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  Ergebnisse Überstiche

Überstiche 


Fieber, Husten, Schnupfen ……    

und sonst nach allerlei: Da machen diesmal auch die Überstiche schlapp.

Trotzdem wollen wir an dieser Stelle nicht versäumen unser
Aschermittwoch-Turnier
Mittwoch, 22. Februar,
Buffet: ab 18.30 Uhr
Spielbeginn: 19 Uhr

anzukündigen und hoffen auf eine bis dahin wieder gesundete „Hering-Fangemeinde".
Für die Nicht-Fischesser gibt's natürlich fleischliche Alternativen.

 

 

© TGK, 18.02.2012

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„Heut' hat's aber an Winter“,    

 

stellte Renate Ostheimer beim Betreten unseres Clublokals fest, ohne damit großartige Neuigkeiten zu verbreiten. Der weiße „Papp“ war ja nicht zu übersehen. Vor allem in Linz, wo die Räumdienste einmal mehr absolut Herren der Schneelage waren, sich so gut wie gar nicht blicken und den Winter Winter sein ließen frei nach dem Motto: „Wird scho wieder wegtauen.“

 

Leider präsentierte sich der gestrige Mittwoch nicht nur ganz in weiss, sondern auch ganz in Virus, verbunden mit vielen Grippe bedingten Ausfällen. Allen voran Inge Mistlberger, die das Quecksilber auf beinahe 40 fiebrige Grad katapultierte. Grippale Absagen kamen weiters von Heidi Haiden, Wilma Wiesinger und „Grubi“ Grubhofer, womit das Starterfeld stark dezimiert wurde. 

 

Unsere Freude war daher groß, als kurz vor halb sieben die bekannten Stimmen unserer Steyrer Freunde in der Garderobe zu hören waren. Gustav Stieglitz  — „Wir sind heut' bei dem vülen Schnee extra früher wegg‘fahren!“ — hatte mit „Fini“ Jacoubi, Rudi Brandner und Heinz Priller gleich einen ganzen Tisch mitgebracht und damit unsere Lücken teilweise geschlossen. 

 

Lücken hatte auch unser Fussboden, der vor ein paar Tagen zwecks Verlegung einer elektrischen Leitung aufgestemmt wurde und noch nicht ganz verheilt war. Somit gab's gestern einige Improvisationen, die aber der guten Stimmung nicht geschadet haben.

 

Ohne jegliche Improvisation hat uns Greterl Luibrand mit einem herrlichen Gulasch und Erdäpfelknödeln verwöhnt. Dieses hätte natürlich mehr Abnehmer verdient, aber Gulasch schmeckt bekanntlich aufgewärmt noch viel besser und so freuen wir uns auf‘s nächste Mal. Das Gedicht für Greterl gab‘s übrigens schon am Samstag, also zwei Tage vor ihrem „Wasserfrau“-Geburtstag. Zwei Tage nach diesem bescherte sie uns mit ihrem Gericht aber nochmals ein Gedicht. Und als Wegbegleiter durch die Schneewehen stapften ihr exzellenter Apfel- und Topfenstrudel einher.

 

Wieder fit — ihn hatte die Grippe schon vorige Woche erwischt — setzte sich „Don Alfredo“ Fenzl beim anschließenden Turnier mit Ingrid Feichtlbauer und 58,3 Prozent an die erste Stelle. „Meine Partnerin wird des gar net glauben“, meinte er beim Verlesen des Ergebnisses. Hat sie aber gerne und damit ihre Baisse der letzten Spieltage hinter sich gelassen.

 

Renate Ostheimer und Marena Schattenberg, gestern sozusagen ein ad-hoc-Paar, kamen mit 56,7 Prozent auf den zweiten Platz. Da Renates Handy nie geläutet hat, konnte sie ihre volle Konzentration dem Spiel schenken und das hat sich ausgezahlt. Vielleicht ein Tipp für die Zukunft, wer weiß?

 

Rudi Brandner und Heinz Priller haben gestern für die nächste Runde der Team-Vereinsmeisterschaft in Salzburg trainiert. Zuletzt erfolgsverwöhnt durch den Aufstieg bei der Team-Landesmeisterschaft in die B-Gruppe gab es gestern 52,5 Prozent und damit den dritten Platz. Eine nicht ganz so perfekte Generalprobe soll aber ein gutes Omen sein und somit dürfen sich am Freitag ihre Gegner jetzt schon fürchten.

 

Erwin Messner und Thomas Ketzl erspielten mit 50,8 Prozent den vierten Platz, wobei TGK bei Erwin schon deutliche Fortschritte im Lizit feststellen konnte. „Nur das Heben einer Viererfarbe des Partners mit einer Dreierlänge musst Du Dir noch abgewöhnen, sonst klappt's schon recht gut“, meinte TGK als Resümee zu Erwin.

 

„Gulaschkönigin“ Greterl Luibrand spielte gestern mit ihrem Wolfgang Roth und Heidi Stöger im Dreierradl, wobei sich sowohl zu viel, als auch zu wenig Paprika ziemlich die Waage hielten. „Was hab' i denn jetzt scho wieda falsch g‘macht“, seufzte Greterl einige Male. Also beim Gulasch sicher nichts!

 

Etwas unrund verlief der Abend für Gustav Stieglitz und Josefine Jacoubi. Einige Missverständnisse und Fehleinschätzungen der Punktestärken waren die Ursache und damit so mancher Kontrakt etwas zu hoch.

 

Am Ende fuhren aber alle hochweiß nach Hause: „Kein Wunder, bei dem vielen Schnee.“           

 

© TGK, 16.02.2012

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Narrentreiben, fliegende Omeletten und volle Gläser      

 

Siehe Faschingsturnier 2012!          

 

© IAM, 12.02.2012

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Ohne Pause, kein Backgammon    

 

 

und somit keine garantierten Chancen auf den Sieg für Ezzat Arige. Also musste er beim Bridge Gas geben, man will ja doch nicht umsonst gekommen sein und, der Abend konnte noch gerettet werden.

Wir anderen waren ja weniger unter Druck, da wir im Gegensatz zu Ezzat, der seine Killerinstinkte vermutlich aus dem knurrenden Magen holt (mir wurde als Anfängerin von Silvio Spieß Braccaforte empfohlen: „Hast an Hunger, spüst garantiert über fuffzig Prozent!“). Während wir TGKs herzhafte Lasagne mit Salat zu uns genommen hatten, Greterl Luibrands wunderbaren Topfen-/Apfelstrudel nachlegten und Käse und Weintrauben immer wieder ein wenig zum D'rüberstreuen stibitzten, konnten auch noch kleine Geheimnisse mitgehört werden, wie zum Beispiel, dass Greterl und Wolfgang als Süßspeise für das Faschingsturnier ihre tollen Omeletten einplanen. Da haben wir nämlich bereits die erste Unterhaltungseinlage: wer von beiden kommt wann in den Besitz der Pfanne? (bisher: Wolfgang: „Dei Pech, dass'd das net schupfen kannst“, Greterl: „Aber, es is immer nu mei Tag (Teig).“ Wolfgang: „Machen tuat's, wer die Pfaunn' hat“) und da setzt sich auch heuer sicherlich wieder der Highländer durch. Da wir gnadenlos auf diesen Sketch bestehen werden, erleben wir hoffentlich doch einmal, dass Wolfgang so ein Ding daneben schmeisst. Nur nicht auf den Plafond, bitte, das gibt Flecken beim Abkratzen.

 

Jetzt aber zum Sieg von Ezzat Arige mit mir mit 61,90 %. Dabei haben wir einige Prozente verschossen. Ich habe einen Splinter nicht realisiert, da mir Ezzats andere Anwendung der Konvention nicht bekannt war und das Gegenspiel lief gelegentlich nicht präzise genug. Alles in allem waren wir aber zufrieden und so brauchte Ezzat sein eigenes Zitat, welches er so gerne dem Gegner zum Trost für dessen schlechtes Ergebnis mitgibt „Ist ja nur ein Spiel“ nicht zu  schlucken.

 

Den zweiten Platz, mit 59,03 %, erspielten Thomas Ketzl und Harald Schachner in echter Blue-Club-Manier. Uns nahmen sie jedenfalls einmal ziemlich uncharmant die Lizitmöglichkeit. Wir revanchierten uns (eigentlich waren sie es selbst) mit einem Faller für sie in Vier Ohne. Ezzat: „Was heißt denn Vier Ohne in Blue Club?“ Harald: „Nix Ungewöhnliches.“ Ich: „Nix, er hat's halt einfach passt.“ Ezzat: „Aha.“ Nach dem Spiel, Thomas: „Ganz einfach, mir spün Vier Ohne oder eine Unterfarbenmanche, des hat mit Blue Club nix z' tuan.“ Ezzat: „Doch eher ungewöhnlich.“ Harald: „Na, eher unmöglich.“

 

Die Drittplatzierten, mit 57,64 %, Maria Grubhofer und Gerhard Sobotka, turtelten wieder in gewohntem Sarkasmus und wackerem Dagegenhalten. Bei Marias betoniertem Grundsatz: „I muaß mei Blaott beschrei'm“, allerdings meist unter konstanter Nichtbeachtung von Gerhards Lizit, die letzten Endes gegen uns einmal zu zwei unnötigen Fallern führte, erstarrte Gerhard zuweilen geradezu (wie Lots Weib) zur Salzsäule. Und das war gut so, denn Salzsäulen pflegen keinen Ton von sich zu geben, sie sind nur bleich. Der Vorwurf: „Herst, was bist denn so unfreindlich?“ traf Gerhard beim Einsammeln der Tischkarten und löste bei ihm einige schwer definierbare Laute aus, es könnte auch ein Schluchzen gewesen sein.

 

Sehr wacker geschlagen, mit 53,47 %, haben sich die streng blickende Heidi Haiden und Marena Schattenberg und holten sich damit den vierten Platz. Wahrscheinlich galt Heidis Miene, da sie ja sonst die Güte in Person ist, ihrem Lieblingsfeind Ezzat, der ein rechter Schelm vorzüglich im Umgang mit der Damenwelt ist, so wie es eben die Sitte in Damaskus verlangt. „Lass' Di von dem net irritier'n“, sagte sie zu Marena, „der hat da überhaupt nix z' red'n.“ Marena: „I kenn ihn eh, verlass Di auf mi.“ War vielleicht ein bisserl übertrieben, aber die Runde endete ausgeglichen.

