Brigitte B. nach Frank Wedekind
Ein junges Mädchen kam nach Baden,
Brigitte B. war sie genannt.
Und sah ein Schild an einem Laden,
auf dem vermerkt ein Bridge-Klub stand.
Der Klub, der schon ein wenig älter,
der Jugend war sehr zugetan,
ein Präsident, kein Angestellter,
setzt blitzschnell einen Bridge-Kurs an.
Brigitte, bat man eines Tages,
als man noch lang geplaudert hat,
nimm das Paket mit Werbung, trag' es,
zum andern Bridge-Klub in der Stadt.
Auf diesem Wege traf Brigitte,
jedoch ein Individuum,
das hat an sie nur eine Bitte,
wenn nicht, dann bringe er sie um.
Brigitte völlig unerfahren,
barmherzig, warf aus Mitleid her,
das Päckchen ihm, mit Werbewaren
und läuft zum Bridge-Klub, atmet schwer.
Man konnt' es anfangs gar nicht fassen,
dass ihnen heulend sie gestand,
dass sie das Päckchen fahr'n hätt' lassen,
und der Verführung widerstand.
Sodass Termine der Turniere,
die wichtigsten, der ganzen Stadt,
gestohlen wurden, denn dies schnüre,
das Herz des Bridge-Sports kurz und knapp.
Brigitte, menschlich schwer dar nieder,
sie war wohl auch für Bridge zu dumm.
Gab nächstes Mal kein Päckchen wieder,
nur sich, dem Individuum.
Und als der Bridge-Klub dann zu Pfingsten.
spielt auswärts, wider die Verein',
da dachte sie nicht im geringsten,
es könnte diesmal anders sein.
„Jetzt TRUMPF ich auf, Du wirst mir zeigen,
Computer und den Kassenschrank,
den PASSEN muss es mir zu Eigen,
und REIZT Du mich, ich STECH Dich blank.“
Brigitte hatte nun gesehen,
was dieser Unhold angericht',
und starrte nur auf ihre Zehen,
Dem Vorstand, dem gefiel dies nicht.
„Es hat doch so gut angefangen,
sein Unterricht gefiel mir sehr,
trotz Mappenraub in Bridge-Belangen.
Dass ich im Stich blieb, kränkt mich schwer.“
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Heideröslein nach Johann Wolfgang von Goethe
Sah ein Knab' ein Tischlein steh'n,
Eiche oder Buche,
Partner, Gegner saßen schon
lief er schnell, sie nah' zu seh'n
vor dem grünen Tuche.
Starke Gegner, gib gut Acht,
sind nicht zu vermeiden.
Knabe sagt, ich spreche nicht,
lässt es sich vermeiden,
Partner sprach, ich steche nicht,
denn das ist bei Bridge nicht Pflicht,
schworen sich die beiden.
Starke Gegner, gib gut Acht,
sind nicht zu vermeiden.
Und der Gegner kam zu Stich,
aber nur bescheiden,
denn er war zu hoch und schwach,
half ihm doch kein Weh und Ach,
musst' es eben leiden.
Fehler, die der Hochmut macht,
sind leicht zu vermeiden.
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Hobellied nach Ferdinand Raimund
Da streiten sich die Leut herum
oft um den Wert des Bridge,
der eine heißt den andern dumm,
ihn Loser und sie witch.
Da ist der geistig stärkste Mann,
dem andern viel zu schwach,
dass er sich selber überschätzt,
so weit wird er nicht wach.
Die Jugend will stets mit Gewalt
in allem besser sein,
doch kriegt man Einsicht, wird man alt?
da heisst es leider "nein."
Oft zanken Gegner, welch ein Graus,
und mancher fällt in Wut,
am besten wär's, er ging hinaus,
doch mancher leckt gern Blut.
Wird ärgerlich der Partner oft
sieht er's als Unikum,
als Feedback das er nicht erhofft,
da schert er sich nicht drum.
Denn dass er selber schuld, vielleicht,
das will er gar nicht hör'n,
könnt ja sein Ziel, wenn er's erreicht,
als Lifemaster sonst stör'n.
