Die Bürgschaft nach Friedrich von Schiller
Zum Partner, einem Tyrannen,
sprach ein Spieler, „ich bin schon am Rande.
Dein Ton ist doch nur eine Schande.“
„Was wolltest du damit sagen? Sprich!“
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
„Ich such’ mir statt Dir einen Neuen!“
„Das wirst Du beim Spiele bereuen.“
„Ich bin“, spricht jener, „zu spielen bereit.
Ich werde das schon überleben.
Doch werde ich nicht vor Dir beben,
Ich gebe dir heut noch fünf Stunden Zeit,
Wenn’s dann noch nicht klappt,
Dann ist es so weit;
Machst du im Turnier mich zu Schanden,
heut’ wird meine Faust auf Dir landen.“
Da lächelt der Partner mit arger List
Und spricht nach kurzem Bedenken:
„Die Ruhe werd’ ich dir schenken;
Doch wisse, wenn sie vergangen die Frist,
Und dann das Turnier nicht gewonnen ist,
Ich wills jetzt in Worte nicht fassen
Doch du wirst vor Ärger erblassen.“
Das Blatt nimmt der Spieler und sieht es schon jetzt,
Er kann nur noch Böses erleben,
Es wird sich kein Handspiel ergeben.
Im Gegenspiel ist ja zu jeglicher Zeit
Sein Partner wie immer zur Klage bereit,
Wenn schlecht auch die Karten im Stande,
Ihm zuzuweisen die Schande.
„Ach wäre ich doch des Turnierleiters Freund,
Der liefert mich aus dem Tyrannen,
Wenn’s brenzlich wird, eilt er von dannen.“
Und als der Turnierleiter doch noch erscheint,
Sind beide im heftigen Streite vereint,
sie schreien aus rauhester Kehle,
Dass keiner den ander’n verfehle.
Da prasselt Turnierleiters Wortschwall herab,
Und im Raume, an allen Stellen,
Hört man Stimmen und Mahnworte schwellen.
„Der and’re ist schuldig“, schrei’n beide voll Wut
Sie retten sich in der Verteidigung Flut,
Sie fuchteln gar wild mit den Armen,
und finden doch nirgends Erbarmen.
Und trostlos bleibet des Spieles Stand,
Wie böse der Partner auch blicket,
Weil der Spieler die Passkarte schicket.
Es ändert sich nichts wie er schmerzlich befand,
Er spielen nur immer die Gegner die Hand,
Aus der Miene des Partners erfasst er,
Das ganze ist nur ein Desaster.
Er kann es nicht fassen, dass alles so steht.
Die Hand hat er kaum noch erhoben,
Da beginnt schon der Kerl zu toben.
Wenn alle die Stunden es weiter so geht
Dass uns hat der Gegner nur niedergemäht,
Und wir können den Sieg nicht erreichen,
So werde ich vorher entweichen.
Und wachsend vermehrt sich die eigene Wut,
Schon wie die Partie jetzt beginnet,
Die Chance auf das Rückspiel zerrinnet,
Da packt ihn der Ärger, da fasst er sich Mut,
Jetzt geht er auf’s Ganze, und endlich geht’s gut,
Das Ass schlug er, Gott war ihm gnädig.
Beim Gegner, der König saß ledig.
Er gewinnt dann die Hand, das Spiel schreitet fort,
Und danket dem rettenden Gotte,
Des Partners Lizit passt er flotte.
Und hört gegenüber das häßliche Wort,
Das gibt es nicht, schafft diesen Esel mir fort.
Der denkt nicht und spricht voller Eile,
Wozu ich bei ihm bloß verweile?
Was willst du, ruft er vor Schrecken bleich,
Ich habe keine zwei Assen,
warum darf ich damit nicht passen?“
Auf das Kontra des Gegners nimmt er Redouble gleich,
Ich hoffe du bist an den Punkten sehr reich,
Worauf sich die Gegner schnell fassen
Und anschließend gleich einmal passen.
Und weil er im Recht ist, was bestens er fand.
Da setzt er sich auf, aber siehe,
Ermattet schlottern die Kniee.
Es liegt auf dem Tisch, wo sein Achterl erst stand,
auf dem mageren Blatt die zornige Hand
des Partners, das Weinglas in Scherben,
ist jetzt seines Anzug’s Verderben.
Und horch! Für ihn klang es silberhell,
Ganz nahe kein freundliches Plauschen,
Den Atem hält an er, zu lauschen.
