aber permanent. Kein Lizit, konnte man meinen, hätte gepasst. Vermutlich war es nur eine Zusatzunterhaltung für die beiden. Riki: "I muß meine Pik sag'n". Erika: "Sollst net sag'n, pass' meine Herz."
Nachdem sich dann meine Partnerin trotzdem noch in Pik verstiegen hatte: Riki: "Hätt' i doch nix sag'n soll'n." "Na, na, einmal muast schon red'n, aber des zweite Mal passt d', dass i mi auskenn'."
Wie heißt es doch so treffend: "Kennst di aus, Reisinger?"
Sehr erfreulich war das Ergebnis von Heidi Haiden und Lisi Lampl, die mit 50,56 % den vierten Platz erspielten. Die beiden führten aber auch ein flottes Zünglein. Als Renate und ich zu Anfang überhört hatten, an welchem Tisch wir Platz zu nehmen hätten, fragten wir, wer die Paarnummer sechs vermisse. "Heidi, braucht's ihr Sechs?" Heidi: "Na, wir vermissen nix!", verschwindet und lässt mich steh'n. Die anderen spielten schon zum Großteil. Ich hinterdrein: "Heidi, i hab' net g'fragt ob Dir der Sex fehlt, sondern ob ihr gegen des Paar Sechs spüt's." Heidi: "Beim ersten was i's net recht, beim zweiten: Ja." Lisi hatte sich währenddessen Roulade geholt und bediente die Espresso Maschine. Auf ihrer Mehlspeise befand sich ein dicker Tupfen Schlagobers. "Lisi", sagte ich, "des is Creme Fraiche mit Kräuter-Dip, des is sauer." "Was i eh", meinte Lisi, aber es schaut so sämiger aus." Ich weiß, ihrem Gesicht nach zu schließen nicht, ob sie auch in Zukunft die Optik dem Geschmack vorziehen wird.
Maria Grubhofer und Adelheid Stöger waren zwar nicht übertrieben erfolgreich, würzten aber dafür den Nachmittag mit launigen Sprüchen.
Heidi, nachdem sie gegen "Vier Herz" Treff vier ausgespielt hatte: "Und wieder der Top of nothing." Bei einem Null-Blatt war der Rest allerdings auch nicht gerade berühmt und hätte wohl eher ein Doping vertragen. "Grubi" verkündete ein um's andere Mal: "Mir spün heut auf Lustig." Nach dem ungefähr fünften Mal lud ich sie blitzartig auf ein Bierchen ein, damit dieser angenehme Zustand bis zu unserem Kommen anhalten würde.
Hat uns aber nicht's genützt. Renate Ostheimer tat mir direkt leid. So sehr sie sich auch bemühte und sogar zusätzliche Stiche herausholte, das Bridge-Mate ging auf und wir hatten null Prozent oder zumindest eine schlechte Partie. Irgend jemand spielte unglaubliche Kontrakte, fiel, und ließ den Paaren auf den auch von uns gespielten Partien einen Top nach dem anderen zukommen. Hier ist jeder Kommentar überflüssig.
Ingrid Feichtlbauer und Günter Reder waren nur 4 % hinter uns und hatten ihre Schwierigkeiten im Lizit, denn sie kamen meist viel zu hoch. Aber, sie waren guter Laune und sogar Günter, der zwar schon vorher gegessen hatte, ließ sich zu TGKs toller Kürbissuppe verführen und Ingrid war ohnehin davon begeistert.
Lisl Eiselsberg und Fritz Schmid, sind eben dabei, sich nach der kurbedingten Abwesenheit von Fritz, wieder zu etablieren, aber, das Hauptthema stellt nach wie vor der Aussreisser Fritzls nach Kärnten dar. Wer weiß, was wir da alles noch nicht wissen.
Stünde sonst alles, auf Ehr' und Gewissen, in den Überstichen.
© IAM, 30.10.2011
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„Is‘ ka Sekt mehr da?“
fragte Erika Kasbauer beim zweiten Board- und Platzwechsel ziemlich vorwurfsvoll unseren Sommelier Thomas Ketzl. „Aber gnua, schau in die zwa anderen Kühlschränk‘.“ Wir hatten zwar alle schon unser Quäntchen intus, aber wenn zwei flotte Mädels wie Erika Kasbauer und Riki Komar Geburtstag feiern, räkeln wir uns sozusagen in Kaskaden dieser seidenweichen Perlen. Erika zelebrierte zufrieden das Nachfüllen ihres Glases, aber Riki (Dita-von-Teese-verdächtig) würde am liebsten in der Sektflöte baden und sorgte auch ständig dafür, dass unsere Gläser nie unter einen leeren Rand von mehr als zwei Zentimetern kamen.
Natürlich hatten wir vorher, oder manche zwischendurch, auch festere Nahrung zu uns genommen. Auf Wunsch der Geburtstagskinder, und somit für ihre gute Laune, versorgte uns TGK mit Wiener Schnitzerln, Petersilkartofferln, grünem Salat und Preiselbeer-Kompott. Seine Marillen-Roullade war wie immer ein Gedicht und die Zwetschken-Gustohäppchen ebenfalls. Käse und Toast servieren wir jetzt immer mit Weintrauben und Früchten des Herbstes. Dank der „flüssigen“ Beigabe von Erika und Riki war zum Schluss das Buffet leer. Es musste alles aufgegessen werden, da wir Mittwoch in Kremsmünster spielen. Rikis leckere Knusperli halten sich auch für später noch.
Gertrud Prokopowski, unterwegs zum „Neustart“ in der Blue Club, räumte mit TGK schließlich 68,75 %, und damit natürlich den Sieg, ab. Sie fanden zwar nicht immer den direkten Weg durch's System, sodass die Manche oder der Slam gelegentlich auf der Strecke blieben, aber wie es sich gezeigt hat, führte Gertruds dorniger Spurt durch Antwort-Canapee, Anti-Flannery und schwächerem Zwei-Treff-Start auch in dieser Phase zum Ziel. Ein wenig „Power-Wasser“ auf beiden Seiten hat sicherlich auch zur Harmonie des Nachmittags beigetragen.
Heidi Haiden und Lisi Lampl erreichten mit 51,79 %, ex aequo mit Riki Komar und Erika Kasbauer, den zweiten Platz und unterhielten sich prächtig in der gesunden Kammer der rosigen Lungen. Lisi, ab dem Eintreffen schon superguat d'rauf, suchte sich, wie ich, sofort die dunkler panierten Schnitzel aus. „I brauch was fest's, mit aner Farb, des G'moadlert is mir's net.“ Da ist sie bei Heidi genau richtig, bei der zieht auch kein „Gmoadlert“, nicht einmal von unserem „Schmähdandler“ Ezzat.
Unsere flotten Bienen Riki und Erika begannen die Sektbegleitung bereits, als es noch gar nichts zu begleiten gab, da die Schnitzerl noch nicht fertig waren und hielten ihre Linie tapfer bis zum Schluss. So ganz nebenbei holten sie sich den zweiten Platz, mehr oder weniger aus dem Handgelenk, sozusagen. Riki: „Es muss was getan werden.“ Lisi: „Festhalten.“
Der Überlebende einer beinahe vierwöchigen Kur, Fritz Schmid, beruhigte seine Entzugserscheinungen in Sachen Bridge durch rasantes Spiel mit Lisl Eiselsberg und konnte den bewunderten vierten Platz, mit 50,89 %, erreichen. Liesl, froh ihren Fix-Partner wieder zu haben, hatte aber in seiner Abwesenheit auch einige gute Ergebnisse eingefahren und so befand sich Fritz bereits im direkten im Vergleich mit seinen Konkurrenzpartnern. Ausserdem stand er unter ständigem Beschuss durch die Fragen, wie es denn wohl um seinen Kurschatten bestellt gewesen sei. (Enttäuschend, er hatte einige Male mit einer Dame Tischtennis gespielt, die sich in Begleitung ihres Gatten befand.)