Ein Spieler, dem das Bridge gefällt,
hat manche frohe Stund,
das Glück ist aber flatterhaft
mit keinem fix im Bund.
D'rum übe man, den frohen Sinn,
wenn man zum Spiele geh',
und wer sich nicht beherrschen kann,
der sag dem Bridge: Adje
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Der Auswanderer nach Ferdinand Freiligrath
Allein, allein, und so will ich genesen,
allein, allein, für mich ist das ein Segen.
Allein, allein, gibt’s nicht ein einz’ges Wesen?
Wer mich auch tröstet, kommt mir sehr gelegen.
In meinem Dünkel hab`ich mich vermessen,
wie meid’ ich sie, die mich nur schelten?
Ich hab’ genug, sofort will ich vergessen,
was ich erträumt’, da fehlen mir noch Welten.
Ein einz’ger Tag hat meinen Stolz gebrochen,
mein Herz ist ängstlich und mein Aug’ ist trübe,
es reut mich, was ich frevelnd so gesprochen,
der Ruh’ entfloh ich, ach, ich dumme Rübe.
Allein, allein, und so will ich genesen,
allein, allein, ich hab’s getan, von wegen,
allein, allein, verrückt bin ich gewesen,
wie konnte ich den Bridgekurs nur belegen.
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Bös und gut nach Wilhelm Busch
Wie kam ich nur aus meinem Frieden
in’s Bridgegetös?
Was sonst befreundet, ist beim Bridge geschieden.
Und das ist bös.
Nun bin ich nicht dabei um zu verlieren:
Nun heißt es: „Nimm!“
Ich soll nur stechen und mich nicht blamieren,
und das ist schlimm.
Doch die Gewissheit bleibt in mir zurücke,
die niemals ruht:
Mein Partner haut mich nicht in Stücke!
Und das ist gut.
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Mignon nach Johann Wolfgang von Goethe
Kennst Du das Spiel, wo Hirgespinnste blühn,
im dumpfen Saal die Nervenstränge glühn?
Ein sanfter Hauch von Grössenwahnsinn weht,
der Raucher still zur Pause vor der Klotür steht,
Kennst Du es wohl?
Dahin! Dahin
möcht’ ich mit Dir, Du argloser, geschätzter Partner, ziehn.
Kennst Du Dich aus? Wohl ist man unter einem Dach,
meist groß der Saal, kein anheimelnd Gemach,
wie Marmorbilder manche Spieler sehn dich an.
Was hat man diesen Menschen angetan?
Weisst du es wohl?
Dahin! Dahin
möcht’ ich mit dir, o mein verrückter Partner, ziehn.
Kennst Du den Berg aus Äpfeln, die der Gegner legt?
Du bist das Maultier, das nach vorne sich bewegt,
An allen Tischen sitzt der Drachen böse Brut,
ein Bridgeturnier, es ist der pure Übermut.
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
geht unser Weg, o Partner, woll’n wir uns verziehn?
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Ode an die Freude nach Friedrich von Schiller
Bridge, du schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
wir betreten, oft betrunken,
Himmlische dein Heiligtum.
Deine Zauber trennen wieder,
was als Freund’ sonst nie geteilt,
viele Menschen brechen nieder,
wenn dein Unglück sie ereilt.
Seid umschlungen, vierzig Punkte,
einen Kuß, seid ihr gezählt,
Partner - der sie treulich hält
und dich nicht in’s Elend tunkte.
Wem der große Wurf gelungen,
keines Feindes Freund zu sein,
wer das Preisgeld sich errungen,
misch’ sich in den Jubel ein.
Ja, wer auch nur einen Spieler
sein nennt, der ihn nicht beschwere,
wer ihn nicht hat, trotz sehr vieler
Partner, meide die Misere.
Wer im Bridge-Geschehen wohnet,
huldige den Gegnern nie,
denn es führt die Sympathie,
in ein Spiel, das sich nicht lohnet.
Freude haben alle Wesen
zwar an Brüsten der Natur,
im Turniere, handverlesen,
folge nie der Brüste Spur.