 

Am fünften Platz landeten Lisi Lampl und Renate Ostheimer. Lisi: „I bin ganz wüd (wild) auf die Kart'n, was i inzwischen all's g'lernt hab.“ Ich: „Wart' nur, bis d' auf der Kur wieder mit der Steffi spüst, da kumman zu Deine Kenntisse schau nu a paar Anweisungen.“ Lisi: „Nur ane.“ Renate: „Welche?“ Lisi: „Lüg mich nie wieder an.“ 

Daraufhin packte Renate den Rest ihrer Lasagne in die Alufolie und meinte: „Des ist der Rest, i hab nur a klans bisserl g'essen, frag' die Ingrid.“ „Lüg' mich nie wieder an“ wäre hier, schätzungsweise, absolut widerleglich und unpassend gewesen. 

 

„Ich hasse dieses Spiel“, hallte es verbittert durch den Spielsaal und ein energisches Greterl Luibrand stolzierte zur Weinflasche, um sich ein Kummer-Achterl einzuschenken. Dass Wolfgang Roth ebenfalls aus dem Bierfläschchenen nachfassen ging, könnte purer Zufall sein, denn es verlief dies alles in bester Friedfertigkeit und Nachfragen kam absolut nicht in Frage, denn sollte Greterl beim Lizit „gelogen“ haben, will ich es hier nicht breittreten.

 

Die siebten, Rudi Harasek und Ingrid Feichtlbauer, folgten dann ziemlich dicht darauf und schrieben sich vier Sessel auf: 44,44 %. Ein schönes Ergebnis und für Ingrid der Beweis, es geht immer wieder bergauf. Auch Rudi arbeitet sich konsequent nach vor, erschwerend ist für ihn natürlich, dass er jetzt jede Menge neuer Konventionen lernt. Kamen diese im Turnier weniger oft zum Tragen, hat er bereits ganz hervorragende Ergebnisse eingefahren.

 

Lautstark, aber ziemlich glücklos, agierten Helmut Koch und Fa Beheshti über weite Strecken des Abends. Was wirklich dawider lief, ist konkret nicht zu sagen. Als sie gegen Ende an unserem Tisch spielten, ließ eine gewisse Schicksalsergebenheit sie bereits ihre Scherze treiben. Helmut: „Spüts ihr, damit mir net fall'n.“ Ezzat: „Ist doch nur ein Spiel.“ „Gib Ruh', Du Russen-Freund.“ Ezzat: „Ha, persischer Ölfreund.“ Es tut sich mehr im Osten, als am Bridge-Tisch, sakradi!

 

Heidi Stöger und Erwin Messner probten gelegentlich den Aufstand und kamen auch manchmal recht gut durch damit. Erwin versucht eben, in den einzelnen Konventionen Fuß zu fassen, manchmal lief es allerdings noch nicht fehlerlos, aber Heidi hatte so manches Kompliment für ihn übrig. „Gegenspiel ist tadellos.“ Und mit etwas Übung klappt's dann auch mit dem Lizit und nicht bei den Gegnern.           

 

© IAM, 09.02.2012

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Die Ruhe nach dem Sturm    

 

 

„Heit' mach'n ma's uns g'mütlich“, sagte TGK, als wir in den Club fuhren und Erika Kasbauer, Ingrid Feichtlbauer, Renate Ostheimer und ich waren ganz seiner Meinung. Wir alle hatten nämlich die Ochsentour der Landesmeisterschaft vom Freitag und Samstag hinter uns und benützten jetzt den Ersatzspieltag des gestrigen, ausgefallenen, wöchentlichen Samstagturniers, um uns wieder abzuturnen. 

 

Um zur geistigen auch die körperliche Ruhe kommen zu lassen, stattete uns TGK zu allererst mit köstlichen Schinkenfleckerln (Renate Ostheimer: „Hast es g'sehn, wos i heit ois g'gessen hab? Locker zwa Portionen.“) und Salat aus, Weintrauben und Käse hatten wir ebenfalls in genügender Auswahl, der Kuchen war hervorragend und stand appetitlich aussehend auf dem Tisch, leider allerdings nicht im Club, sondern in der Wohnung von TGK. Das war aber schon sein einziger Fehler. Wir hielten uns aber dann notgedrungen an den Schweden-Bomben schadlos.

 

Locker ging es dann in's Spiel. Ex aequo erreichten Renate Ostheimer mit mir und Riki Komar mit Heidi Stöger 66,67 % und somit den ersten Platz. Für Renate (Sechz'g Boards gestern, des war'n schau vü") ist jedes teigartige Papperl ein Lebenselexier und so war sie, trotz enormer Überfüllung ihrer Magengrube, nicht zu bremsen und die Gegner fühlten sich des öfteren ziemlich verunsichert, wenn ihnen plötzlich Renate in's Lizit pfuschte. Einmal meinte sie nachher entschuldigend zu mir: „I bin nämlich stark, leider muass i Dir mei schwächste Farb nenna.“ Trotzdem haben wir zusammen gefunden.

 

Heidi: „Wann mei Partnerin was sagt, heb' i's.“ Sie gingen auf Vier Pik. Renate hatte Treff zwischenlizitiert, ich hatte sie einmal gehoben. Nach Vier Pik hebe ich auf Fünf Treff. Riki: „Na sowas, des geht net, also dann, na ja, probiern ma's.“ Sie legt Fünf Pik. Renate: „Wann ma schon verteidigen, verteidigen ma immer“ und geht auf Sechs Treff. Heidi: „So viel Mut g'hert belohnt“ und legt Kontra. Ich: „Renate, wir habn jetzt gegen eine Verteidigung verteidigt.“ Riki: „Des kann ma wohl sag'n.“ Heidi: „Net sag'n, falln, einfach fall'n!“ Zu Befehl, wir sind einmal im Kontra gefallen. Riki: „Fünf Pik, mir wird jetzt nu ganz schlecht.“ 

 

Den dritten Platz belegten Erika Kasbauer und Thomas Ketzl. Manchmal war man sich nicht ganz einig, eher mehr im Lizit. Als Erika in einer Partie mit einer Herz eröffnet und dann die Pik-Ansage von Thomas erhöht hatte, waren sie zum Endkontrakt von Vier Pik gelangt. Thomas, der ein weiteres Stärkegebot abgegeben hatte, war als er den Tisch sah, nicht besonders glücklich, denn er fürchtete einen Sechser verschenkt zu haben. Wesentlich glücklicher wurde er dann allerdings, als nach dem Ausspiel sofort ein Schnappstich folgte. Erika: „Siachst es, war eh net ganga.“ Thomas: „Da fall i liaba, als das i des net ansag.“

Renate: „Des is Charakter.“

 

„Sind wir heut' letzter?“ fragte Fa Beheshti seinen Partner, Fredi Fenzl. Don Alfredo: „Na, nu weida hinten.“ Irrtum, auch wenn Ihnen das Glück nicht besonders hold war, so waren sie doch wesentlich weiter vorne als nu weida hinten.

 

Zurück blieb eine völlig am Boden zerstörte Ingrid Feichtlbauer, aber wenigstens liebevoll betreut von ihrer Partnerin, Marena Schattenberg. Ingrid hatte an den Vortagen erstmals die äusserst anstrengende Team-Landesmeisterschaft gespielt und wurde auch sehr gelobt für ihre Leistungen. Heute wurde es ihr dann zu stark, die Konzentration reichte einfach nicht mehr aus. Getreu ihrer gewohnt selbstkritischen Haltung brach sie in Selbstverwünschungen aus und beschloss ad hoc sich von Bridge zu trennen. Sie konnte aber durch allgemeine Tröstungen („Des geht am Anfang an jed'n so, da muaß ma durch.“ Marena: „Da muaß ma hart wer'n“) wiederum zurückgewonnen werden.

 

Ob wohl ein einziger, normal vernünftiger Mensch, der nicht Bridge spielt, auf die Idee käme, dass es sich hier um ein köstliches Freizeitvergnügen handelt?          

 

 

© IAM, 05.02.2012

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Adieu, USB-Stick!    

 

 

Er war zwar ein wichtiger Faktor, unser kleiner Freund, ermöglichte er es doch, auf unserem Home-PC noch am selben Abend/Nachmittag die Spielergebnisse in's Internet zu stellen. Gestern, am späten Nachmittag, überraschte uns eine offene Club-Türe und Licht in allen Räumen, die eigentlich verschlossen hätten sein müssen.

Des Rätsels Lösung: Don Alfredos Major domus war mit einem Helfer dazu am Werke, bis direkt über unseren Computer die Leitungen für Telefon und Internet zu legen. „Morgen“, sagte er, „können wir den I-Stecker verlegen.“ Was sagt man dazu, schwupp, schon sind wir oneline. Auch eine direkte Elektrozuleitung zu unserem Buffet, die das Kabel unter dem Teppich ersetzen wird, ist in Arbeit. Herr Rudnick: „Dass se des Kabel unterm Teppich durchdruckt, stört in Herrn Fenzl sein Schönheitssinn.“ Welch Segen für uns. Fredi: „Seit an halben Jahr red i dauernd davon, aber i werd erst berücksichtigt, wann alles andere im Haus fertig is, sogar die Garage.“ 

Da wird Don Alfredo wohl enorme Wartefristen haben, denn sein Anwesen ist kein Haus mehr, sondern eher schon ein Dorf, was allerdings eine gute Voraussetzung dafür wäre, dass, wenn er an der Reihe ist natürlich, die hässlichen, platzraubenden Rigips-Platten aus unserem Abstellraum auch noch verschwinden könnten. Dafür versprechen wir hoch und heilig, jeden Versuch zu unterlassen, uns in seinem Haus noch weiter auszubreiten. Wie auch immer, unser Motto vertieft sich von Mal zu Mal: „Gott schütze Don Alfredo,“

 

Gott schütze auch TGK und erhalte ihm die Arbeitskraft, denn die Verköstigung entwickelt sich immer mehr zu einer Säule unseres Club-Lebens. Gestern wurden wir überrascht mit BBS, für den Outsider: Bohnen-Birnen-Speck-Eintopf. Mit Petersilienkartofferln zusammen, einfach köstlich. 

Greterl Luibrand lieferte danach den besten Zwetschkenkuchen ihrer Karriere. Damit die weißen Zwetschken auch weiß bleiben würden, beträufelte sie sie mit Zitronensaft und das gab ihnen einen unnachahmlich leicht säuerlichen Beigeschmack. Trick vier kam zur Anwendung: Schneide jede Portion noch einmal in die Hälfte, dann reicht es für doppelt so viele Personen. Ergebnis: effektiverer Trick wird gesucht!

Auch Käse und Weintrauben lösten sich spurlos auf.