Maria Grubhofer und ich zeigten zwar guten Willen, standen aber unter keinem guten Stern, eher unter der Devise: Wie man's macht, ist's falsch. Zum Troste dafür saßen wir aber weder vor leeren Sektgläsern, noch warmem Sekt, wobei zu betonen wäre, dass dies keinerlei Ursächlichkeit zu den gewissen Unregelmässigkeiten unserer Spieldurchführung darstellte. Maria: „Bin i froh, wann i heit an Fuaß in's Bett bring.“
Ingrid Feichtlbauer und Renate Ostheimer wurden überwiegend die Opfer der ungezügelten Blue Club-Wucht von TGK und Gertrud. Waren die äusserst ungewöhnlich verteilten Blätter schon im Normalfall nicht leicht zu lizitieren, so brachte ein Anfänger durch die künstlichen Lizite der Gegner kaum mehr einen Fuss auf den Boden. Bei sieben Boards pro Runde ist das nur noch zum Weinen. Wir bevorzugen da aber schon Tropfen aus dem Gläschen, statt Tränen aus den Äuglein.
„‘s ist mal bei uns so Sitte, chacun a son gout!“
© IAM, 23.10.2011
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„A Bridgespielerin, die zweite wird, kenn' i“
stellte Greterl Luibrand fest, als sie von einem Bekannten gefragt wurde, ob ihr die Wirtin des Cafe Anna bekannt sei, denn diese sei am vorigen Samstag im Turnier zweite geworden. Nur das passende Gesicht dazu hatte Greterl, die Ingrid Feichtlbauers Cafe nicht kannte, momentan nicht vor Augen. Gestern entwirrte sich der Knoten, als Ingrid, die ihrerseits wusste, dass Grete die Bekannte ihres Gastes sei, sie daraufhin ansprach und es begann eine hübsche Szene. Grete beglückwünschte Ingrid zum Erfolg, Ingrid lobte Gretes hübsches Aussehen, unterstützt von Renate Ostheimer, Greterl lobte wiederum Ingrids Fortschritte und ich, als Zaungast, war beeindruckt vom Austausch der zartfühligen Artigkeiten, da ich noch die kürzlich erlebte, grobe Entgleisung eines dafür bekannten Spitzenspielers im Gedächtnis hatte.
Derart erfreulich begann also der gestrige Abend und das übrige taten die herzhaften Grammel-. Fleisch- und Speckknödel TGKs, die zusammen mit warmen Sauerkraut eine gute Unterlage für den traumhaften Obstkuchen Greterl Luibrands darstellten. Aber, da wir auch den Geburtstag Wolfgang Roths zu feiern hatten, kam zum spritzigen Sekt die wunderschöne (Greterl: „Na, sie hot an Sprung“) Geburtstagstorte, die Greterl gebacken hatte. Von einem Sprung habe ich nichts gesehen und ausserdem steht dieser nur den Ketzlschen Backwaren zu, es ist sozusagen ihr Markenzeichen. Käse, Weintrauben und Obstteller sind ohnehin obligatorisch.
Turbulent begann unsere erste Runde. Dass wir am Tisch mit geteilter Boardgruppe spielten, übersah Wolfgang Roth und tippte das dritte Board in das erste ein. Leider war das erste schon gespielt, also kannten wir das Ergebnis und konnten jetzt Nummer eins nicht mehr spielen. Soweit, so schlecht. Gegen Ende des zweiten Spieles entdeckte Wolfgang beim Handspiel, er hätte eine Karte zu wenig. Dies ergab sich daraus, dass ich eine Karte zu viel hatte. Ich hatte schlecht gezählt, er gar nicht. So weit also, noch schlechter. „He“, sagte inzwischen Grete zu mir, „du trinkst ständig meinen Sekt.“ So war es auch, aber vielleicht hätte ich ihn gänzlich austrinken sollen, den gleich darauf kam von Greterl ein etwas abweichendes Lizit. Lediglich TGK saß wie ein Fels in der Brandung, bis ich im Gegenspiel zu Drei Ohne, durch Greterls unorthodoxes Handspiel verwirrt, eine falsche Karte wegwarf. Thomas: „Bist narrisch, i hab' zwar nix, aber i spül auf neun Stich.“ Gleicht sich doch wieder aus. Ich hatte was, und spielte daher (leider) auf zwölf "Stich" (für den Gegner!).
Trotz dieser Vorbelastung waren dann, mit 60,92 %, die Turniersieger Mistlberger/Ketzl.
Durch vermutlich nur einen Stich weniger, kamen Anita Mayr und Heinz Priller, mit 60,19 %, auf den zweiten Platz. So sehr wir uns über die Anwesenheit der Steyrer Freunde freuen, ständig müssen wir heftigste Gegenwehr aufbringen. Dabei sind gerade Anita und Heinz ausgesprochen nette Zeitgenossen. Heinz ist die Hilfsbereitschaft persönlich und Anita, ausser im Gegenspiel, von angenehmstem Wesen, greift stets nach dem Spiel als erste zum Börsl. „Zahlen macht Frieden“, meinte sie gestern und war verwundert, dass der Küchenchef noch nicht einmal in Sichtweite war.
Ex aequo, mit 50,93 %, teilten sich den dritten Platz Heidi Stöger/ Rudi Harasek und Maria Grubhofer/Renate Ostheimer. Heidi, gestern von Kopf bis Fuß in Gold, und Rudi laufen anscheinend zur Höchstform auf, seit Rudi erklärt hat, dass er bridgemäßig ganz „haß“ ist. Allerdings schaut er seit der Zeit, während des Spiels, immer finsterer drein.
„Grubi“ und Renate hatten gestern, für meine Begriffe, die Rollen getauscht. Maria war äusserst forsch im Lizit und Renate eher verhalten. „Mi kannst einlad'n wiast wüllst“, war der Tenor Renates, bevor sie die Passkarte zog. Nach dieser Runde wollte ich eben zu Renate sagen, wie verwundert ich über die heutige Lizitierfreudigkeit Marias wäre, da kam sie mir zuvor: „Wast, i spü so gern mit der Grubi, wei's net hock'n bleibt.“ „Bei mir passt's sogar oft mit neun Punkten“, sagte ich ganz baff. Renate kurz überlegend: „Wahrscheinlich fürcht's di.“
Wirklich grossartig haben sich Ingrid Feichtlbauer und Lisi Lampl. mit 50,74 % geschlagen, besonders wenn man bedenkt, dass sie keine Multikaro und Zweierstarts (beides gestern sehr oft wichtig) gespielt haben, da Ingrid auf diesem Gebiet noch sehr unsicher ist. Ausserdem waren sie eine Erstpaarung, denn Lisi hatte mir ihren Partner Thomas abgetreten, weil mich meine Partnerin versetzt hatte. Da musste sie uns doch zeigen, dass eine Lisi auf niemanden angewiesen ist, um gut zu spielen. Es ist wirklich eine Freude, wie viel versprechend sich unsere Küken entwickeln.