Küsse nicht, trink nie von Reben,
Abgelenkt kommst du in Not,
Wolllust ward dem Wurm gegeben,
sei kein Wurm, und bleib im Lot.
Ihr stürzt nieder, schlechte Spieler,
ahnt ihr nicht den Hohn der Plebs,
meuchelnd fällt er, wie der Krebs,
in das Selbstbewusstsein vieler.
Freude heisst die stolze Feder
in der ewigen Natur,
Freude hab’ beim Bridge ein jeder
und sei’s Schadenfreude nur.
Blumen lasst in ihren Keimen,
Sonnen lasst am Firmament.
Gegner gibt’s, um sie zu leimen,
ganz egal, wie man sie nennt.
Froh, lasst jede Hemmung fliegen,
trotz Turnieres strengen Plan,
wandert Spieler eure Bahn,
um zu gambeln und zu siegen.
Aus der Wahrheit Endergebnis
lächle uns nur Gutes an,
denn der Tugend steile Hügel
gehn uns sicher gar nichts an.
Und des Glaubens Sonnenberge
lässt bei uns die Fahne weh’n,
man bestellt dem Gegner Särge,
weil wir uns als Sieger seh’n.
Duldet mutig, arme Hascher,
duldet für der Starken Feld,
so ist’s immer auf der Welt,
fallt in Frieden, aber rascher.
Göttern kann man nichts vergelten,
schön ist’s, ihnen gleich zu sein.
Phantomas möge sich melden
und der Schwachen sich erfreu’n.
Groll und Rache nicht vergessen,
keinem Gegner sei verzieh’n,
jeder Squeeze soll sie erpressen
und voll Schrecken soll’n sie fliehn.
Auf den Vorteil nicht verzichte,
der, der seine die Nerven hält,
Brüder, wenn der Gegner fällt,
dann genießt’s, er ward gerichtet.
Freude sprudelt in Pokalen,
in der Traube gold’nem Blut,
trinkt, und werdet Kannibalen
denn Verzweiflung tut nicht gut.
Brüder, hockt auf euren Sitzen,
bis der Gegner qualvoll kreißt,
soll er seinen Mut verspritzen,
bis er merkt, was „Bridge-Sport” heißt.
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Der Handschuh nach Friedrich von Schiller
Es steht noch immer im Garten,
das Kampfspiel zu erwarten
der Turnierleiter jetzt,
in Loiben, vor dem Salett’l
hat aufgeklebt er die Zett’l,
das Turnier ist gut besetzt.
Und wie er ruft in die Menge,
erhebt sich sofort ein Gedränge,
im Hause, mit bedächtigem Schritt,
ein Starker den Tisch Nummer eins betritt.
Und sieht sich stumm
und ringsum um,
mit langem Gähnen,
und kaum zu erwähnen ,
streckt er die Glieder,
und setzt sich nieder.
Und der Gong ertönt wieder.
Da kommet behend,
die Menge hervor.
Daraus rennt
mit wildem Sprunge,
sein Partner hervor.
Und wie er diesen erschaut,
gähnt auch er laut.
Schlägt auf den Tisch trocken,
ein Glas hüpft erschrocken.
Durchlüftet die Lunge.
und im Kreise weit,
er dem Kellner schreit,
grimmig murrend.
Doch dann trinkt er schnurrend,
und weg geht er wieder,
setzt sich nicht nieder.
Und der Gong ertönt wieder.
Und es betreten and’re das Haus,
die beiden seh’n nach Gegnern aus.
Die stürzen in mutiger Kampfbegier,
sich auf den sitzenden Gegner hier.
Doch der erhofft sich den ersten Platz.
Er, unter wildem Gebrüll,
richtet sich auf, dann wird es still.
Und herum im Kreis,
von Mordlust heiß,
Lagert der lüsternen Zuschauer Satz.
Und siehe, ganz hinten, an Zuschauers Rand,
Sind hundert Euro in schöner Hand.
„Ich will, dass zum einsamen Starken hinein,
ein Schwacher sich ausgibt als Partner sein“.