 

Auf dem erstem Platz, mit 59,04 %, landete die ehemalige Partnerschaft Wolfgang Roth und Gerhard Sobotka. Wolfgang, der ansonsten von Greterl Luibrand „trainiert“ wird, konnte nach langer Zeit wieder einmal sein angestammtes System spielen und seinem Partner voll vertrauen. „Wast Grete“, sagte er vor dem Turnier zu ihr, „wannst vor mit bist in der Wertung, nimm i Dir des sehr übel.“ Greterl fühlte sich ob eines derartigen Ansinnens natürlich geschmeichelt und Wolfgang hat wieder einmal seinen Stein im Brett.

 

Obwohl wir schuldlos die Spuren verfehlter Lizite anderer Partnerschaften zu tragen hatten, gelang es Renate Ostheimer und mir, mit 58,84 %, auf dem zweiten Platz zu kommen. Es war ein ruhiger, gemütlicher Nachmittag, Renate hatte nicht ein einziges Telefonat zu verantworten und für Fehler waren wir beide gestern wirklich nicht zuständig.

 

„A blede Partie von mir hat den Sieg 'kost“, räsonierte Thomas Ketzl, dabei war sein dritter Platz (58,82 %) mit Erwin Messner ohnehin die Sensation des Abends. Erwin spielt noch nicht lange und hat Probleme mit dem Lizit. Obwohl sich auf diesem Gebiet gestern auch einige Fallen auftaten, hat er sie gut gelöst und Hand- und Gegenspiel waren tadellos. Ein Hoffnungsträger. In Wirklichkeit hatte Toms Verteidigung mit Sechs Herz gegen unsere Sechs Karo uns den Sieg gekostet.

 

Mit 55,45 % kamen Ezzat Arige und Fakhreddin Beheshti auf den fünften Platz. Die beiden, nicht auf dem fliegenden Teppich, sondern dem des Nichtraucherraumes, erlaubten sich gegen uns zwei gute Partien. Ein, auf das Raten angewiesenes Ausspiel zu ihren Gunsten und ihr gewagtes Überlizitieren unseres Kontraktes veranlassten Ezzat wiederum, uns zu einer zweiten Spielrunde gegen ihn und Fa einzuladen. Ein dezenter Hinweis von mir, dass unter den momentanen Verhältnissen eine Abschiebung nach Damaskus für ihn äusserst gefährlich sei, quittierte er mit: „Nein, nein, bleibt wo ihr seid.“  Fa: „Ha, ha, für mich gilt das ja nicht.“ 

 

Knapp dahinter, mit 56,58 %, schoben sich Maria Grubhofer und Fredi Fenzl auf den vierten Platz. Da der Gesprächspegel an diesem Tisch zwar nicht übermässig laut, wenn auch permanent war, dürfte nicht allzu viel daneben gegangen sein. Nur einmal hörte man „Grubi“ laut und süffisant bemerken: „Weil'st oiweil so überlegen bist.“ Was denn Schluss zulässt, dass sie bei dieser Gelegenheit eher unterlegen gewesen sind.

 

„I hoff', des war jetzt richtig“, sagte Gerda Neuhauser, als Harald Schachner ihr Lizit alertierte. Renate: „Was spüt's denn leicht?“ Gerda: „Blue Club.“ Auch wenn Gerda noch nicht so geübt sein dürfte, es klappte alles vorzüglich, und 55,18 % und der sechste Platz sind schließlich ein guter Erfolg. Harald spielt dieses System ja schon länger. Dass wir allerdings diese Runde rechtzeitig beendeten, war auf Haralds Konto zu buchen, denn Renate hinterfragte jetzt jede Ansage genau. Harald: „Die paar Lizite, die ma net alertieren, san echt, der Rest dauert.“

 

Genau auf 50 % und den siebten Platz pendelten sich Heidi Müller und Paola Schatzlmayr ein. Der strengen Heidi süsser Hund hat zwei Tage die Woche Ausgehverbot und wurde daher zu Hause gelassen, was in diesem Falle vielleicht sogar nicht schlecht war, denn, wie es im Club mindestens vierteljährlich vorkommt, fand gestern wieder eine gross angelegte Suchaktion statt. Heidi hatte einen goldenen Ohr-Clip (verhältnismässig gross) verloren. Gezielt suchten wir zwischen dem Turnier und nachher den dafür in Frage kommenden Teppich und das Umfeld ab, denn Paola hatte des Terrain ziemlich genau abgegrenzt. „Da san ma g'sessen, da hat's ihn noch ob'ng'habt“, sagte sie, „sie hat ja jetzt nu den Abdruck am Ohr.“ Wir suchten auch noch mit Bürste und Besen, nachdem die beiden nach Hause gefahren waren, nichts. Etwas später der Anruf: „Suchts nimmer, der Clip ist im Auto gelegen, am Boden.“ Nicht nur Paola, wir allesamt waren schlechte Zeugen, niemanden ist, angefangen von ihrem Eintreffen an, die einseitige Auslastung von Heidis Lauschern aufgefallen.

 

Den achten Platz belegten Greterl Luibrand und Heidi Stöger. Die beiden unterhielten sich den ganzen Abend über einfach blendend. Heidi: „Guat hat's gspüt, die Grete, i hab sie schon belobigt.“ Grete: „A paar Mal hätt i nix sag'n soll'n, oder?“ Heidi: „Bei mir derfst red'n, und spün natürlich a, hat mi recht g'freut.“ Man hatte ja angenehmer Weise mehrere hinter sich gelassen.

 

Riki Komar und Adi Korista spielten zwar ruhig, aber nicht übermässig glückvoll, ich glaube, die crux lag im Lizit.

 

Bei Rudi Harasek und Fritz Schmid traf dies auf jeden Fall zu. Zu oft waren sie im falschen Kontrakt oder kamen zu hoch. Teilweise verlangten die Blätter nämlich äusserste Zurückhaltung, denn nicht selten kam es vor, dass wechselseitig die Partner in der langen Farbe des anderen chicaine waren und dies oft in einem Spiel noch gegenseitig. Durchsetzung war gleichbedeutend mit Fallen.

 

„I hab' scho a Depression, ja hab i, hab i einfach“, stellte Ingrid Feichtlbauer fest, „des passiert ma jetzt zum dritten Mal hintereinander.“ Ich: „Des kannst Dir ruhig schenken, schlagt eh wieder um.“ Ingrid: „Ja, aber drei Mal hintereinander.“ Ich, (unbesonnen): „Aber was, des geht oft Monate so.“ Ingrid: „Du manst, bei mir dauert's dann Jahre?“
 

Also, wer mich zum Freund hat erspart sich zwar nicht seine Feinde, braucht aber möglicherweise einen Psychiater. War hundertprozentig nicht so gemeint Ingrid, ich versteh' es halt nur so schlecht, mich auszudrücken.          

 

© IAM, 02.02.2012

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„In der ersten Hälfte hab' i mi net wieder erkannt“     

 

meinte Don Alfredo, nach dem er die Laudatio zu seinem Geburtstagsfest gehört hatte. Logo, war ja auch alles ein bisserl haxlbeisserisch und der gefinkelte Fredi nutzte geschickt und mit blauäugigster Miene das Schlupfloch ala: I kriag des alles net mit. Aber in der zweiten Hälfte waren wir, trotz aller Unschuld, d'accord. Die Geburtstagstorte, mit Herzkerze in der Mitte, war, in Hinblick auf die überraschend eingetroffene Spieleranzahl, ein wenig „mickrig“ ausgefallen, eben war sie noch da, schon war sie weg. Natürlich floss wieder einmal das „Sprudelwasser“ in Strömen und wir hatten auch noch ein zweites Geburtstagskind zu befeiern, nämlich Fritz Schmid, dem wir alle wesentlich weniger Jahre zugetraut hätten und das ohne Botox und Silicon.

 

Zur essensmässigen Versorgung brachte TGK Reisfleisch vom feinsten und Salat auf den Tisch. Anschließend war sein berühmter Schokolade-Kuchen angesagt, die Geburtstagstorte war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr existent, aber Käse, Obst und Resch & Frisch sorgten dafür, dass niemand dystrophischen Schaden nahm. Na, und letzten Endes lauern am Bar-Tresen immer noch jede Menge Mini-Schwedenbomben auf durchziehende Naschkatzen.

 

Ad arma! Den Sieg, mit 62,05 %, holte sich Maria Grubhofer mit mir, obwohl wir nicht einmal einen dahingehenden Verdacht gehegt hätten. Die Blätter waren unglaublich und konstant verzogen, nachdem aber einige Mischer am Werk waren, scheint generell eine Säule der Wahrscheinlichkeit eingebrochen zu sein. Ausserdem hätte ich mich (als Nichtraucher) im allgemeinen Raucherraum viel wohler gefühlt, denn, ich hasse Klausuren, auch wenn sie mit mehreren Tischen besetzt sind, aber Maria hatte mich um diesen Sitzplatz gebeten.

 

Mit lächerlichen vierundvierzig Hundertsteln dahinter, nämlich 61,61 %, liefen Uli Miller und TGK Ketzl in's Ziel. Thomas war äusserst zufrieden, nur Uli, die bei Bridge prinzipiell Kritikaster in eigener Person ist, versicherte sich immer wieder der Tatsache, richtig gehandelt zu haben. Anderes steckt sie locker so nebenbei weg, zum Beispiel, dass sie wenige Tage zuvor bei einem schweren Autounfall von einem Lastwagen gerammt wurde, erwähnte sie rein zufällig.

 

Auf den dritten Platz, mit 59,38 %, kamen Renate Rathmair und Fredi Fenzl, unsere Kollegen im Nichtraucherraum und Weltmeister in der Systembesprechung, wobei Renatchen die vorverlegte Assenfrage mit Vier Treff auf's Auge gedrückt bekam und prompt ging es schief. Renate: „Also, kenn' i mi jetzt net aus, oder hab i 's falsch verstanden?“ Beides vermutlich.

 

Vierte, mit 53,57 %, wurden dann Traude Donabauer und Paola Schatzlmayr. Die beiden waren, bis sie an unseren (letzten) Tisch kamen, sehr gut unterwegs, fielen dann aber schuldlos den militanten Liziten von Grubi zum Opfer. Zum Beispiel entschied Maria in einer Sechs Herz-Partie (eine Seite ist Pik chicane) auf Sechs Ohne. „I wü des jetzt spün, basta.“ Leider eine Null-Partie für die beiden Damen. Paola, bei der Verabschiedung nach dem Turnier zu mir: „Aber richtig bedankt habt's Euch bis jetzt nu net bei uns.“ So sei es denn jetzt über das Internet.