Heidi Haiden und Harald Schachner, in Klausur, verfehlten knapp die 50-%-Marke, wofür Heidi Tom und mich verantwortlich machte. „Z'erst sagst, ihr habt's schlecht gspüt, und dann habts uns de Nuller ang'hängt.“ Harald: „I hab's eh kumma g'segn.“ „Kinder“, sagte ich, „es tut mir leid.“ Heidi: „Nix tuat da leid, nachher sagst wieder, des gibts ja gar net.“ Es ist ein wahres Glück, dass Heidi weiß, dass sie immer damit rechnen muss, im Internet zu figurieren, daher drückt sie sich auch bei heftigsten Gefühlswallungen vornehm und zurückhaltend aus.
Das zweite, erfreulicherweise eingelaufene Steyrer Paar, Rudi Brandner und Gustav Stieglitz („Na klar san ma da, damit ma mehr san“) blieben hinter ihrer üblichen Form zurück, ob aus eigener Kraft oder mit Hilfe anderer (es könnten ihnen einige der vorgekommenen kuriosen Höhenflug-Partien auf den Kopf gefallen sein) war nicht mehr so richtig zu klären. Ihren Humor konnte es aber nicht dämpfen. Rudi ist ohnehin sozusagen nur zwischen Kur und Urlaub auf der Durchreise und Gustav, Bevollmächtigter in Enkerl- und Hundeangelegenheiten, weiß, worauf es bei einem Härtetest wirklich ankommt.
Greterl Luibrand, in der letzten Runde auf Sparkurs, setzte statt dem Ass die Dame ein und vergab dadurch den entscheidenden Stich. „Hätt'st 's Ass gnumma, war'n ma net Letzter wor'n“, sagte Wolfgang. Aber, da die beiden schon drei Tage Wolfgangs Geburtstag gefeiert hatten, herrschte sicher bereits der Ausnahmezustand.
Auf diesen schlittern wir aber allesamt schon gefährlich zu, denn am Samstag feiern wir bereits wiederum zwei Geburtstags-Kinder, die ebenfalls gewillt sind, uns in Sekt zu ersäufen. Da dieser alkoholische Einsatz jetzt doch schon einige Wochen andauert, gibt es medizinisch nur eine einzige Diagnose: Wir sind innerlich völlig keimfrei.
© IAM, 21.10.2011
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In's offene Messer rennen oder lieber im Regen stehen?
Natürlich sind diese Ungelegenheiten bei uns keine Club-Interna, denn mit den Küchenmessern halten wir uns streng an die einschlägigen gesetzlichen Regelungen, nur essbares zu tranchieren, und ein solides Dach über dem Spiellokal ist ebenfalls vorhanden.
Uli Miller zieht trotzdem, ohne zu überlegen, die zweite Variante vor, sagt sie. Die Gefahr bestand aber ohnedies lediglich in allegorischer Hinsicht. „Du lasst mi in's offene Messer rennen“, meinte vorwurfsvoll die geschockte Uli, als ich ihre Antwort von „Fünf Karo“ auf meine vermeintliche Assenfrage weg passte, woraufhin sie jedoch einen Top erspielte. Da wir nach dem Turnier noch einmal auf diese Partie zu sprechen kamen, mir aber die Wahnvorstellung Ulis nicht mehr so ganz geläufig war, sagte ich lachend: „Dei G'sicht hättest seh'n müssen, wie Du g'sagt hast, i lass Di im Regen stehen.“ „Na, na“, berichtigte sie mich, „In's offene Messer renna, hab' i g'sagt, dageg'n bleibert i lieber ewig im Regen steh'.“ Erst an dieser feinen Nuancierung erkannte ich, was ich ihr angetan hatte. Das Ergebnis dürfte ihr aber hoffentlich ein heilendes Pflaster gewesen sein.
Allerdings traf der Schock Uli nicht auf leeren Magen, dafür hatte TGK schon gesorgt. Auf drängenden Wunsch Renate Ostheimers (unterstützt von Heidi Stöger) hatte er sich breitschlagen lassen und wiederum die heiss ersehnten Eiernockerl erzeugt und grünen Salat beigegeben. Für diejenigen, die auf fleischliche Genüsse nicht verzichten können, gab es ausserdem schmackhaftes Saucefleisch. Hinterher lagen zweierlei Kuchenstücke mit Schlagobers zur Auswahl, wobei Toms Schokolade-Kuchen laufend lobend hervorgehoben wurde. Nur am Rande eine Beobachtung von mir: Thomas hatte diesen Kuchen schon öfters ganz frisch serviert und wurde dafür gelobt. Diesmal hatte er vorgebacken und der Kuchen befand sich zwei Tage im Kühlschrank. Das Ergebnis war unglaublich, offensichtlich müssen Schokoladenkuchen auch erst reifen.
Da uns zu dieser Zeit die Früchte der Ernte in's Haus stehen, ließen wir gestern zur Käseplatte nicht nur Weintrauben, sondern auch Himbeeren, roh und in Zucker-Schwitze, Birnenkompott, Datteln und Feigen auffahren. Der Herbstblumenstrauss war zwar ungenießbar, aber auch das Auge sollte ein wenig erfreut werden.
Gott sei Dank führte aber der Erfolg letzten Endes Uli endgültig aus der Nervenkrise. Der erste Platz, mit 65,18 %, beweist dass sie trotz allem Herr der Lage war und so weit es ging, habe ich sie dabei unterstützt.
Einen tollen Erfolg fuhr wiederum Ingrid Feichtlbauer ein, die in strenger Ausbildung von und mit Renate Ostheimer steht, und mit ihr den zweiten Platz, mit 52,68 %, ex aequo mit Lisl Eiselsberg und "Don Alfredo" Fenzl, heimführte. Auch beim Samstagturnier hatte Ingrid schon mit Rudi Harasek ein, wie er es auszudrücken beliebte, „haßes“ Ergebnis gehabt. TGK (so wie auch ich) hatte sie schon von Anfang an als begabt und lernwillig gehalten. Ein dickes Lob auch für Renate, die sich mit unermüdlicher Zähigkeit in das Training der Nachwuchsspieler wirft. Schon dafür versucht TGK ihr kulinarisches Wohlbefinden zu steigern und ihr mit Eiernockerln, Schnitzel und vegetarischen Genüssen entgegen zu kommen.
Von Fredi hörte ich nur einige Male: „Sie konnten zusammen nicht kommen“, unter anderem auch an unserem Tisch. So oft scheint es aber nicht geschehen zu sein, denn das Ergebnis spricht eindeutig dagegen. Von meiner Warte her glaube ich eher, dass hier zwei rasante Lizitierer zusammen spielten, die gelegentlich etwas zu hoch kamen.
Heidi Stöger und Rudi Harasek versäumten um ein Eitzerl eine „haße“ Partie, hoben sich aber deutlich von den nächsten ab, obwohl Heidi eigentlich immer „haß“ ist. Als sie in den Club kam, trug sie wiederum nur ein ärmelloses T-Shirt. Noch bevor ich einen entsprechenden Gedanken fassen konnte, kam schon: „I hab' a Jack'n im Auto.“ Vermutlich in der selben Kiste, in der sie wochenlang schon ihr Fuß-Schemerl nicht gefunden hatte. Aber, so lange sie sich warm anfühlt, dürfte es keinen gröberen Anlass zur Sorge geben.