Und siehe, es kommt der Turnierleiter schnell,
Vielleicht gibt es nun den ersehnten Appell,
und freudig blickt er darnieder.
Dann erschrickt er, was ist denn jetzt wieder.
Denn der steht nun da, vor des Spieltuches Grün,
Und blickt auf die Karten, die glatten,
Die Augen umfloret ein Schatten.
„Euch zwei werd’ ich nächst vom Turniere abziehn,“
Will eilenden Laufes schon weiter fliehn,
Doch hört er die Zuschauer sagen.
„Da seht ihrs, der gibt sich geschlagen.“
Da durchbebt ihn ein Zorn, dass schnauben er muß
Ihn jagen des Ärgers Qualen,
Warum soll mit Stress er bezahlen.
Denn irgendwo, ist doch für alles der Schluß.
Und irgendwie spürt er ein Zucken im Fuß,
Doch sollte des Bridgeturniers Hüter,
Beruhigen nur die Gemüter.
„Zurück“, ihr rettet euch nur mehr schwer ,
Und könnt mich nur böse erleben,
Ihr seht meine Zornader beben.
Von Stunde zu Stunde entgleiset ihr mehr,
und macht als Turnierleiter ’s Leben mir schwer.
Ich werd’ euch den mutigen Glauben:
Ihr seid was Besonderes, rauben“.
„Und ist es zu spät, und willst Du mir nicht,
Ein Retter willkommen erscheinen,“
Sagt der Spieler, „dann will ich nicht weinen.
Des rühme mein dämlicher Partner sich nicht,
Dass hier ich jetzt stehe mit langem Gesicht.
Damit ich vor Ekel nicht speie,
Ich euch jetzt mein Ohr nicht mehr leihe.“
Die Sonne geht unter, kein Sieg steht bevor,
Er kann die Pokale schon sehen,
die die Spieler gaffend umstehen.
Und am Kragen zieht er den Partner empor,
dem rutscht unterm Hemde das T-Shirt hervor.
„Mir ward für die Ruhe gebürget,
Wer hält mich? Sonst wird er erwürget.“
Und genüßlich blicket die Runde umher,
In den Armen liegen sich beide,
und täten sich gern’ was zu leide.
Noch sind ihre Augen ganz tränenleer,
da zieht man sie fort, einen hin, einen her.
Jetzt kann der Turnierleiter spüren,
hier fühlt er kein menschliches Rühren.
Und blicket sie lange und böse an.
D’rauf spricht er: „Es ist euch gelungen.
Was jetzt folgt, das habt ihr erzwungen.
Verschont mich in Zukunft mit euerem Wahn,
ich hänge ein Ausschlußverfahren euch an
und geb’ unter, wider die Sitte,
dem Hosenbund Euch ein paar Tritte.
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Das Grab im Busento nach August Graf von Platen
Nächtlich an den Tischen lispeln, Kartenspieler dumpfe Worte,
aus den Biddingboxen wallt es, wieviel Stiche welcher Sorte.
Das Lizit hinauf, hinunter, drückt das Blatt den Spieler nieder,
dreizehn Stiche soll er machen, und er zählt sie immer wieder.
Allzu früh bei dieser Reizung, mußte er nach Assen fragen,
während schon sein Partner drängte, ihm die Könige zu sagen.
Und die Karten aufgefächert, fragt er sich, wie er sich rette,
weil er den Kontrakt erfüllte, wenn Herz Dame er noch hätte.
Für die so vertrackte Farbe, wählt er aus in seinem Geiste,
ob er Ass und König schlage, oder sich den Impass leiste.
Deckt der Gegner seinen Buben? Wenn der nicht die Dame habe,
sitzt sie hinter Ass und König, trägt er die Partie zu Grabe?
Abgelenkt spielt er den Buben, hat den Impass fest erwogen,
nimmt das Ass, d’rauf fällt die Dame, dabei hat er sich verzogen.
Und es rief der Chor der Spieler, “Jeder ließ den Buben laufen,
hier zu schlagen war phantastisch, diesen Top muss man besaufen“.
Von dem Ruf der Lobgesänge, sagt der Spieler ganz durchdrungen,
ach, das sei doch nur Routine, dass der Großschlemm ihm gelungen.
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Der Osterspaziergang nach J. W. von Goethe
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
den Bridge-Klub verschönet des Frühlings Blick,
dem Spieler grünet das Hoffnungsglück.