 

Den fünften Platz erreichten Lisl Eiselsberg und das Geburtstagskind Fritz Schmid. Eine sehr schöne Leistung. Lustig war nur, dass Lisl die letzte war, die erfuhr, dass ihr Partner an diesem Tage, punktgenau, seinen Geburtstag hatte. Sie stürzte auf Fritz zu: „Na, geh“, sagte sie, „jetzt reden wir schon eine Viertelstunde über Krankheiten und ich hab' noch nicht einmal gratuliert.“  Als Zuschauer muss man aber sagen, dass Fritz bereitwillig in das Thema eingestiegen ist. Also, nix passiert. 

 

Auf Platz sechs fanden sich Riki Komar und Erika Kasbauer, die anscheinend ebenfalls ihr Leiden in den verzogenen Blättern hatten. Da war von unglaublich, blödsinnig, ja sogar von Giftmüll die Rede. Riki: „Wer hat den des g'mischt?“ Ich: „Des war'n mehrere.“ Erika: „Bleder hätts ana allan a net mach'n kenna.“ 

 

Die siebten, Sonja und Manfred Turner, waren auch nicht wirklich glücklich über die verwirrenden Hände. Gelegentlich ging das Lizit in den Graben, im Gegenspiel ließen sie sich aber nichts nachsagen.

 

Ex aequo belegten den siebten Platz Heidi Stöger und Rosi Kohlberger. „Na, so was“, meinte Heidi nach dem Turnier, „des war heit mehr zum Rat'n als wia zum Spün.“ Ähnlich dürfte Rosi die Sache gesehen haben, zumindest hat sie ziemlich ausführlich genickt.

 

Greterl Luibrand und Wolfgang Roth, das Überraschungspaar des Nachmittags, kämpften ebenfalls gegen das Übel der Verteilung, meistens war es aber ein Kampf (nur spielerisch gesehen und ganz friedlich) gegeneinander, da Greterl, verständlicherweise, diesen Blättern noch nicht gewachsen war. Da gingen weitaus routiniertere Spieler als sie in die Knie. aber es erwarteten Grete immer wieder ermunternde Worte von Wolfgang. Wolfgang nach dem Turnier:„"I habs kumma g'sehn, i hab g'sagt, heit wern ma vorletzta. Na. wia lieg i?“  Punktgenau.

 

Lisi Lampl und Renate Ostheimer standen natürlich ebenfalls unter dem selben Unstern. Lisi allerdings, kontrierte eine meiner Verteidigungsansagen und der Erfolg gab ihr Recht, einmal nicht. Dies ermunterte sie zu einem weiteren kecken Kontra auf Grubis Fünf Karo (Renate: „Herst, warum kontrierst den des?“), welches sie leider dann hundert Prozent kostete. Lisi: „Jetzt schau da des au. Ich hab's Herz Ass, 's Treff Ass und die Pik Marriage, da fahr' i d'rüber.“ Renate: „I sagert eher, d'runter.“

 

Dass man Schönheit schnell nutzen muss, da sie vergänglich ist, ist sattsam bekannt, aber dass sie im Gegenspiel von Anfang an nichts wert sein soll, das ist schon starker Tobak.         

 

 

© IAM, 29.01.2012

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„Jetzt brauch i a Glückshormon“    

 

rief Don Alfredo, sprang auf, lief an die Bar, und kam mit einer Schwedenbombe wieder zurück. Inzwischen versuchte Riki Komar ein ziemlich verkrachtes Lizit durch gesegnetes Handspiel zu egalisieren. Der Erfolg war eher kosmetischer Natur, sie fiel ohne Kontra.

 

Möglicherweise hatte das Gulasch, dem TGK eine ordentliche Portion Zwiebel verpasst hatte, einige Spieler scharf gemacht, denn es wurde einige Male zu hoch lizitiert. Es hatte aber allen geschmeckt und unsere Vegetarier waren auch zufrieden, denn sie konnten zum Salat auch Semmelknödel und Gnoggis essen, wenn es jemand wünschte, mit Ei.

 

Greterl Luibrands Topfenstrudel war heiss umkämpft und fand ein frühes Ende. Auch Käse, Weintrauben, Erdbeeren und Radieschen, samt Butter und Gebäck fand immer noch ihre Abnehmer.

 

Gewonnen haben das Turnier dann unsere Wüstensöhne, Ezzat Arige und Fakhreddin Beheshti und zwar mit 68,75 %. Da dürfte der Nichtraucherraum, in dem die beiden thronten, zum Schreckenskabinett für einige Paare geworden sein, in dem sie dann ordentlich ablieferten. Natürlich konnten die beiden ihre flotten Sprüche nicht vollständig zurückhalten, aber Lisi Lampl, unbeeindruckt, erklärte ihnen bei einer Partie, bei der sie ziemlich stichlos blieben und die ihnen einiges gekostet hatte: „Wie die Grubi immer sagt, ihr seids Mehlwürmer, na eigentlich Sandwürmer.“ „Ja“, sagte ich, „es ist festgestellt, dass es in Dubai und Damaskus an den heissen Sandstränden Sandwürmer gibt.“ „Ja“, sagte Ezzat, „und die Todesstrafe für weibliche Wesen ist bei uns die Steinigung, eine schreckliche Sache.“ Ein seltsames Land, wo man weibliche Sandwürmer steinigt, wenn ich das mal so sagen darf.

 

Den zweiten Platz, mit 60,42 %, erreichten Maria Grubhofer und Renate Ostheimer. Sehr hilfreich war für sie die letzte Runde, die sie gegen Lisi und mich spielten, da sich kleine Verständnisfehler eingeschlichen hatten. „Wannst es erklärst“, sagte Lisi, „is des völlig klar, aber manchmal hat ma so a black out.“ Ist nichts passiert, da kann man ohnehin für ein weiteres gedeihliches Spiel darüber reden, beim Autofahren schaut das ungleich unangenehmer aus, meistens. Renate riss uns durch gellendes Handy-Klingeln auch nur einmal aus den Sesseln. 

 

So spielten sich in aller Ruhe Heidi Stöger und Rudi Harasek, mit 52,78 %, auf den dritten Platz. „Meine Damen“, sagte Rudi, als am Tisch noch eine kleine Gesprächsrunde lief, „es besteht bereits die Möglichkeit zu lizitieren.“ „Gerne“, meinte die sich angesprochen fühlende Lisi, „wenn Du Dich entschließen könntest, den Anfang zu machen.“ „Ich erwarte für meine Pass-Karten immer die volle Aufmerksamkeit.“ Heidi: „Und dann rauscht er ma wieder auffi.“ Lisi: „Ja, für de Räusch, da braucht ma schon gediegene Kenntnisse.“

 

Mit 51,79 % erreichten Lisi Lampl und ich den vierten Platz. Schade, denn wir sind bis zur vorletzten Runde großartig gelegen, Nur hundert Prozent- und Überschnitt-Partien, dann sind wir durch fünf Null-Partien in der Mittelmässigkeit versackt. Lisi hat die Hand sehr gut gespielt und sehr gut lizitiert, der Schluss fiel dann schon unter Ermüdung. Lisi: „Wast, i muaß ma das immer noch vor Augen halten, dass i mi auf Deine Lizite verlassen kann.“ Das werden wir beim nächsten Mal gleich wieder üben.

 

50,69 %, und denn fünften Platz, schafften Riki Komar und Fredi Fenzl, mit oder trotz Glückshormon. Als Riki ein Antwort-Gebot im Sprung abgab, da die Farbe lang war, die Punkte aber unbeachtlich blieben, meinte Fredi, Schweigen wäre Gold gewesen. „Na“, sagte Riki: „Da muaß i in Rudi (Trauner) frag'n.“ Fredi: „Da wird er wohl zum Rudi Ratlos wer'n.“ 

 

„Mir san sechste, hast es g'hört?“ fragte mich Greterl Luibrand. „Super“, sagte ich, „und 8 Masterpoints hast a no kriagt.“ „Sehr gut“, freute sich Greterl. „Des is mir so wurscht“, grummelte Wolfgang Roth. Grete: „Aber mir net, i will meine Punkte hab'n.“ Ich war sehr stolz auf Grete und sie schafft es auch.

 

Erwin Messner und Thomas Ketzl kamen immerhin auf den siebten Platz, obwohl Erwin noch dabei ist, sich einzuspielen und verschiedene gängige Konventionen zu lernen. Recht gut hat er bereits im Gegenspiel agiert, der Rest ist zu erlernen. „I mach heut' viel falsch“, sagte er gedrückt. „Man macht immer wieder etwas falsch“, warf ich ein. TGK: „Was Erwin braucht, ist Übung im Lizit,“ Solche Dinge dauern bei uns kürzer als ein Wunder, na ja, vielleicht beinahe.

 

Adi Korista und Gerhard Sobotka, knapp dahinter, waren etwas glücklos, aber auch sie hatten Auffassungsunterschiede und an unserem Tisch das Pech, dass sie durch Lisis Überbieten zwei Mal ihr Lizit abbrechen mussten. Aber ihr Spiel verlief harmonisch.

 

Ingrid Feichtlbauer und Günter Reder scheiterten eindeutig am Lizit. Günter spielt einige Standard-Konventionen nicht und so gerieten sie in unspielbare Kontrakte. In dieser Hinsicht steht jedenfalls eine Auffrischung an. Äusserst bemerkenswert war dafür Ingrids Out fit, ein supertolles rotes Lederkostüm, Bridge-Lady in TDI-Ausführung sozusagen.

 

Wäre generell zu schön, könnte man beim Turnier eigenhändig den Turbo zuschalten, denn leider wäre oft: „Ja, mir san mi'n Rad'l do“ effektiv schon geprahlt.         