Heidi Müller, in Begleitung ihrer bezaubernden Lisa, dem Zwergschnauzerchen, und Wilhelm Mayr, ein vollendeter Kavalier, wurden einige Male im Lizit stark durch den Gegner behindert oder übergangen, und Heidis: „Da kannst absolut nix machen“, traf den Status quo punktgenau. Absolut nix zu machen war auch in Sachen Karotten, die Heidi Lisa als Leckerli verabreichen wollte, da wandte sich der Hund mit Grausen. Es ist zwar fast undenkbar, aber sollte da irgend jemand Lisa schon vorher ein wenig Genuss jenseits der Karotten verschafft haben?
Voller Humor, aber mit wenig Glück, agierten Riki Komar und Wilhelmine Wiesinger, auf die wir in der letzten Runde trafen. „Wir unterbrechen unsere Nullerserie nur ungern“, sagte Riki, während Wilma meinte: „Ihr glaubt's es net, geg'n wen mir heit scho verlor'n hab'n.“ Nun, die letzte Runde sprach denn auch nicht zu ihren Gunsten, sie hatten allerdings kaum Material zur Intervention. „War halt heute nix, Mittwoch bin ich verhindert, aber Samstag müss'n a paar Sektflasch'n bereit steh'n“, orderte Riki.
Den gleichen Wunsch hat Erika Kasbauer, die Samstag Geburtstag feiert und was auch Riki dann zu „taufen“ wünscht, wir werden es mannhaft durchstehen. Wenn wir auch nicht der spielstärkste Club Österreichs sind, der lustigste und freundlichste, vermutlich sogar über die Bundesebene hinaus, sind wir unangefochten.
© IAM, 16.10.2011
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Das G'frett mit dem Internet
Schon so mancher Spieler unterbrach schnell seine Rede, wenn er meiner ansichtig wurde und beendete den Satz mit: „Sonst steh i morg'n wieder im Internet.“ So gestern auch Gerhard Sobotka, dessen flehentliche Lizite von seiner Partnerin, Maria Grubhofer, einige Male gnadenlos ignoriert wurden. „Ah, er redt mit mir“, meinte Maria dann doch, als Gerhard eine Treff auf den Tisch legte.
Gerhard: „Wahrscheinlich nutzt's eh wieder nix“ und gleich darauf, den Kopf einziehend: „Jessas, des is aber net für's Internet.“
Ob Maria zuvor die Bemerkung Gerhards gehört hatte, weiß man nicht, jedenfalls aber den Satz mit dem Internet. „Ja, ja“, sagte sie, „des is immer a G'frett.“ Aber, wie die häufigen Abrufe unserer „G'schichten aus dem Wienerwald“ („Don Alfredo“, wenn er von den Überstichen spricht) zeigen, finden die Leser dieses G'frett recht nett, und darum heisst es, weiter hart am Wind bleiben.
Gerhard muss sich ohnehin wieder an den Spielbertrieb gewöhnen, da er in der Golfsaison bedenklich durch schattenlose Abwesenheit geglänzt hatte. Gestern traf er als erster im Club ein, ein fröhliches „Hunger“ auf den Lippen und mit einem Blumenstrauss für Maria am Arm, deren Geburtstag er versäumt hatte. Und er konnte gelabt werden. TGK hatte ein äusserst schmackhaftes Moussaka aus Kartoffeln, Rindfleisch und Champignons zubereitet, nebst grünem Salat und Greterl brachte einen hervorragend schmeckenden Zwetschken-Kuchen (Lisi Lampl: „Den muast kosten, phantastisch“). Apfelkompott und eine reichliche Käseplatte mit Weintrauben vervollständigten das Angebot. Wir hatten allerdings nicht mit elf Paaren gerechnet, konnten aber doch punktgenau alle Hung'rigen verköstigen. Beim Zwetschkenkuchen hatte ich leider das Nachsehen. Aber nicht beim Sekt, den unser Geburtstagskind, Liselotte Eiselsberg, gespendet hatte. Wir ließen sie Hochleben und stellten einstimmig fest, sie könnte für viele Jahre jünger durchgehen, als sie uns angegeben hatte.
Dann ging alles ziemlich schnell, wir begannen überpünktlich und waren mit 28 gespielten Boards in Rekordzeit fertig.
Gewonnen haben das Turnier Thomas Ketzl und Harald Schachner, mit 57,94 %. Ezzat: „Spielt ihr Blue Club?“ Harald: „Pausenlos!“ Richtige Männer zeigen eben Durchhaltevermögen.
Den zweiten Platz belegten Renate Ostheimer und Fredi Fenzl. "Fredi, so spü i des net" war Renates Standardaussage, und da man gewisse Dinge nicht gleichzeitig tun kann, hatte ihr Handy einmal so richtig Zeit um zu regenerieren. Fredi: „I hab' eh des G'füh, i spü heit zum ersten Mal, a ohne Telefonstörungen.“ Aber, 57,48 % sind für diesen Zustand eine bemerkenswerte Leistung.
Ezzat Arige und ich landeten mit 53,21 % auf Platz drei, mussten aber einige abstruse Partien schlucken. Ezzat, ungebrochen fröhlich, wiegte in alter Manier die Damen in Sicherheit durch unschuldige Fragen nach System und Gesundheit. Die Lizite der Herren hinterfragte er ebenfalls mit fleissigem Eifer („Das darf ich doch? Ich will ja etwas lernen.“) „Ezzat“, sagte ich nach einiger Zeit zu ihm, „weisst Du was ein Schmähdandler ist?“ Und er wusste es. Vermutlich gibt es deren viele bei uns in Damaskus, und „1000 und eine Nacht“ kommt auch nicht von ungefähr aus dieser Ecke.
Sehr stolz sind wir auf Lisi Lampl und Heidi Stöger, die mit 52,21 % den vierten Platz eroberten. Heidi: „Qualität setzt sich eben durch“ und Lisi pflichtete ihr im Brustton der Überzeugung bei. Inzwischen ist ja Lisi bereits flügge geworden und spielt im Salzkammergut nicht nur privat sondern auch die offiziellen Club-Turniere. „Da Georg Engl hat g'sagt: Natürlich kannst a am Donnerstag mitspün, des is des gleiche wie am Montag, nur andere Leit.“ Vermutlich sind die im grossen und ganzen ein bisschen stärker, aber Lisi liebt die Herausforderung und schon war sie „inline“. In puncto exotischem Auslandsbridge gehören beide zum Club der sitzen gelassenen „Weiberroas“, die von Riki Komar und mir vervollständigt wird.
Eberhard Neudeck und Heinz Priller lagen mit 51,04 % knapp dahinter auf dem fünften Platz, aber Heinz lag zusätzlich, wie immer, ganz vorne auf dem ersten Platz wenn es um die organisatorische Mithilfe in Lokal und Küche geht. Bei ihm schlägt immer noch der perfekte selbständige Gastronom durch und wir sind ihm sehr dankbar für seine Hilfe. Nicht aber sei das Spiel der beiden in den Schatten gestellt, Heinz ist ohnehin immer für einen vorderen Platz gut und Eberhard Neudeck, den wir erstmalig begrüßen durften, hat sich als äusserst gefährlicher Gegenspieler entpuppt („Jetzt mach'n ma's amal gleich fertig“ und zog den Faller ab). Es war für uns kein Stich herauszuschinden.