Und zum Anfänger spottender Weis,
wendet die Schöne sich in der Rund’,
„Willst spielend mich lieben, um jeden Preis,
Wie Du mir’s geschworen hast zu der Stund,
Ei, verdien’ Dir das Spiel und die Euro heiß.
Und schnelle springet der Jüngling hinein,
dem Starken saget er heiter,
„Dein Partner ist krank, ich spiel’ weiter.“
doch bevor ihn der Starke noch umgebracht,
hat er schnell einen Sprung in die Menge gemacht.
Und mit Erstaunen und Grauen,
sahen’s umstehend Männer und Frauen,
Und gelassen tritt er zur Schönen zurück,
das Lob schallt ihm aus aller Munde.
Aber mit freudig verklärtem Blick,
jetzt hat er verdient sich mit ihr das Glück,
empfängt sie ihn jetzt in der Runde.
Und er wirft den Hunderter ihr in’s Gesicht,
„Mit Dir, Dame, spielen, begehr’ ich nicht“.
Und meidet sie ab jener Stunde.
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Des Sängers Fluch nach Ludwig Uhland
Es gab seit alten Zeiten, das Bridgespiel hoch und her,
verstreut über die Lande, bis an das blaue Meer.
Aus Herren und aus Damen, des Intellektes Kranz,
entsprangen die Erfolge, wie Regenbogenglanz.
Da war ein stolzer Gambler, an Ruhm und Siegen reich,
doch wurden seine Partner und Gegner oftmals bleich.
Denn was er sinnt weiß keiner, und was er blickt ist Wut,
und was er spricht ist Geißel, doch spielen tat er gut.
Einst kamen zum Turniere, ein edles Partnerpaar,
der Ein’ in goldnen Locken, der And’re grau von Haar.
Der Alte spielt’ noch „Goren“, woraus so mancher schloß.
Dies würde nicht beherrschen, der blühende Genoß.
Der Alte sprach zum Jungen: „Nun sei bereit mein Sohn,
Denk d’ran zur Zeit zu passen, ich rede nachher schon.
Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz,
Wenn Pik ich lizitiere, dann sage nie die Herz.“
Schon steh’n die beiden Spieler, am Tisch zum Team im Saal,
und auf dem Nordplatz thronet, der Gambler stolz und fahl.
Er, vom Gehaben prächtig, wie blut’ger Nordlichtschein,
die Partnerin so schüchtern, als blickt der Vollmond d’rein.
Da nahm der Greis die Karten und spielte wundervoll,
dass reich und immer reicher, das Blatt zur Manche hinquoll.
Gelegentlich kam eben, des Jünglings „Pass“ hervor,
und auf des Alten „Kontra“, der Gegner stets verlor.
Sie spielten so freudig „Goren“, wie einst in goldener Zeit,
mit Taktik und Männerwürde und machten am Tische sich breit.
Sie spielten auch prächtig gegen, sodass der Feind erbebt,
sie spielten wie’s der Gambler, schon lange nicht erlebt.
Und alle die dies sahen, verlernten jeden Spott,
die Kiebitze des Gamblers, die sagten: „Sapperlot!“,
Die Partnerin zerflossen, in Wehmut und in Frust,
die zollt dem Gegner Achtung, trotz drohendem Verlust.
„Ihr habt mich irritieret, verlockt ihr nun mein Weib?“
Der Gambler schreit es wütend, er bebt am ganzen Leib.
Er wirft den Blick, der drohend, des Jünglings Aug’ durchdringt,
„Was glaubt denn dieser Alte, der den Kretin mitbringt?“
Und wie vom Sturm zerstoben, ist all der Kiebitz’ Schwarm,
der Jüngling aber röchelt, gestützt auf Partners Arm.
Die Runde ist zu Ende, unendlich ist die Qual,
mit hoch erhob’nem Haupte, verlassen sie den Saal.
Doch vor dem Bösewichte, da hält der Spielergreis,
erfasst die Bidding-Boxen, denkt nicht an ihren Preis.
Und vor ihm auf dem Tische, da hat er sie zerschellt,
Dann ruft er, dass es schaurig, durch Saal und Gänge gellt:
„Weh’ dir, du stolze Halle, du der Turniere Zier,
ich will dich nicht mehr sehen, wir spielen nie mehr hier.