 

© IAM, 26.01.2012

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„Normalerweis' bin i jetzt längst im Bett“   

 

 

gähnte „Grubi“ Grubhofer heute räsonierend vor sich hin. „Geh, na“, meinte Renate Ostheimer, „es ist doch erst halba Fünfe.“ Grubi: „Ah so, is ja Nachmittag, na, die Finstern bringt an ganz durcheinander.“ Es war aber nicht die einzige Merkwürdigkeit des Nachmittags. TGK und die ankommenden „Welser“ stellten beim Eintreffen im Spiellokal fest: „Heit hat er aber eing'hazt, der Fredi“ und es war wirklich sehr warm, nur Renate Ostheimer stand während des Spiels auf und stellte fest: „Jetzt hol' i mir mein Schal, ma verkühlt sie ja beim Sitzen.“ Und weil aller guten Dinge drei sind, fragte Doris Eybl: „Was ist denn des im Reindl?“ Ich: „A Knödlg'röstl.“ Darauf hin Erika Kasbauer: „Aus Knöd'ln?“ Die Frage dürfte wohl mehr rhetorisch akzentuiert gewesen sein und später stellte sie anerkennend fest: „Des war wirklich sehr guat.“ Es gab aber zur Auswahl auch noch richtige Knödel, in einem Stück. Das warme Sauerkraut wurde von niemandem hinterfragt und der im Rezept so geheim gehaltene Schokolade-Kuchen von Thomas war, wie immer, vorzüglich. Auch von Käse und Weintrauben wurde ausgiebig Gebrauch gemacht.

 

Das Turnier entschieden, mit 65,63 %, Riki Komar und Renate Rathmair für sich. Riki scheint sich auf dem ersten Platz ganz offensichtlich einzunisten und hatte in Renate eine würdige Partnerin. „Na, na“, sagte Renate, als Uli und ich uns anschickten, Drei Pik zu spielen, „wirklich net, da bin i mit Vier Karo da.“ Einmal ist Riki gefallen und das war der Top. Feststellung Renates: „Recht guat is des net für euch.“

 

Den zweiten Platz, mit 54,02 %, erreichten Fredi Fenzl und Thomas Ketzl. Aber, es erging ihnen wie den zwei Königskindern: sie konnten zusammen nicht kommen, weder im Lizit noch im Gegenspiel. Ein ständiger Unruhepol.

 

Mit 51,34 % erreichten Uli Miller und ich den dritten Platz. Uli ist eine äusserst angenehme Partnerin und wir haben uns eigentlich recht gut geschlagen, allerdings mussten wir einige schlechte Partien hinnehmen, die nicht von uns verschuldet waren. Dass Poldl, der Hund von Doris Eybl, gerne hinter mir sass und mich eindringlich dazu animieren wollte, ihn ein wenig an Kuchen oder Käse zu beteiligen (er kennt das schwächste Glied in der Kette), brachte Uli leicht aus der Fassung. „Der Hund hinter Dir fasziniert mich“sagte sie. Ich: „Er stört mich nicht, Uli.“ Uli: „Du bist eh selber schuld“ und nach kurzer Pause: „er ist ja ein guter Hund.“ Da kann ich nur hoffen, ich falle nicht gar zu stark ab, gegen den Poldl.

 

Die vierten, Erika Kasbauer und Maria Grubhofer waren das Pendant zu Fenzl/Ketzl, keine Übereinstimmung. Besonders gelungen war die Runde, in der die beiden Paare gegeneinander spielten.

 

„Heit san mir letzter, es geht überhaupt nichts“, sagte Willi Mayr (Partnerin Doris Eybl) ein um's andere Mal. „Im Lizit oder Gegenspiel?“ fragte ich. „Sowohl, als auch.“ So arg war es aber gar nicht, die Percentage war nicht so schlecht und bei nur drei Resultaten braucht man nicht viele Eigenfehler zu machen, da reichen oft schon die Fehler anderer aus, dass man selbst in die Miesen gerät. Trotz allem ließen sich die beiden die Laune nicht verderben, aber etwas wäre da noch zu klären. Wieso redet Doris Willi mit Pinki an? Geht es hier vielleicht um sein rosiges Gemüt, denn seine Brille würde ich (wie auch Renate Rathmair) als rot klassifizieren, oder sehen die Damen selbst den charmanten Willi einfach durch die rosa Brille?

 

Für Ingrid Feichtlbauer und Renate Ostheimer lief das Spiel heute nicht besonders, wobei sich auch hier die Auswertung von nur drei Ergebnissen als ungünstig erwies. Renate, die nur eine einzige Heimsuchung in Form eines Telefonanrufes hatte, musste nach einer Urgenz ihrerseits sogar einmal zu Recht eine Belehrung Ingrids über sich ergehen lassen. „Na“, sagte Ingrid: „des muaß i sag'n, des hast ma Du g'lernt so, Du selber.“ Renate, mit einem Blick auf die Karten Ingrids: „Sicher net, ah, Du hast ja gar net, na, so was, des hast, des muaßt sag'n, ja, ja.“

 

So vollzog sich geradezu in Sekundenschnelle die Evolution einer Grundsätzlichkeit in einem Satz.       

 

 

© IAM, 22.01.2012
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„Heit' war i a Mal gedämpft,   

 

 

jetzt haut's da Heidi 's Hei (Heu) aussa“, stellte Lisi Lampl fest, als Heidi Stöger, gegen ihre sonstige Gewohnheit, gelegentlich eine hassardartige Gangart einnahm. Heidi: „Na, ja, has (heiß) ist heit herinnen, z' warm anzog'n bin i a (sie trug ausnahmsweise nicht ärmellos), aber heit spinnen eh alle a bissl.“ So oder ähnlich konnte man es ausdrücken und heute kennt man auch den Grund dafür, Wärmeeinbruch und Schneefall, der Wetterumbruch war in vollem Gange. TGK vergaß auf seine verabredete Partnerin Erika, Stiche, die nicht gemacht wurden, wurden urgiert, Schwedenbomben fielen zu Boden und Senf landete überfallsartig auf Kleidern und Tischtüchern. Heidi Haiden, im ziemlich warmen Nichtraucherzimmer: „Glaubst, der Fredi (Hausherr Don Alfredo) schimpft, wann i 's Fenster aufmach'?“ Elfi Stolz: „Dastickn (Ersticken) war natürlich a a Möglichkeit.“ Gleich darauf kam Fredi herein: „Is do has herinnen, a, ihr habt's eh 's Fenster offen, da muaß i d' Heizung z'ruckstell'n.“ Letzten Endes waren an dem ganzen verrückten Abend aber nur lässliche Opfer zu beklagen und Missverständnisse wurden manchmal zeitraubend, aber elegant, ausgeräumt.

 

Leider hatte TGK mit seiner einfachen Verköstigung (gemischter Würstel-Topf) keine Möglichkeit ausgelassen, einem witterungsbedingten Fehlverhalten Vorschub zu leisten. Es gab als Beilage Gulasch-Saft, einige Sorten Senf und Ketchup und in der Folge, braune, rote und mehrfärbig gelbe Flecken auf Kleidung und Tischwäsche. Greterl Luibrands Topfe/Apfelstrudel, köstlich wie immer, war schnell aus, fleckensicher, aber nicht bruchfest. Auch hier wurde der Teppich Zeuge einer gewissen Kreativität bei der Verteilung, ebenso bei den Schwedenbomben. Aber sonst, alles im grünen Bereich, denn Käse, Weintrauben und Obst gaben keinerlei Grund zur Beunruhigung.

 

In bunter Harmonie begannen wir also das Turnier und zwar mit einem absoluten Knaller: Greterl Luibrand/Wolfgang Roth und Christa Faschingbauer/Ezzat Arige teilten sich mit 59,82 % den ersten Platz. Grete, die jeden Montag jetzt fleissig, ohne Wolfgang, trainiert, muss ja ganz toll in Form gewesen sein (gespielt habe ich gegen die beiden nicht), denn gehört hatte man ganz selten, dass Wolfgang etwas auszusetzen gehabt hätte. Als Greterl seinerzeit in der panischen Aufbauphase war, habe ich sie immer getröstet: „Eines Tages wird er Dich anflehen, mit ihm zu spielen.“ Wer weiß, ob sie nicht schon auf dem direkten Weg dahin sind.

 

Ezzat und Christa, ein eingespieltes Paar, kamen die Verteilungen natürlich zu pas. „Ezzat“, sagte sie gelegentlich, wenn er sein Blatt auf den Tisch legte, „zag ma z'erst die Figuren, den Rest kannst langsam dazua leg'n.“ Aber warum sollte es seiner Partnerin besser ergehen, als seinen Gegnern. Als meine Partnerin, durch einen Irrtum, einen Stich weniger gemacht hatte, erklärte er ihr salbungsvoll: „Ist, doch nur ein Spiel, geht doch um nichts.“ „Ezzat“, sagte ich nach einer weiteren, ähnlichen Tirade, „wer glaubst Du, sitzt demnächst in einem Flugzeug nach Damaskus.“ Ezzat: „Keine Ahnung.“  Christa: „I scho, aber z'erst spün ma fertig.“  Ezzat konnte es aber auch einige Zeit später nicht lassen: „Können wir nicht noch einmal gegen euch spielen, das war so nett.“ Ich zeigte nur mit ausgestreckter Hand Richtung Osten. 

 

Den dritten Platz, mit 53,57 % belegten Erika Kasbauer und Adi Korista. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die beiden besprächen zwischen jeder Runde das System und der Erfolg gab ihnen Recht. Von Adi war aber auch bei kleineren Debatten bestenfalls zu hören: „Irgendwi siach i des net, na i siach des net.“ Mit einem derart abgeklärten Partner kann es nur zu sanften Gesprächen kommen. Unbefriedigend für beide Teile endete eine Diskussion über die Antworten auf die Zwei Karo-Konvention, die aber zwischen TGK und Erika geführt wurde.

 

Maria Grubhofer und Fakhreddn Beheshti erspielten 51,79 %. Uneinig bis ins kleinste, wie immer, debattierten sie sich durch das Turnier, erreichten damit immerhin den vierten Platz und werden sicher in Kürze wieder miteinander spielen. 

 

Mit genau 50 % kamen Heidi Haiden und Elfi Stolz, der Hitze trotzend, auf den fünften Platz. Schade, dass man sie nur zu Gesicht bekam, wenn man gegen sie im Nichtraucherraum spielte, obwohl ihnen hier der elegante Rahmen geboten wurde, den sie verdienten. Heidi, in rotorange von der schmeichelnden Wuschel-Schleife am Hals bis zur Taille und Elfi ebenfalls durchgehend in der besten Panier, boten nicht nur eine Augenweide, sie waren auch bester Laune, heiß war ihnen halt zeitweise.

 

Knapp dahinter, mit 49,55 %, lag Ingrid Feichtlbauer mit mir und ich war sehr zufrieden. Ingrid hat schon viel gelernt und hat ohne Belastung oder Zeitnot im Rahmen ihrer Spielstärke meistens die richtige Lösung parat. Ihr Problem ist vielmehr ein mentales. Sie lässt in jeder Situation ihr gesamtes Wissen Revue passieren, gerät unter Druck und wird nervös. Ein Zustand, in dem sie sich zwar auch schon vor Beginn des Turniers befindet, denn sie möchte unbedingt alles richtig machen. Im Laufe des Turniers wird sie ruhiger und bringt dann beachtliche Leistungen. Gestern musste sie zudem, bis auf zwei Boards, jedes Handspiel unserer Seite durchführen. Bei ihrem perfektionistischen Anspruch an sich selbst, braucht sie in erster Linie noch jede Menge Sicherheit durch Übung.