Eine ebenfalls bemerkenswerte Leistung waren die 51,04 % von Heidi Haiden und Elfi Stolz. Elfi, von der wir eigentlich schon dachten, sie sei ausgewandert, erschien frisch poliert und gewandet, meinte, sie wäre so wahnsinnig viel beschäftigt gewesen und habe eigentlich keine Ahnung mehr von Bridge. Na, und dann dieses Resultat. Allerdings legt Heidi auf Zucht und Ordnung grössten Wert und beaufsichtigt ihre Partner(innen) ernst, aber in Liebe. Selbst Ezzat wurden bei ihr Grenzen gesetzt. Ezzats: „Weil ihr so schlecht spielts“ beantwortete sie mit: „Reden tuan immer die Ahnungslosen!“ Man sieht, die beiden Damen verbrachten einen äussert fröhlichen, erfolgreichen Abend.
Wie bereits von Rudi vor dem Spiel angekündigt, schlugen sich Ingrid Feichtlbauer und Rudi Harasek ausserordentlich gut, erspielten 50,11 % und damit den siebten Platz. Rudi vorher: „Mit der Ingrid, da schlag i heit zua. Da wia i zum Tiger.“ Ingrid: „Na, ja, a paar ganz guate Ergebisse hab'n ma ja früher schon g'habt.“ Rudi: „I sag' das ja, heit bin i has.“ Nicht nur versprochen — auch gehalten.
Knapp dahinter unsere lieben Steyrer Freunde, die schöne Josefine Jacoubi (Grubi: „Goi, de is fesch“) und Gustav Stieglitz, der sich nach seinem Luxusaufenthalt in Frankreich nur widerwillig an's heimische Wetter gewöhnen kann, und auf dem neunten Platz Greterl Luibrand, die mir diesmal nicht einmal ein Stückerl ihres vorzüglichen Kuchens gesichert hatte und Wolfgang Roth, der bösartig einen Klein Slam gegen uns angesagt hatte. So was von falschen Freunden!
Marena Schattenberg und Lisl Eiselsberg hatten die Geburtstags-Honeurs wahrzunehmen und „Prost“ zu trinken, wodurch dann die Percentage offensichtlich ein wenig in's Wanken kam, womit aber nicht gesagt sein soll, dass dieses Wanken durch ihr Schwanken hervorgerufen worden wäre.
Für Maria Grubhofer und Gerhard Sobotka war schon die Partnerschaft sehr wackelig, denn Maria hatte die Ausmachung mit Gerhard vergessen und sich mit Renate Ostheimer vereinbart. Ohne einen Augenblick des Zögerns trat dann Maria Renate an „Don Alfredo“ ab und wandte ihre Gunst dem ihr Blumen überreichenden Gerhard zu. Leider nur ihre Gunst, aber zu seinem Leidwesen, überwiegend nicht ihre Aufmerksamkeit. Es war halt einfach „a G'frett“, schon vor dem Internet.
© IAM, 14.10.2011
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Erntesegen
Es ist Zeit, seine Schäfchen, sprich Obst, Gemüse und sämtliche Früchte aus Feld und Garten, in Sicherheit zu bringen. Inge und Helmut Koch sind aber am Sprung zu einem Trip in die Türkei und mussten also ihre Ernte schon vorher einbringen. Kamen wir sonst laufend durch die Köche in den Genuss der saisonalen Früchte und Kräuter, so kam die gestrige Lieferung geballt und verlangte daher auch unseren geballten Dank, Erntedank natürlich. Besonders in's Auge stechend präsentierten sich diesmal auch je eine zünftige Kiste Äpfel und Birnen von Renate Rathmair, die zwar zu Mus und Kompott verarbeitet werden, aber der dennoch verbleibende Rest wird in nächster Zeit in unsere Mittwoch- bzw. Samstags-Verköstigung einfließen. Obwohl zwar erst ein Apfel pro Tag den Arzt arbeitslos machen soll, fangen wir eben vor der Hand einmal klein an.
Gleich dick fingen wir allerdings gestern sofort an, mit Tellerfleisch nämlich. Die Basis bestand aus Rindsuppe, aber der Inhalt war so reichhaltig (Fleisch, Nudeln, Gemüse etc.), dass Renate Ostheimer beim Herausschöpfen meinte: „Mein Gott, ist de dick.“ Bei Tisch hörte ich dann aber noch einige Male: „Mein Gott, is de guat.“ Eine Alternative gab es natürlich auch, Butternudeln mit Parmesan und grünem Salat. Die meisten nahmen sowohl als auch. TGKs Marillen-Roullade löste sich blitzschnell auf und ein guter Teil seines Schokolade-Kuchens ebenfalls. Erika Kasbauer: „In Thomas sei Roulladen is ja so guat, einfach des Größte.“ Offenbar kommt diesem Backwerk durch den, immer erst im Ruhezustand entstehenden, Seitenriss eine erhöhte Menge „Sauerstoff“ zu und hält ihn flaumig, jedenfalls kann das Gegenteil nicht bewiesen werden. Käse und Weintrauben wurden ebenfalls nicht verschmäht.
In beunruhigender Harmonie gewannen anschließend Erika Kasbauer und Thomas Ketzl das Turnier mit 66,67 %. Da die beiden in der letzten Runde Pause hatten, kiebitzte Erika an unserem Tisch. „Na, i sag' eh nix“, versicherte sie, tanzte aber, um in die Karten zu sehen, wie Nurijew hinter Riki Komar herum. „Des hab'ns geg'n uns net gemacht, da hab'n ma a schlechte Partie“, sagte sie zweimal bedauernd. Offenbar wären Tom und sie locker auf den Siebziger unterwegs gewesen.
Lange haben sie sich Zeit gelassen, bis sie sich wieder gezeigt haben, aber dann sofort auffallend präsent, Traude Donabauer und Paola Schatzlmayr. 64,81 % sicherten ihnen den zweiten Platz. War wissen aber auch, dass man lieben Gästen Geschenke machen muss und so haben Riki Komar und ich diese Angelegenheit übernommen. Zwei Tops brachten wir ihnen, also dürfen wir hoffen, dass sie wieder öfter in den Club kommen. Traude: „Na, na, a Herz im Kontra hätt' i schon g'macht, wannst passt hätt'st.“ Ich: „Aber niemals, Du hätt'st hergeb'n: Pik Ass, König etc....“ Paola: „Wanns d'rauf ankommt, wirkle net.“
Dritte, mit 53,01 % waren dann Steffi Ketzl und Helga Hitthaller. Steffi, todchic aufpoliert durch Airfield-Styling und Nouveau- Coiffeuring: „Blue Club spün ma heit net, weil d' Helga ka Übung mehr hat.“ Helga: „Ich hab' schon mindestens a Jahr nimma g'spüt, wahrscheinlich kann i's gar nimmer.“ Steffi: „Aber, wird schau geh'.“ G'angen ist's net, g'rennt ist's.
Mit 52,74 % auf dem vierten Platz landeten Inge und Helmut Koch, obwohl sie wahrscheinlich schon mehr im Flieger saßen als beim Bridge. Eine Partie, die Inge nach Helmuts Meinung nicht optimal zelebrierte, kommentierte er mit: „Jetzt hast aber an Sch... z'sammg'spüt.“ Inge: „Hör' auf zu kritisieren, jedes Spiel kritisierst Du.“ Helmut: „Na, mi herst da net, immer nur Di.“ Inge: „Und wos war des grod jetzt?“ Helmut: „Du spüst es eben z' schlecht.“
Nur 56 Hundertstel dahinter lag Riki Komar mit mir. Wenn man von den freundlichen Gastgeschenken, die wir verteilt haben und einigen kleinen Ungereimtheiten absieht, konnten wir ganz zufrieden sein.