Sein altes Ich, und seine Schwäche,
drängt er ganz ohne Zaudern zurück.
Die Gegner passen, schaudernd nur
ohnmächtig glücklos, der Spieler weiß es,
am liebsten sie flüchteten über den Flur.
Ihr Gläschen von Whisky entbehrt jeden Eises.
Er blickt in die Karten, welch herrliches Streben,
die Hand will sich plötzlich in Stärke erheben.
Denn an den honeurs, da fehlet nichts hier,
in den oberen Farben sind’s wundervoll vier.
Nimm dich zurück von diesen Höhen
auf Gegners Misere zurück zu sehen.
Weil aus des Boardes unsicherem Tor
drang wunderbar buntes Kartenglück vor.
Und jeder sonnt sich darinnen so gern,
es ist der Erfolg ja auch gar nicht mehr fern.
Kein Spieler wär’ hier von dem Tisch aufgestanden.
Über niedrige Häuser und dumpfe Gemächer,
heute muß die Triumpfe er landen.
möcht er sie schreien über die Dächer.
Doch plötzlich aus Boardes quetschender Enge,
dränget dem Gegner das Glück sich mit Macht
auch er hat Punkte an’s Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! Mit behend Gedränge
die Reizung des Gegners die Hoffnung zerschlägt,
er ziehet das Spiel doch nur in die Länge,
und weiß auch wie schwer sich dies Zögern erträgt.
Und bis zur Ohnmacht aufgeladen
merket der Spieler, er hat sich vertan,
auf unbekannten heimlichen Pfaden,
blitzen ihn feindliche Bridgekarten an.
Doch die Freude der Seele stört kein Siegesgetümmel,
„Und wirft mich das Glück meiner Gegner vom Himmel,
Bridge, und der Frühling, sie bleiben mein,
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“.
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Der scharze Tod nach Hermann von Lingg
Erzitt’re Welt, ich spiele Bridge
und komm’ in alle Lande.
Für mich ist alles and’re Kitsch.
Ich brauch nicht Attersee noch Nietzsch,
auch nicht im Festgewande.
Ich komm’ aus einem Bundesland
mit kühlen Nebelschleiern.
Vom Donaustrand, wo’s Fischlein stand,
dort zieht man Schnaps aus Birnenbrand
und auch Likör aus Eiern.
Tagein, Tagaus, bergauf und ab,
wird Bridge für mich zur Weide.
Mit Jet und Auto zieh ich ab,
ich setz’ mich jederzeit in Trab,
auch wenn ich manchmal leide,
Ich bin der grosse Kartenfan,
ich bin der große Zocker,
wenn ich so steige aus dem Van,
und alle Leute mich dann seh’n,
sitzt mir der Spruch sehr locker.
Es hilft Euch nichts, ich bin im Saal,
ich bin ein schneller Schreiter,
bald sind die Siegerlisten kahl,
man ist sehr einsam allemal,
im Leben als Gescheiter.
Komm’ zum Turnier in jedes Haus,
zugleich mit all den Besten,
ich freue mich, und lach’ beim Schmaus,
und hol mir nur das feinste ’raus,
auch später von den Resten.
Mir ist auf hohem Felsvorsprung
kein Schloß zu hoch, ich komme,
und suche Partner, alt und jung,
ich locke sie mit forscher Zung’,
ganz Schlimme und ganz Fromme.
Denn wer mir blickt in’s Aug’ hinein,
kriegt Karten nur zu sehen,
wer mit mir trinkt ein Gläschen Wein,
den giert’s nur noch nach Bridge allein,
ich kann ihn auch verstehen.
In spiel’ in Wien, und auch in Cannes
in vielen Klub’s, auf Inseln,
ich nehme jede Ford’rung an,
man hört oft, wenn er nicht mehr kann,
manch’ müden Gegner winseln.
Deauville ist eine schöne Stadt
und blühend liegt Venedig,
Doch spielt man dort ein schwaches Blatt,
und wer nicht mich zum Partner hat,
ist schnell der Freude ledig,
So zieh ich in der Welt umher,
wenn Tag und Monde schweigen,
ach, Superspieler müßten her,
denn, ohne Masterpoints ist’s schwer,
in „KARO“ aufzusteigen.
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Nach Goethes Zauberlehrling
Hat der strenge Bridgekursleiter
sich doch endlich wegbegeben,
nun, so soll das Spiel der Karten,
auch nach meinem Willen leben
Sein Befehl und Werke, merkt ich und den Brauch,
aber Gulaschhände, lege ich jetzt auch.