 

Wiederum mit geringem Abstand schlossen Fredi Fenzl und Erwin Messner an. Erwin durften wir erstmalig im Club begrüssen, da er sich seines ehemaligen Bridgefreundes Rudi Harasek erinnerte, der aber partnermäßig bereits vergeben war. Die Partnerschaft mit Don Alfredo ließ sich anscheinend recht gut an, einige Missverständnisse beruhten dann auf Lizit-Differenzen, aber dies pflegt bei erstmaligen Partnerschaften gang und gäbe zu sein. Jedenfalls, ein erfreuliches Debüt.

 

Lisi Lampl und Heidi Stöger, gelegentlich in höheren Sphären herum gurkend, mussten zudem noch einige Nuller hinnehmen, an denen sie keine Schuld trugen. Eine leicht unorthodoxe Spielweise von Heidi bescherte allerdings uns dann noch eine Null-Partie. „Die kriagt die zweite Flugkart'n nach Damaskus“, räsonierte ich, denn dieses Spiel traf auch uns zusätzlich zu den Härten eines nicht georteten Paares, welches zuweilen die Manche verweigerte, seinem Gegner den Top bescherte und einem Grossteil der anderen Spieler eine schlechte Partie. Spielt man nicht im Lauf, sitzt man halt auf der negativen Seite.

 

Wilma Wiesinger und Kichererbslein Riki Komar kämpften zwar tapfer wie die Löwen, aber es kehrte sich ständig alles gegen sie. „Des gibt's do net“, sagte Wilma, „wia mach i da an Stich mehr.“ Riki: „Wannst dem Gegner sagst, was er angreifen soll.“ Aber dieser zeigte sich absolut inkooperativ.

 

Renate Ostheimers Spruch des Abends klang ungefähr so: „Ja, wann i öfters mit dem Rudi (Harasek) spülert.“ Offensichtlich war nicht alles besprochen worden und so ging es gelegentlich um sein oder nicht sein. Als aber Renate wieder einmal nicht wusste, ob sie Rudis Einladung auf die Manche annehmen sollte und zu jammern begann: „Was hat er jetzt? Ja, wann i mehr vom Rudi wissert“, verbeugte sich Rudi und sagte: „Ich bin am 8. 4. 19.. (bleibt entre nous) geboren.“ Renate: „Super, jetzt was i zumindest, dass d' Hörndln hast.“

 

Da Hörndln aber nicht gleich Hörndln sind, fragte ich nach: „Ah, bist Du a Stier?“ „Na, sagte Renate, er is Widder.“ Ich: „Ja, aber ..“ Rudi zu mir: „Was redst denn da, vierter Monat, April.“ Ingrid: „Seid's vorsichtig, de schickt heit alle nach Damaskus.“        

 

© IAM, 19.01.2012

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Wenn der Frühling kommt .....   

 

So weit ist es leider noch nicht, aber, die Tulpen (vermutlich nicht aus Amsterdam, sondern aus dem Glashaus) stehen bereits auf unserer Bar. Helga Hitthaler brachte diesen Traum in Orange mit und alles erschien gleich viel fröhlicher und leichter, so dass den Ankommenden nicht nur für das Näschen, sondern auch für das Auge einiges geboten wurde. „Was riacht denn da so guat?“ meinte Erika Kasbauer. Lisl Eiselsberg: „Osso bucco, ist a Kalbfleisch, nicht wahr?“ Erika: „Luxus, der pure Luxus.“

Natürlich gab's Butterkartoffel mit Petersilie dazu und grünen Salat. Nun, der Geschmack brauchte vor dem Geruch nicht zurückstehen, aber die Marillen-Roulade wirkte irgendwie so unecht, sie wurde von keinem einzigen, vertrauten Ketzl-Riss entstellt. Manchmal gelingt eben auch TGK nicht alles. Aber Käse und Weintrauben hatten ihre gewohnte Form, doch diesmal hatte Thomas Khaki-Früchte mitgebracht, die — man muss es gerechter Weise zugeben — keiner von uns gekannt hatte.

Renate Ostheimer besah die orangen, tomatenartigen Dinger, las den Aufkleber und schloss messerscharf, das müsste der Name des seltsamen Obstes sein. Da es sich jedoch nur um den Lieferanten handelte, wäre man Renate bei einer derartigen Bestellung im Geschäft wohl ziemlich verständnislos gegenüber gestanden.

 

„Völlig überraschend“ verkündete TGK, „sind die Sieger des Turniers Riki Komar und Inge Mistlberger und zwar mit 67,30 %.“ Uncharmanter hätte sich das ja wohl kaum ausdrücken lassen, aber, da stehen wir einfach darüber. Dabei war für Riki heute der Tag der großen Leiden. Grundsätzlich hatte sie ja die Grippe noch nicht richtig überstanden, aber dies stand todsicher in keinem Ausmaß und Zusammenhang mit ihrer (gewohnten) Bridge-Leidensmiene. Heute übertraf sie sich selbst, sie litt sogar, als der handspielende Gegner ein wenig nachdachte und seinen Spielplan entwickelte. Gut, da brauche ich ja nicht hinzusehen, aber, eine Steigerung in begleitendes Wehklagen, würde mir das Herz brechen.

 

Mit 62,05 % kamen Renate Rathmair und Rosi Kohlberger auf den zweiten Platz. Sie waren aber auch sonst sehr genau. Rosi: „Wieso rutschen denn heit die Tischtücher net?“ Ich: „Ich habe sie an den Kanten eingenäht.“ Worauf Renate prüfend das Tischtuch gewaltvoll über die Tischkante zog: „Wo denn, i siach nix.“ „Des hast g'rad abg'riss'n.“ Renate: „Hat eh no drei andere Eck'n“ und als ich meine Putzfrau kritisierte: „Gib Acht, Du red'st mit ana,“ „Wieso?“ „I mach mir's selber.“ „Oh, Gott, jetzt hab' i wieder was g'sagt, des les'n ma wieder.“ Eh klar. Riki und Rosi wie aus einem Mund: „Des mach i a selber.“ Ich meistens auch. Da sind wir völlig d'accord mit grand seigneur Elmayer: „Eine Dame erkennt man auch mit einem Putzlappen in der Hand.“

 

Sonja und Manfred Thurner erreichten mit 56,36 % den dritten Platz. „Wo hast denn heut' den Manfred?“, fragte ich Sonja, als ich in den Spielraum kam. „Da hinten sitzt er eh, den kannst doch net übersehen.“ Ich: „Eigentlich net, er hat eh die Größe.“ Sonja: „Und die Masse.“ Jeder Zoll ein gestandenes Mannsbild halt, das nicht so leicht aus der Fassung zu bringen ist. „Sonja, jetzt wirst sarkastisch“, meinte er einmal ganz ruhig nach einer ganz ruhigen doppelsinnigen Bemerkung von Sonja während des Spieles. Sonja: „Na, des bild'st Dir nur ein.“ Causa finita. Da könnten sich einige ein Beispiel daran nehmen.

 

An vierter Stelle, mit 51,11 %, kamen Helga Hitthaler und Steffi Ketzl. Ein erfreuliches, gut gelauntes Paar. Steffi, top in überwiegend frühlingshaft grüner Airfield-Schale von Kleid bis Mantel, Lutz Leuffen gestylt, und Helga in Pastell und orangem Tulpenstrauss als erste Gäste vermittelten, trotz Schnee-Gatsch um's Haus, sofort etwas verfrühte Frühlingsgefühle. Ein Gläschen Begrüßungs-Sekt lehnte Helga ab und bat um gesundes klares Wasser. „Wast“, sagte Steffi, „sie hat, zum Unterschied von uns, kane Kreislauf-Probleme, also, auf die Gesundheit.“ Da kam Renate Ostheimer herein: „A Dreckwetter is des, da vergeht an olles.“

 

Knapp dahinter, auf den fünften Platz, gelangten Erika Kasbauer und Thomas Ketzl. Hier ging es, wie immer, ständig um fundamentale Erkenntnisse (oder Unkenntnisse), nur blieb diesmal die gewohnte hohe Percentage aus. „I was net“, sagte Erika,„heit hab' i mi nia auskennt, dauernd war des selbe oiweil was anders.“

 

Auch die sechsten, Maria Grubhofer und Fa Beheshti, litten häufig unter Dissens. Als Riki mit Einer Ohne eröffnete, kontrierte Fa mit achtzehn Punkten auf. Auf mein Pass kam von Maria, nach langem, unwirschem Nachdenken (Null Punkte) Zwei Herz. Ergebnis, vier Mal nicht. Maria hatte von Karo zu viert (wären zusammen mit Fakurs Blatt zehn Atout gewesen) und Herz zu viert der Herzansage den Vorzug gegeben. Maria grantig: „Mit Dein Blatt sag' i do nia Kontra“. Fa: „Muss ich doch“. Maria: „Na, wenn i null Punkte hab', net.“

 

Auf dem siebten Platz landeten Josefa Zauner und Rudi Harasek. Gelegentlich bereiteten sie dem Gegner (uns beispielsweise) ein Verwirrspiel, aus dem er dann schlecht bis fürchterlich ausstieg. Rudi: „So a Glück, dass i mit der Karo vor der Pik ang'fangen hab'“ (Revers ohne Revers, aber schlecht für uns). Leider dürfte ihnen das ein wenig zu oft auch miteinander passiert sein.