Renate Rathmair und Alfred Fenzl kamen zwar noch in die Meisterpunkte, aber nicht mehr ganz auf 50 %. Renate: „Heit rennt's so fad dahin.“ Stimmt, es gab schon Paare, die hatten längere Zeit nervig wenig Punktematerial. Anders wäre es gar nicht möglich gewesen, dass Bridge mit Fredi „fad dahin rennert“.
Lisl Eiselsberg und Maria Grubhofer hatten längere Zeit nicht mehr zusammen gespielt und waren im System nicht mehr richtig konform, harmonierten aber im Gegenspiel noch recht gut. Da beide vorher nie das Bridge-Mate bedient hatten, entschloss sich Maria, dieses zu übernehmen. Leicht ist derartiges nicht, denn, jeder Spieler wird plötzlich zum Lehrer und drückt vorzeigend und ungeduldig in die Tastatur. Maria: „Des schwierige dabei is nur, dass alle die Pratzn drinn' ham.“
Marena Schattenberg und Heidi Stöger verhielten sich absolut unauffällig und ihre Percentage ebenfalls. Sie nahmen es aber mit Humor.
Renate Ostheimer und Josefa Zauner hatten das Spieler-Glück ebenfalls nicht gepachtet, aber Renate war wie immer sehr bemüht, auf ihre Partnerin einzugehen. „Tuats net drängen, meine Partnerin kann überleg'n.“ Eine boshafte Stimme aus dem Hintergrund: „D' Renate muas eh inzwischen telefoniern.“ Renate: „Damit kennt's mi heit wirklich net treffen.“
Sehr richtig: Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich ein Borstenvieh d'ran wetzt.
© IAM, 09.10.2011
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„Wann s' aus san, sans' aus!“
stellte Wolfgang Roth gestern richtig fest. Gemeint waren die Fleischlaibchen, die Greterl Luibrand und Wolfgang in äusserst schmackhafter Ausführung erzeugt hatten. Man konnte ja im Vorhinein nicht ahnen, dass an einem Mittwoch sechs Tische zusammen kommen würden. Aber, da Greterl auch eine übergrosse Schüssel Erbsenreis und zwei Schüsseln Salat beigegeben hatte, waren vorab bereits die Vegetarier vollauf zufrieden und die Laibchen reichten aus, wenn auch knapp. Die meisten Spieler hatten ohnehin die Nachspeise bereits zum Entree genommen und waren vor der Hand auch gar nicht mehr so aufnahmefähig. Greterl hatte sich auch hier wieder einmal übertroffen und Apfel- bzw. Topfenstrudel und Mohnhörnchen gebacken.
Knapp vor sieben Uhr traf dann unser Geburtstagskind Heidi Haiden mit einer wunderschönen, grossen Sachertorte, samt Schlagobers, ein. Die dunkle Torte trug als kunstvoll fragile Verzierung die Aufschrift BRIDGE. Ganz offensichtlich zu kostbar zum Essen, dachten vermutlich alle. Jedenfalls kam Heidi nach ca. einer Stunde zu mir und fragte ganz verstört: „Mög'n ‘leicht die Leit‘ mei Tort'n net?“ „Heidi“, sagte ich, „die wart'n d'rauf, dass Du sie anschneid'st.“ Heidi: „Na, na, tua ma des net aun.“ Also forderte ich die Umstehenden auf, die Torte anzuschneiden und es kam wie aus einem Munde: „Na, i net, die is ‘vü z'schen.“ Hier half nur ein Kraftakt, ich ergriff das Messer und machte der „Schönheit“ ein Ende. Rund um mich bedauernd: „Geh, schoad d'rum.“ Aber da jetzt die Hemmungen gefallen waren, stellte sich die Frage der Optik nicht mehr und die Torte ging rasch ihrem Untergang entgegen. Dass Heidi, die im Nichtraucherraum stationiert war, überhaupt noch ein Stückerl davon gesehen hat, bezweifle ich stark. Den Abschluss (auch öfters vorweg genommen) bildeten dann wie immer Käse und Weintrauben.
Natürlich ging neben dem „Grossen Fressen“ Heidis Geburtstag nicht unter. Wir besekteten, beglückwünschten und besangen sie ausgiebig. Ab dem fünfzigsten Geburtstag lassen wir aber neuerdings die Strophe „Kinder soll sie kriegen“ weg. Es kommt ja so selten vor.
Da TGK mit dem Geburtstagskind spielen wollte, tauschten wir die Partner und Erika Kasbauer und ich (statt TGK) spielten unsere bewährte Partnerschaft. „Ja, freili tausch i“, sagte Erika, „mit Dir immer.“ Ich habe mich bemüht und sie nicht enttäuscht,
Wir gewannen mit 62,36 % das Turnier, knapp gefolgt von Herbert Schuh und Bernhard Wöss, die auf 62,22 % kamen. „Stimman ma uns halt ein“, sagte Bernhard beim Geburtstagssekt und spielte das Turnier in charmanter Stimmung durch, trotz des gelegentlich leicht grantelnden Herberts.
Den dritten Platz, mit 57,61 %, belegten Gerda Neuhauser und Harald Schachner. „Geh“, sagte Gerda zu Wolfgang Roth, als sie ihm eine Zigarette abkaufen wollte, „Du rauchst ja die stark'n Marlboro.“ „Gerda“, sage ich, „Du bist do eh a starke Frau.“ „Ja, aber meine Sensibilität hab' ich in der Lunge.“ Da ist sie dann wohl sogar eine sehr starke Frau, denn es dürfte äusserst schwierig sein, das Seelenleben einer Lunge zu kränken.
Sehr gut gehalten haben sich Rosi Kohlberger und Marena Schattenberg. Sie kamen auf Platz vier und spielten beachtliche 54,29 %. Anscheinend gab ihnen die äussere (Kleidung) Harmonie auch die nötige innere. Marena genoss auch sichtlich den mit nur zwei Tischen belegten Nichtraucherraum. Sie hat es gerne ruhig.
Mit 53,29% fanden sich Don Alfredo und Helmut Koch auf dem fünften Platz. Wie man ihren Gesprächen entnehmen konnte, waren sie einige Male im Lizit zu hoch gekommen, sie spielen zwar recht gut zusammen, aber beide sind „Anreisser“ und gestern standen die Verteilungen eindeutig dagegen.
Renate Ostheimer und Maria Grubhofer verfehlten die 50%-Marke nur um dreiundzwanzig Hundertstel. Renate: „I halt's net aus, dauernd hab' i kan bis zwa Punkte, oder an, wann d' Maria was sagt, hab i absolut nix.“ Maria: „Ja, Du bist a richtiger Kartenständer.“ Als wir an ihren Tisch kamen, beharrte Maria darauf als Ost zu spielen und wechselte sogar mit Renate den Platz. Drei Mal fächerte Maria ihre Karten auf und hatte einen oder null Punkte. „Siagst“, sagte Renate, „Du hast es ja jetzt unbedingt hab'n woll'n.“ Maria: „Na, na, wann se de net falsch g'sitz hätt'n, war i ja da drüb‘n g'sess'n.“ Renate: „Und hätt'st die selben Kart'n wie jetzt g'habt.“ Maria: „Aber d'rübn war i g'sess'n.“ Offenbares Fazit: Ein Nullblatt auf Ost ist einfach um Klassen besser als eine bestückte Westhand.