Mische, mische manche Strecke,
dass zum Zwecke
Hände fließen,
die in dem exakten Spiele
voll Verwirrung sich verschließen.
Jedes Board, schnell herbei
Karten aus den Kartenhüllen.
Meinen Willen sollt’ erfüllen,
hurtig ihr und völlig frei.
Bringt ihr heillose Verwirrung,
sei’s Euch einerlei.
Mische, mische manche Strecke,
dass zum Zwecke
Hände fließen,
die in dem exakten Spiele
voll Verwirrung sich verschließen.
Und allein zum Zählen grausig,
kommen sie aus ihren Boarden.
Keiner kann die Hände fassen,
und der Mischer möchte passen.
Nur sein Partner, der nicht schweiget
seinerseits jetzt Großschlemm zeiget,
und es wird zum bösen Schwank,
trumpflich ist der Mischer blank.
Halt, Oh Halt,
wir sind indessen,
dem Witz der Mischung aufgesessen,
Vollbemessen.
Doch ich merk’ es Wehe! Wehe!
kann’s nur stoppen, wenn ich gehe.
Ach wie sehr er’s jetzt bereut,
dass den Mix er ausgestreut,
ist es wirklich so das fairste,
nächstes Spiel läuft wie das erste.
Hätte ich mich doch bezähmet,
niemals könnt’ es dann so sein,
gräßlichste Verteilung, stürzet auf mich ein.
Nein, nicht länger kann ich’s fassen,
kann’s nicht lassen.
werde passen,
das ist Tücke
mir wird bänger,
das Gesicht des Partners länger.
Oh, du Ausgeburt der Hölle,
soll ich das Turnier verlieren,
seh’ ich in geballter Völle
uns die letzten Plätze zieren?
Oh, ihr ganz verrückten Karten,
die ich nur vermischt,
könnt’ bis dahin ihr nicht warten
dass der Gegner euch erwischt?
Wollt am Ende
gar nicht hören,
mir nichts lassen.
Nicht zu fassen!
Ich werfe ein jetzt ganz gezielt,
diese Boards sind schon gespielt.
Dann wär’ jedes Recht genommen,
dass sie noch zum Einsatz kommen.
Wehe, Wehe,
beide Teile,
sind in Eile,
diese Blätter hoch zu loben,
soll ich nun den Aufstand proben?
Wenn ich nur ein Spiel durch brächte,
Helft mir doch ihr hohen Mächte.
Eilig ist das Mißgeschick,
klebt wie Honig mir am Fuße,
keine Schonzeit, keine Muse.
es hilft nicht der kleinste Trick.
Und es kommt der große Meister,
Herr, die Not ist groß,
die ich rief die Geister,
werd’ ich nun nicht los.
Wen Du immer riefst zum Geiste
war von schlechtem Blut,
denn es war, wie ich vermute,
was Du tat’st nicht gut.
Steh’ getrost auf von dem Spiele,
vorbei ist das Turnier.
Dreist zu sein versuchen viele,
die wahre Kunst drinn’, liegt bei mir.
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Nach Heinrich Heines Belsazar
Die Mitternacht zog näher schon,
die Spieluhr schlägt in schrillem Ton.
Als zäh sich durch die Nacht hinzog,
das Bridgeturnier, kaum Zeit verflog.
Und in dem großen hohen Saal,
sorgt jedes Wort für Widerhall.
Es fallen die Karten, in Maßen man zecht,
die störrischen Spieler, verhalten sich schlecht.
Turnierleiters Wangen sind längst ohne Glut,
er ist etwas schläfrig, denn alles geht gut.
Und blindlings reißt ihn die Müdigkeit fort,
er gähnt ein bis zweimal und redet kein Wort.
Und brüstet sich nicht und macht sich nicht breit,
bis irgendwer nach der Turnierleitung schreit.
Da setzet er auf seinen stolzesten Blick,
erhebt seine Schultern und nimmt sie zurück.
Und traget so imaginär auf dem Haupt,
die Regeln, die sagen, was hier so erlaubt.
Und prüft an dem Tische energisch anhand,
der Aussagen, wie’s zu dem Zeitpunkte stand.
Und gehet der Sache genau auf den Grund,
und spricht dann verärgert mit schäumendem Mund:
Was wollt ihr, ihr rieft mich, oh widriger Hohn,
die Karte am Boden, da liegt sie ja schon.