 

Als achte kamen Lisl Eiselsberg und Fritz Schmid in's Ziel. Lisl, gut gelaunt und ausgeglichen wie immer, meinte, als von einer Dame gesprochen wurde, der es drei Mal gelungen war, einen perfekten Mann zu bekommen (alle drei sind eines natürlichen Todes gestorben) meinte dazu: „Ich habe zwei Mal so viel Glück gehabt, dass es nicht wiederholbar ist.“ Ein wunderschöner Satz und auf diesem Hintergrund basiert auch ganz offensichtlich ihre Gelassenheit im Umgang mit dem Bridge-Partner. Auch Fritz braucht demnächst wieder ein wenig Glück, steht für ihn leider eine Knieoperation in's Haus. „Der Arzt möcht' des no aussi zögern, aber i mach's glei im März, wegen der Heilung“, stellte er fest. „Muass den des wirklich gleich sein?“ fragte ich ihn: „Ja, ja“, antwortete er, „i war jetzt fünf Mal hintereinander im Krankenhaus, da will' i den Anschluss net verlier'n.“

 

Lisi Lampl und Heidi Stöger wären gar nicht schlecht unterwegs gewesen, hätten nicht öfters zur unrechten Zeit die Nerven ein wenig blank gelegen. Ein von Lisi etwas unorthodox angesagter Sechs-Ohne-Kontrakt wäre machbar und für die beiden der Top gewesen, aber Lisi geriet im Handspiel in Panik (schwierige Verteilung und Übergangs-Schwierigkeiten) und gab zwei Stiche ab, not to be, leider. Lisi: „Jetzt wird wieder g'übt, des aospün lern i nia, am liabsten hab' i a paar Punkterl, da heb' i mein Partner, oder i pass. Klein und fein.“ Heidi verwundert: „Hat mi eh g'wundert, dass Dir a König von mir genügt hat.“ Lisi: „Lizitiert hast eh drei.“ Hier stellte sich heraus, dass Heidi ein uns allen unbekanntes Antwortsystem spielt, das dem der Assen-Antworten ähnelt. „Immer schon spü i des so, i kenn's gar net anders“, meinte Heidi und keiner von uns hat das als Partner je bemerkt. Entweder dürfte diese Sequenz nie vorgekommen sein, was unwahrscheinlich ist, oder man dachte immer, Heidi habe sich geirrt. Geschadet schien es jedenfalls nie wirklich zu haben.

 

Ingrid Feichtlbauer und Renate Ostheimer dürfte das „Sauwetter“ auch am Bridgetisch nicht verlassen haben. „Heit is net g'rennt“, stellte Ingrid ein um's andere Mal fest. Den von Lisi angesagten Sechser-Kontrakt versäumten die beiden, da Ingrid, mit der herzlosen Hand, Renates Lizit frühzeitig abpasste. Renate: „San ma letzte?“ „Ja“. Renate: „Alles andere war ungerecht.“  

Wenn die Gerechtigkeit passt, dann passt für Renate auch der Rest, auch wenn es sie nicht unbedingt glücklich macht. Demjenigen allerdings, der ihr das Handy wegnähme, würde sie, selbst wenn es gerechtfertigt wäre, nie verzeihen.       

 

© IAM, 15.01.2012
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„Dort, wo'st hing'hörst“   

antwortete ich Greterl Luibrand, als sie ihren hervorragenden vierten Platz, mit 51,94 %, folgendermaßen kommentierte: „Wann i net die paar bleden Fehler g'macht hätt', warn ma erste.“ Erstmals sah ich Greterl beinahe sprachlos: „Ja, ah, eh, geh Du.“ Was korrekt übersetzt heißen soll: „Wirklich, nein, also, pflanz mich nicht“, sie hat es nur ein wenig verschleiert, wie sie es auch gelegentlich beim Lizit tut. Aber, ein bisserl Mitdenken darf man den anderen schon zumuten, da bin ich vollkommen bei ihr.

 

Bevor dieses erfreuliche Ergebnis bekannt war, stürzten wir uns erst einmal auf TGKs prächtiges Erdäpfel-Gulasch mit Frankfurter Würsteln, Debrezinern, Kapern, Paprika etc. und Greterls hervorragende Apfel- und Topfenstrudel-Kombination und löschten mit Sekt ab, den wir zu Ehren unseres Geburtstagskindes, Gerhard Sobotka, kredenzt bekamen. Verdächtiger Weise fummelte Gerhard bei seinem Eintreffen ziemlich erfolglos an einer grossen Schachtel herum, die wir dann kurzerhand mit dem Messer kappten. „Na“, meinte Gerhard, „so brutal hätt' i's a kenna, da san doch Schwedenbomben d'rinn.“ Tut mir leid, wer weiß denn schon, dass Schwedenbomben ein sensibles Innenleben haben, ich habe es immer nur für zwar schmackhaften, aber doch gefühllosen Schaum gehalten. Jedenfalls haben wir alle tüchtig zugelangt und brauchten hinterher dringend Käse, samt Beilagen, um den gesüßten Magen wieder zu neutralisieren.

 

„Des san heit kane Blätter für Blue Club“, unkte Thomas Ketzl, „alles geht daneb'n.“  Offenbar ging aber nicht alles nur daneben, sondern zur Absicherung auch drunter und drüber, denn Harry Schachner und Thomas hielten mit 65,63 % den ersten Platz. Kurzer, lakonischer Kommentar  von Harald: „Na, ja, schau.“

 

Mit 60,42 % folgten dann Maria Grubhofer und Gerhard Sobotka an die zweite Stelle. „Allweil hat er was zum kebbeln“, insistierte Maria am laufenden Band, aber, was immer auch dahintersteckte, jenseits ihrer eigenen Leistung, die nicht geschmälert werden soll, kamen ihnen auch, zumindest in der Runde gegen uns, eine Menge Fehler anderer Spieler zu Gute. Der dem Geburtstags-Kind zustehende Lauf vermutlich.

 

Renate Ostheimer und Fredi Fenzl erreichten mit 53,13 % den dritten Platz und führten ihre Unterhaltung vornehmlich in folgendem Wortlaut: Fredi: „Heit kann sich die Frau Ostheimer durch Telefonentzug konzentrieren“ und „man sieht, dass man auch mit zwei Ohren denken kann“ oder „Schweigen ist Gold“. Renate: „Kalt is heit, also, mir is kalt. Die Termine, Maria, wir miassn die Termine abstimmen. Ja, später, eh. Aber kalt is ma heit, wirklich.“

 

Auf dem vierten Platz, mit 51,04 %, landeten Greterl Luibrand und Wolfgang Roth, was allerdings nicht ohne Debatten ablief. Greterls Harmoniebedürftigkeit, Wolfgang die Partie spielen zu lassen, sobald er einen ihr gangbar erscheinenden Kontrakt lizitiert hat, verhindert leider des öfteren das Erreichen eines Slams, und so blieben sie gestern, trotz Greterls Fünfundzwanzig-Punkteblatt und Wolfgangs positiver Antwort, bei Drei Ohne stehen. Solch heimtückische Ereignisse schieben sich dann immer wieder böswillig zwischen Greterl und den Sieg. „Ja, ah, eh.“

 

Ziemlich glücklos landeten Ezzat Arige und ich auf dem fünften Platz, mussten aber für jede Menge unmöglicher Spielfehler anderer Paare büßen. An mir scheint das jetzt ohnehin bereits einige Zeit förmlich zu kleben, da muss man einfach durch.

 

Rosi Kohlberger und Marena Schattenberg, an sechster Stelle, jammerten ebenfalls über ständige Misserfolge aus dem Score und schienen, mit uns, diejenige Richtung gespielt zu haben, die von den fremdverschuldeten Nullern getroffen wurde.

 

Die letzten werden die ersten sein, sagt die Bibel, woraus, wenn es nicht um den Endzustand der Ewigen Seligkeit geht, folgerichtig der Schluss zu ziehen ist, dass dann auch der erste wieder einmal Platz machen müsste um mit dem letzten zu tauschen. Diesem Kreislauf fügten sich gestern die Sieger vom Samstag, Ingrid Feichtlbauer und Rudi Harasek. Somit kann es für sie wieder einmal nur aufwärts gehen.     

© IAM, 12.01.2012
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Be ACHT lich  

 

und unerwartet progressiv entwickelte sich plötzlich das Spieler-Aufkommen des gestrigen Abends. Gingen wir vorerst von dreieinhalb angemeldeten Tischen aus (TGK braucht ungefähre Verköstigungs-Richtlinien), so tröpfelte sukzessive eine Anmeldung nach der anderen herein und TGK stellte von Schweinebraten (lange Garungszeit) auf Wiener Schnitzel (Schwein und Pute) mit Reis, Tomaten- und grünem Salat, sowie wahlweise Kalbsgulasch mit Spätzles um. Sehr klug von ihm, denn die Überraschung schien kein Ende zu nehmen. Letzten Endes hatten sich acht Tische eingefunden und das zwischen Feiertag und Sonntag. 

Es blieb aber niemand ungesättigt, Thomas hatte die Situation im Griff. Die Ketzl'sche Marillen-Roulade wurde durch Schoko- bzw. Kokos-Bomben ergänzt und Käse mit Weintrauben gibt es ohnehin immer reichlich, nur der riesige Speisetisch platzte aus allen Nähten.

 

Sogar der Computer, von TGK mit unheilverkündendem Blick in die Pflicht genommen, schnurrte friedlich, vermutlich war auch er überwältigt.

 

Beachtlich, bis überwältigend, war auch dann das Ergebnis des Abends:

 

Den Sieg, mit 58,64 %, holten sich Ingrid Feichtlbauer und Rudi Harasek. Ingrid setzte bei der Bekanntabe ihres Sieges nur ein süffisantes Grinsen auf, da sie annahm, dass TGK sie mit einem blödsinnigen Scherz bedacht hätte. Als die Verlesung weiter ging, traf sie erst die Erkenntnis der Richtigkeit und dann beinahe der Schlag. Rudi schaute lediglich zufrieden drein, vermutlich klopfte er sich imaginär auf die Schulter.

 

Den zweiten Platz, mit 57,24 %, belegten die Wüstensöhne Ezzat Arige und Fakhreddin Beheshti. Fa hatte allerdings zu dem Zeitpunkt das Erlebnis des Abends bereits hinter sich, denn der Meister-Kassier aller Klassen nahm ja zweiunddreissig Mal das Spielgeld ein. Sogar auf die beiden Hündchen, Lisa und Poldl, warf er seinen scharfen Blick, aber das, fanden wir, ginge nun doch etwas zu weit. Calling Damaskus, Ezzat, erwies sich als echter Kavalier. Als wir, bedauerlicher Weise, zwei Nullpartien gegen ihn gespielt hatten und den Tisch verließen, verneigte er sich leicht und meinte: „Bleibt's doch noch ein bisschen, mit Euch ist es so schön.“

 

Mit 56,55 % erreichten dann Traude Donabauer und Paola Schatzlmayr den dritten Platz. Spielerisch blieben uns die beiden, die ganz offensichtlich wieder ihren starken Tag hatten, erspart. Dafür maßregelte mich Traude (vermutlich auf Grund einer Halluzination) beim Platzwechsel: „Du gibst dem Hund was, des derf die Doris net seh'n.“ Dieses weise ich jedoch energisch zurück und der Poldl wird es bezeugen. Da lobe ich mir schon die sanfte Paola, kein mahnendes Wort: „I komm' gern demnächst wieder.“ Recht so, freut mich sehr.