Um sieben Hundertstel dahinter standen die „Heimkehrer“ Rudi Brandner und Gustav Stieglitz. Rudi, drei Wochen bei prachtvollem Wetter auf Kur in Radkersburg, entsprechend sonnengebräunt und kraftgestählt, und Gustav, eine Woche bei seinem Sohn, nobel in St. Tropez, samt Helikopter-Flügen und ähnlichen Scherzen, hätte überhaupt nichts erschüttern können. Sie sahen nicht nur gut aus, sie waren auch immer noch in Hochstimmung.
Platz acht fiel dann auf Riki Komar und Heidi Stöger. Heidi, ohnehin ein Fels in der Brandung, trug Ehe- und Ersatzehering an einem Finger, hocherfreut über die letztwöchige Wiederfindung des Originalringes. Schon da trug sie ja bereits den Ersatzring, das Original hatte sie erst, kurz vor dem neuerlichen Verlust im Club, wieder gefunden. Zum mehrmalige Verlust dieses eigentlich fest sitzen sollenden Ehekennzeichens ist nur eines zu sagen: Nix genaues weiß man nicht. Riki Komar schlug sich mit leichten Weisswein herum und sagte gegen Ende des Turniers: „I hab' heut' gar nichts gegessen, mich hat die Hose g'spannt.“
Ich blickte etwas unverständig auf die lose sitzende Sechsunddreissiger und kam zu dem Schluss, Riki musste bei der Anprobe irrtümlich in die Abteilung für Kinderbekleidung geraten sein.
Greterl Luibrand, gestern nicht von Golf, sondern der mühevollen Bereitung unseres gesamten Abendessens bereits hergenommen, hatte dann sichtlich die Nerven verlassen. „Gott“, sagte sie verzweifelt, „i mach ja eh wieder alles falsch.“ „Beruhige Dich“, sagte Wolfgang, „denk Dir nichts, spü einfach.“ „Denken, Greterl, solltest schon“, versuchte ich die Situation aufzulockern, „aber net nervös sein.“ Wolfgang: „Ja, eh klar, so hab' i 's ja g'mant.“ „I denk ja eh immer, aber des macht mi ja so nervös.“ Ich werde nie begreifen, warum Grete Lampenfieber hat, denn es gibt theoretisch keine Bridge-Situation, die sie nicht exakt zu behandeln weiss. Gegen uns hat sie jedenfalls tadellos gespielt.
Ingrid Feichtlbauer und Rudi Harasek haben ihr Problem im Lizit. Sie kommen oft zu hoch. Meistens handelt es sich um Überschätzung der eigenen Hand. Im Privatleben ist jedoch bei beiden in der Richtung gar nichts zu bemerken. Als ich Rudi, beeindruckt von seinem Sakko, fragte, ob er aus dem Theater käme, meinte er: „Des i doch schon fünf Jahr alt.“ Dem Anschein nach trägt er es dann wirklich immer nur im Theater und von Ingrid ist man ohnehin daran gewöhnt, dass jede ihrer Antworten auf ein Lob für sie mit „Aber.....“ beginnt. Hätte sie aber wirklich nicht notwendig.
Das Geburtstagskind Heidi warf, so Thomas Ketzl, bereits bei der ersten Partie die Nerven weg und fand sie nicht wieder. Es ist zugegebener Maßen nicht immer leicht, mit Thomas zu spielen, da er sehr durchdacht spielt und lizitiert und annimmt, dies sei seinem jeweiligen Partner völlig klar. Besonders einem weniger sattelfesten Spieler fehlt dann oft der Zusammenhang oder der Glaube und so geht es manchmal schief. Aber, der Freundschaft tat dies keinen Abbruch. Thomas sass enthaltsam für sie im Nichtraucherraum und sie unterstützte ihn nach dem Turnier wieder kräftig bei der Arbeit. Oft liegen eben die Gemeinsamkeiten nicht auf einer Ebene.
Völlig überraschend fanden Josefine Jacoubi und Anita Mayr gestern nicht zu ihrer gewohnten Form, aber wie sähe es denn wirklich für uns aus, wenn sie immer nur kämen, um abzuräumen.
© IAM, 06.10.2011
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„Ei, jei, jei, jei, jei, jei, I knia (knie) a!“
Kniefall TGKs und Bumms? Nein! „Nie vergess ich Dich, Maria“, schmetterte TGK sonor und raumfüllend. Kein gequältes Gesicht von Thomas, nur ein elastisch, eleganter Kniefall vor Maria Grubhofer, dem Geburtstagskind von gestern, und ebenso gewandt erhob er sich wieder, ein Erzkomödiant. Dabei hatte ich nämlich bereits mit Interesse auf ein eventuelles Schauspiel gewartet, da er ja anschließend gezwungen war, wieder aufzustehen. Weit gefehlt und der Szenen-Applaus war zugegebener Maßen gerechtfertigt.
Sitzen, von Anfang an, durfte die gefeierte Maria, eigentlich thronte sie ja auf ihrem Stuhl, auf's feinste aufgebrezelt und um zwanzig Jahre jünger aussehend. So nahm sie huldvoll ihre Geburtstags-Laudatio entgegen, die immer wieder durch Toms hingebungsvolle Lied-Einlagen an Maria, wie „Bella, bella, bella Marie, bleib mir treu“... etc., unterbrochen wurde. Der Rest der Spieler bildete den anmutigen Chor im Hintergrund, angeführt von Vizepräsident Wolfgang Roth und Greterl Luibrand.
Damit war es nicht getan. Ströme von Sekt und Franciacorta flossen, Blumen und Champagner wurden überreicht und wenn Maria zu Beginn der Feier Make-up trug, so war nach Ende der Gratulations-Küsserei ihr Gesicht sicher ungeschminkter als ein Baby-Popo. Vor allem aber war sie herrlicher Laune.
Dafür hatte natürlich auch TGK mit der Verköstigung gesorgt. Tagelang stand er in der Küche, um das Festmahl für Maria vorzubereiten. Es gab Maibock, von seinen „Jäger-Amigos“ selbst geliefert, Rotkraut, gedünstete Birnen mit Preiselbeeren, Semmelknödel, eine wunderbar weiche, saftige Schweinsschulter, Spätzle und grünen Salat.
Inge Koch hatte sich mit einem Riesentablett voller köstlicher Schlagobers-Petit-fours eingestellt und Greterl Luibrand hatte zur Feier des Tages einen übergrossen Apfelstrudel ausgezogen, der beste, den ich je gegessen habe. Wolfgang Roths Anteil an der Entstehung beschränkte sich dabei nur auf das Halten der Teig-Enden, aber diese waren auch sehr gelungen.
Selbstredend gab es zum Magenschließen, wie immer, Käse und Weintrauben. Nur unsere frische Bauernbutter wurde diesmal nicht angerührt.
Irgendwie war es aber verständlich, denn wir kalkulieren immer sehr grosszügig, und gestern hätten wir auch zehn Tische normal verköstigen können. Fünf Tische waren aber dann auch in der Lage, nur mehr einige wenige Reste zurückzulassen und das ist doch ein sichtliches Kompliment an die Küche.