Und kaum das bittere Wort verklang,
den rufenden Damen der Busen ward bang.
Ihr gellendes Schreien verstummte zumal,
es blickte herüber der restliche Saal.
Und sieh’, auf der Karte Hinterwand,
sich plötzlich ein grausiges Zeichen fand.
Und all das geschah, noch eh man’s verstand,
zur Zeit, da es galt, zu spielen die Hand.
Und stieren Blickes da jede saß,
mit schlotternden Knien, und totenblaß.
Und vorerst war’s niemand im Saale bekannt,
zu deuten, was hier auf der Karte stand.
Die Spinne wurde in selbiger Nacht,
durch den Turnierleiter umgebracht.
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Nach Erich Kästners Maskenball im Hochgebirge
Eines schönen Abends wurden
alle
Spieler des Turniers verrückt,
und sie rannten debattierend aus
der Halle
ins Foyer, der Saal blieb unbestückt.
Rauchertische waren im
Gedränge.
Das Buffet, das wurde
förmlich kahl.
Und der Ober schrumpfte in der Länge,
doch er sah das nicht zum ersten
Mal.
Manche Frauen trugen
sehr viel Flitter,
andre Frauen trugen kurz,
manche Männer schauten
merklich bitter,
dem Ober war das völlig schnurz.
Sieben Wabbler traten auf der
Stelle,
die armen Spieler traf beinah der
Schlag,
möglich dass es an der
Schnelle,
wie das Turnier hier ablief,
lag.
Die Stimmung glich gefrornem
Glucksen,
den Leiter des Turniers umkreiste schon der
Greif.
Es wagten plötzlich alle sich zu
mucksen,
das Spitzenfeld war ganz besonders
reif.
Da macht er eine böse
Miene,
er möchte endlich seine Ruh.
Ein Punkteabzug ist die Schiene,
da rutscht der Score nach unten zu.
Dieser Vorgang ist ganz leicht
erklärlich.
Dem Mann riss einfach die
Geduld,
andre Gründe gibt es hiefür
schwerlich.
Und den Veranstalter trifft keine
Schuld.
Man beruhigte die empörten Herrn
und Damen.
Und auch was Gutes war
dabei.
Für die, die hinter den Verkürzten
kamen,
wurden endlich Spitzenplätze frei.
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Freiherrn von Goethes Expass (Erlkönig)
Wer steiget so spät noch aus seinen Patschen?
Ein Kartennarr ist’s, um zum Bridgeclub zu hatschen.
Was fuchtelt er denn so wild mit den Armen?
Er scheint sich zu ärgern, es ist zum Erbarmen.
Und sag, warum birgt er so bang sein Gesicht?
Er denkt an den Partner, den elenden Wicht.
Den Parter von gestern, so unbedarft steif,
vor Ärger ist er schon fast krankenhausreif.
Er sagt zu ihm stets: “Komm’ und spiele mit mir,
den Sieg lieber Freund, garantiere ich Dir.
Die Karten geb’ ich mit Bravour aus der Hand,
da fall’n uns die Gegner vor Wut aus dem Gwand.“
Und Partner, mein Partner, ja hörest Du nicht,
wie freundlich mit mir die Turnierleitung spricht?“
„Sei ruhig, bleib ruhig, Du dümmlicher Clown,
Du läßt doch von alle in d’ Karten Dir schau’n.“
„Willst feiner Partner Du nicht zu mir stehn?
Es sollen doch alle beim Siege uns seh’n.
Meine Siege die kennt man in jeglichen Reih’n,
lass Dich von mir führen, ich hülle Dich ein.
Und Partner, mein Partner, sag siehst Du nicht dort,
die Schwachen blei’m sitzen, die Starken sind fort.“
Oh nein, Du Verrückter, ich seh’ es genau,
beachte den Tisch, dorthin geh’n wir nicht, schau!“
„Ich lieb Dich, mich reizt Deines Geistes Gehalt,
bist Du mir nicht willig, so brauch ich Gewalt!“
„Du Gurke von Partner, geh’, fass mich nicht an,
ich möchte Dich würgen, fast hätt’ ich’s getan.
Den Kartennarr’n grausets, er flüchtet geschwind,
das eiskalte Lüftchen empfindet er lind,
erreichet sein Heim mit Müh’ und mit Not,
besteigt seine Schlapfen und macht sich ein Brot.
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