Nein, Seufzer nur und Stöhnen, nie mehr der Spieler Schritt,
nur Ratten noch und Mäuse, so soll es sein, igitt.“
„Weh’ euch, ihr bunten Karten, im grellen Spielerlicht,
euch zeig ich meines Partners, beleidigtes Gesicht.
Dass ihr darob verrottet, dass jedes Spiel versiegt,
bis ihr in künft’gen Tagen, es mit dem Schimmel kriegt.
Weh’ Dir, verruchter Gambler, Du Fluch des Spielertum’s,
umsonst sei all Dein Ringen, nach dem Pokal des Ruhm’s.
Dein Name sei vergessen, in ew’ge Nacht getaucht,
sei wie das „Kontra“, das noch, zur Manche der Gegner braucht.“
Der Alte hat’s gerufen, der Himmel hat’s gehört,
die Gegner spielten besser, der Gambler war verstört.
Nur einen Partner hat er, gerüstet für die Schlacht,
doch der war übellaunig, und schon sind sie zerkracht.
Der Spielsaal der nicht groß war, ging beinah’ aus dem Leim,
er wurde umgewidmet, zum Obdachlosenheim.
Des Gamblers Name ziert nicht, System, zur Lehr’ kein Buch.
Versunken und vergessen, das war des „Goren“ Fluch.
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Der Totentanz nach J. W. v. Goethe
Ein Spieler sondiert, hält ein eh’ er geht,
im Bridgesaal genauest die Lage,
die Sitzordnung und die Turnierleitung steht,
gewinnt er heut’? stellt sich die Frage.
Es regt sich ein Gegner, ein anderer dann,
es strömt zu den Tischen bald Frau und bald Mann,
mit klugen gefestigten Mienen.
Es formet, sie woll’n sich ergötzen sogleich,
Nord/Süd und Ost/West sich zum Kranze.
So arm und so jung und so alt und so reich,
noch kann nicht beginnen das Ganze.
Und weil hier die Hemmung ganz selten gebeut,
beginnet ein Wirbel, der alles zerstreut,
doch Bridge gilt es leise zu spielen.
Nun regt sich ein Händchen, nun hebt sich ein Arm,
Gebärden da gibt es vertrackte,
dann klippert’s und klappert’s und scheppert es auch
die Biddingbox steht nun am Tisch zum Gebrauch.
Und kaum legt der Spieler das zweite Board vor,
da raunt ihm der Schalk, der Verführer in’s Ohr,
„Geh’, bluffe den Gegner durch Passen“.
Gedacht wie getan, er passet ganz schnell.
obwohl seine Punkte ihn drücken,
dann passet der Gegner, der Partner passt auch,
„Oh Himmel, mir sollte was glücken.
Der letzte am Tische, was tut denn der Mann,
wenn dieser jetzt passt, dann, Herrgott, bin ich d’ran,
mein Partner, der arme, wird rasen.“
Doch jener, der Vierte der stolpert zuletzt
und tappet und grapst zum Lizite,
und hofft auf den Parter, will schweigen dann jetzt,
vielleicht zieht er ja eine Niete.
Er rüttelt die Box und entscheidet sich nicht,
die Box rutscht bedenklich, verliert an Gewicht
und stürzt dann zu Boden geschwinde.
Die Box muß er haben, da rastet er nicht,
da gilt auch kein langes Besinnen,
er stürzt auf den Boden, ihn drückt sein Gewicht
und sammelt auf dannen und hinnen.
Nun ist’s um den Bluffer, den armen, getan,
der Gegner wird passen, er schickt sich schon an
zu suchen die schreckliche Karte.
Der Bluffer erbleichet, der Bluffer erbebt,
gern würde er jetzt lizitieren,
„Pass“ ist zu erwarten, wenn er sich erhebt,
der Suchende auf allen Vieren.
Schon trübt Bluffers Blick sich verschwindenden Seins,
Da donnert Turnierleiters: „Nachspiel gibt’s kein’s!“
Jetzt steht die Partie 60/40.
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