Viel weniger, als kein Kompliment fällt mir allerdings für jene Bridge-Spieler ein, die Jahrzehnte lang privat Marias überreichliche Gastfreundschaft genossen haben, denn ihre Feste waren legendär und bestens besucht, die rechtzeitig von der angekündigten Feier zum zweiundneunzigsten Geburtstag Marias Kenntnis erhalten haben und, wenn sie auch nicht erscheinen wollten oder konnten, nicht einmal die Grösse besaßen, ihr um der alten Zeiten willen, wenigstens telefonisch zu gratulieren. Und dies noch dazu, wo Maria auch noch in den anderen Klubs spielt. Als wirklich rühmliche Ausnahme sei hier Michi Wufka erwähnt, sie hat als einzige den Telefonhörer gefunden, als sie aus gutem Grund verhindert war.
Erfreulicher Weise waren aber der Präsident des Trefffpunkt Bridge, Roland Berndl, und die Vertreter des Bridge Club Bad Hall, Inge und Helmut Koch, gekommen und Roland und Inge gewannen bei dieser Gelegenheit gleich einmal, mit 65,18 %, das Turnier. Roland, so richtig im Biss (er hatte nicht gegessen, da ihn nach dem Turnier eine Einladung mit opulentem Buffet erwartete) brachte Inge mit eigenwilligen Liziten gelegentlich in Verwirrung, Strafkontra oder nicht? „Der Partner muss ja nicht immer passen weil er passen muss, und du fallst immer wieder d'rauf eini“, meinte er, als er in der zweiten Runde kontrierte und Inge dies für ein Strafkontra hielt. Kontra hin oder her, für uns ergab es eine Nullpartie, denn Rolands Seite, die gespielt hatte, war jedesmal gefallen, wir übrigens sind es auch.
Die zweiten, Fa Beheshti und Fredi Fenzl, punkteten ebenfalls ziemlich hoch mit 59,82 %. Alfred, saß dem ehrgeizigen Fakhreddin den ganzen Nachmittag hin äusserst ruhig gegenüber. Fa kämpfte um jeden Stich, besonders um diejenigen, die der Gegner gemacht hatte. Ich hatte jedenfalls meine liebe Not durchzusetzen, dass ich einen Überstich produziert hatte. Der dritte Anlauf brachte mir dann den Erfolg. Wie scharf wird Fa erst sein, wenn er aus Teheran zurückkehrt und zwei Monate keine Bridge-Karten in Händen gehabt hat.
Mit 57,14 % landeten Bernhard Grossegger und Helmut Koch auf dem dritten Platz. Ein schöner Erfolg, aber Helmut war trotzdem hinter Inge eingelaufen. Am Nachspeisen-Buffet klang dies dann so: Bernhard: „Naja, sie war halt doch die bessere Spielerin",“ Helmut: „Ja, ja, des sagt s' eh immer“. Inge: „Na, des was i erst seit jetzt.“ Helmut: „Warum hast mi denn dann immer belehrt?“ Daraufhin begab sich der leicht verunsicherte Bernhard an den Tisch des bereits sehr fröhlichen Geburtstagskindes (samt Partnerin Renate Ostheimer — ebenfalls leicht iluminiert), wurde mit Sekt gelabt und meinte: „Des bringt halt ois immer wieder in die richtige Ordnung". Harmonie aus der Sektflöte, welch wundervolle Parabel unseres Herrn MagArt.
Für TGK — etwas überraschend — kam der vierte Platz, mit 55,36 %, den er mit seiner Partnerin Josefa Zauner erspielte. „Missverständnisse haum ma nämlich schau einige g'hobt“ meinte er, „aber i glaub', ma müssert sich a bisserl mehr um sie annehmen, dass s' a Sicherheit kriagt.“ Da bin ich ganz seiner Meinung, denn dies ist zum Beispiel ein wichtiges Motto unseres Clubs.
Auf den fünften Platz, mít 54,02 %, kamen Erika Kasbauer und ich. Wir haben, wirklich unverschuldet, eine Menge an Prozenten verloren, aber Erika sagte tapfer beim Weggehen: „Na, ja, 54 %, des kann ma nehma.“ Finde ich unter den gegebenen Umständen auch.
Die feuchtfröhliche Geburtstags-Partnerschaft, Maria Grubhofer und Renate Ostheimer, konzentrierte sich auf Sekt und Geschenke der Gegner. „Bei uns derf heit ka Gegner die Manche ansogn, des g‘hert sich zum Geburtstag net!“ meinte Renate. Pech, wir haben sie, wie verlangt, nicht angesagt, sind aber dafür auch nicht gefallen, wie alle anderen.
Die siebten, Lisl Eiselsberg und Rudi Harasek, spielten sich bereits aufstrebend zusammen, kamen aber einige Male im Lizit zu hoch. Zwei Partien verloren sie leider durch zu wenig Erfahrung mit einem Gegner, der mit einem starken Blatt passt.
Rudi: „A bisserl stärker hätt' ich mir den Tisch schon vorg'stellt.“ Lisl: „Aber bei dem starken forcing.“ Erika: „Des war aber schwächer, wia des Pass.“ Gut formuliert, Erika.
Knapp dahinter lagen Ingrid Feichtlbauer und Gerlinde Schüller. Gerlinde hatte ihre Wienreise extra um einen Tag verschoben, um mit Maria feiern zu können und hatte einen wunderschönen Blumenstock mitgebracht. (Auch das Ehepaar Koch war mit Blumen angereist). Ingrid, gezeichnet von zahnärztlichem Wüten, aber Maria zu Ehren feierlich gekleidet, desinfizierte die quälenden Stellen reichlich mit Sekt: „Heit is mir des wurscht, i will feiern".“ Tatsächlich sah sie von Glas zu Glas gesünder aus.
Greterl Luibrand und Wolfgang Roth, Chor-Hauptakteure bei Marias Ehrung, waren ganz offensichtlich schon etwas ausgepowert. „Wos“, meinte Grete gegen Ende des Turniers, „nu a Tisch?“ Wolfgang: „Zwa nu, dann derf'n ma gehn“ und zum Schluss: „Siagst es, jetzt hast es ausg'standn.“ Trotzdem halfen sie noch einige Zeit bei den Endarbeiten.
Heidi Stöger und Marena Schattenberg standen von Anfang an unter Stress. Heidi hatte sich die Hände gewaschen, als es plötzlich '„klingelte“ und sie sofort ihren Ehering vermisste. „Der is' mir in die Waschmuschl g'fall'n“ sagte sie aufgeregt. TGK schraubte den Syphon ab, der Ring wurde nicht gefunden, aber die Waschmuschel war ab diesem Zeitpunkt undicht. Jetzt hieß es die verlorene Zeit nachholen. Etwas später ging Heidi wieder auf Suche im Toilettenraum, aber erst beim dritten Mal wurde sie fündig. Der Ring lag unter dem Teppich. Und so hinkten sie immer ein wenig hinterher.
Erst wenn man selbst Zeuge einer derartigen Stress-Situation wird, stellt sich das richtige Verständnis für die männliche Spezies ein, denn sie sind es ja, die dem Vernehmen nach eher häufig derartige Verluste erleiden und den Strapazen der zwingenden Wiederbeschaffung ausgeliefert sind.
© IAM, 02.10.2011
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