 

Besonders tüchtig waren auch Heidi Stöger und Riki Komar, denn 54,39 % sicherten ihnen den vierten Platz. Riki, die so banale Getränke wie Bier oder Heidis Mineralwässerchen verächtlich abtut: „Bei mir kriegt's Ihr jetzt nur mehr an Sekt, bis er Euch schmeckt, und aus.“ Da uns Riki für nächste Woche eingeladen hatte und wissen wollte, um welche Uhrzeit wir kommen könnten, meinte Heidi provokativ, so ab neun Uhr und ich, der Frühaufsteher, schlug fünf Uhr früh vor und erbat, wie einst Jason King, zum Frühstückssekt drei Erdbeeren. Heidi: „Des is verdammt wenig. Eigentlich g'fallerts mir im Club eh recht guat.“

Riki: „Und die Zeiten sind a net so mörderisch.“ Auch sonst ist bei uns nichts mörderisch, ausser, es rutscht TGK ein Knollenblätterpilz in's Schwammerl-Gulasch, aber auch hier ist dann geteiltes Leid, nur halbes Leid.  

Maria Grubhofer und Renate Ostheimer, auf Platz fünf, mit 54,21 %, versicherten sich gegenseitig immer wieder: „Heit geht's uns wirklich guat.“ Maria, zwar noch nicht wirklich genesen, kam trotzdem richtig in Fahrt und man hätte glauben können, sie habe das Gegenspiel geradezu erfunden und Renate, heute völlig handylos, war ihr eine kongeniale Partnerin.

 

Erika Kasbauer und ich kamen auf 53,57 % und somit an die sechste Stelle. Unser Erfolg war sehr davon abhängig, ob der Gegner den richtigen Kontrakt erreichen würde, beziehungsweise, ob er überhaupt lizitierte. Leider tat er uns sehr selten den Gefallen einer Fehlentscheidung. Erika, zum Teil schon niedergeschlagen: „Nau, wia oft mach'n uns des heit schon?“

 

Mit 53,44 % lagen Fredi Fenzl und Adi Korista auf dem siebten Platz, auch wenn dies über den Weg einiger Uneinigkeiten geschah, was Fredi aber nicht daran hinderte, gleich bei unserem Eintreffen Erikas Kurzzeitgedächtnis mit der Dauer einer halben Stunde zu bezichtigen. „So was uncharmantes, des sollterst net sag'n“, meinte Adi, „des Doppelte is des mindeste.“ Auffallender Weise erkundigte sich Fredi, als er von mir erfahren hatte, dass Rikis Gatte die Funktion eines Oberstaatsanwaltes innegehabt hatte, beim Tischwechsel sofort das Gespräch mit Riki suchte. Es steht aber nicht fest, ob dies im Zusammenhang mit seiner vorherigen Behauptung stand. Nur, von wegen Kurzzeit-Gedächtnis: „Na, so was, i hab' glaubt, der Adi hat aug'fangen“, staunte knapp danach Fredi, als sie auf zwei Pik sitzen geblieben waren, anstatt die Manche zu spielen, da er seine eigene Erstansage verschwitzt und daher Adis Blatt für ganz schwach gehalten hatte. Ähnliches kommt zwar sicher öfters vor, aber es wäre, unter obgenannter Betrachtung, doch zu erwähnen, dass das Lizit  höchstens die Merkzeit von einer Minute vorausgesetzt hätte.

 

Die achten, mit 52,76 %, Christa Faschingbauer und Ulrike Miller. waren ziemlich schnell unterwegs, zumindest Christa. „Wo san die Boards, die müassn kumma“, rief sie. Diese hatten aber inzwischen den Weg gekreuzt und waren bereits angekommen. „Na, is ja wahr“ meinte sie „renn' i da sinnlos umadum.“ Noch viel öfter, fürchte ich, sitzt man beim Bridge eher sinnlos „umadum“. Aber, vom Laufen bleibt ein Mädel schlank. Die schlanke Uli vertraute mir allerdings vertraulich das Geheimnis ihrer schlanken Linie mit: „Wast, i bin allgemein als haglich (heikel) bekannt.“ „Uli“, beruhigte ich sie, „des was i eh.“

 

Sonja und Manfred Thurner besetzten mit 50,14 % den neunten Platz. Manfred wäre eigentlich mit nichts in der Lage gewesen, seine Sonja emotionell zu finden. Was immer er auch unternahm, entlockte Sonja lediglich ein herzhaftes Gähnen. Gerechter Weise muss aber gesagt werden, sie gähnte nicht nur für ihn und so ferne sie sich nicht nur gelangweilt hat, muss sie schrecklich gelitten haben. Als Manfred gegen Drei Ohne klein Treff attackierte und Ass, König, Dame am Tisch vorfand, meinte er: „Na, des hab i wieder richtig derwischt“, und mit einem Blick auf die gähnende Sonja: „Aber, es macht ihr nix aus.“ 

 

Genau 50 % erreichten Renate Rathmair und Willi Mayr, ex aequo mit Bernhard Grossegger und Thomas Ketzl. Renate und Willi saßen im Nichtraucherzimmer und Willi, der Mann mit der roten Brille (Originalton Renate), hatte die Organisation des Boardlaufes übernommen, plauderte aber noch ein wenig mit meiner bereits am Tisch anwesenden Partnerin Erika. Da erhielt er die Anweisung Renates: „Willi, trag die Boards eina und nimm die Inge gleich mit.“ Ich war aber inzwischen von selber erschienen, wodurch Willi gar nicht erst in Verlegenheit kam, mich möglicher Weise befehlsgetreu mit hereintragen zu müssen. „Wie hast denn des g'mant, Renate“, sagte ich, „hätt' er mi a einatrag'n solln?“ Willi: „Um Gottes Wülln, da wa i niederbroch'n.“ 

 

Bernhard und Tom kamen vielleicht nicht gerade erstklassig zusammen, aber es herrschte Frieden über den ganzen Abend hin. Eine von mir angesagte Sechs Ohne Partie endete mit zwei Fallern, da Bernhard einen neutralen Angriff fand und leider die mir fehlenden Figuren in Gabelform hatte. „Wie die Karo net zog'n hat, hab i's schon g'wust“, sagte ich. Bernhard: „Des hast eigentlich schon beim Ausspiel g'wusst, aber schlecht g'spüt hast es net.“ Hat schon einen gewissen kosmetischen Trost, das gute Handspiel, nur fürchte ich, niemand hat es bemerkt.

 

Doris Eybl und Heidi Müller mussten immer wiederum ein Auge für ihre Lieblinge bereithalten. „Nein, Du gibst ihm auch kein Putenschnitzerl“, antwortete Doris auf meine Frage und Heidi dito. Vier leidende Hundeaugen gegen zwei Frauen wie Krupp-Stahl. Allerdings waren beide, besonders aber Heidi, frustriert als wir zu ihrem Tisch kamen, denn sie hatten zwei unverschuldete Null-Partien zu verkraften, die der Gegner durch schlechte Lizite, leider zu seinen Gunsten, verursacht hatte.

 

Christine und Rudolf Cihal, erstmalig bei uns im Club, hatten erst den Anfängerkurs hinter sich gebracht und fürchteten nun, da sie zudem noch nie ein Turnier mit acht Tischen gespielt hatten, sich zu blamieren. „Weißt Du“, sagte TGK zu Rudi, „das ist ja eigentlich der Sinne von Bridge, man geht hin, um sich zu blamieren.“ Jetzt, dann doch etwas aufgeheitert und mutiger, schnitten sie gar nicht schlecht ab und ließen noch einige Paare mit längerer Spielerfahrung hinter sich.

 

Lisl Eiselsberg und Fritz Schmid hatten anscheinend ein bestimmtes Problem. „Du spielst nie meine Farben aus“, sagte Lisl, hatte bei Fritz damit aber offensichtlich wenig Erfolg.

 

Rosi Kohlberger und Marena Schattenberg waren heute eindeutig nicht in der richtigen Spur, es gab aber keinerlei Zerwürfnisse.

 

Judith Wolfinger und Peter Mair kamen ebenfalls zu keinen gedeihlichen Ergebnissen. „Wast“, sagte Peter, „es hat heit kan Blödsinn geb'm, den i net g'macht hätt.“ „Bist regelrecht einig'sprunga“, fragte ich. „Na“, sagte er, „i bin überhaupt net aussakräult.“ „Macht nichts“, sagte Judith, „man muaß den ander'n a amal a Chance geb'n, sonst ist's ja net lustig.“

 

Eine äusserst faire Haltung, gelegentlich muss man einfach die Bahn freigeben.      

 

© IAM, 08.01.2012
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Generalstreik! 

 

 

Schon als gestern die überraschenden, natürlich herzlich willkommenen, zusätzlichen Spieler nach einander eintrafen, wusste ich untrüglich, Murphys Gesetz würde zuschlagen und wer sagt's denn: Unser Computer hasst kaum jemanden so tief und innig wie Don Alfredo und mich und ist jederzeit in Lauerstellung, seine Boshaftigkeit ausleben zu können. Gestern hatte er allerdings seinen grossen Auftritt bei TGK, mit dem er normaler Weise einigermaßen friedfertig kommuniziert. Kurz und gut, als weitere Spieler eintrafen, hatte Tom die Bridge-Mates bereits aktiviert, musste aber jetzt weitere Eingaben tätigen und die Dinger wieder deaktivieren. Keine Chance, so sehr sich unsere Technik oft weigert anzuspringen, so beharrlich blieb sie jetzt auf Speed und da der klügere, sagt man, nachgibt, gab TGK nach vermutlich ohnehin sinnlosen Bemühungen, den Kampf auf. Die guten alten Begleitzettel in den Boards traten also wieder in Aktion.

 

Dabei fing alles so nett und zufrieden stellend an. TGKs Gröstl (mühevoll selbst mit der Fleischmaschine herunter gedreht) mit Spiegelei (Lisi Lampl: „Is des a Rezept von seiner Mutter oder produziert er jetzt schau selba wia de Fernsehköch?“) und grünem Salat kam sehr gut an, Greterl Luibrands Apfel- und Topfenstrudel war hervorragend wie immer, aber nach 20 Minuten bereits nur mehr Erinnerung (Gerda Neuhauser: „Jetzt kriag i net a Mal mehr was zum Abakratzen“). Auch ich konnte ihn nur vom Hören-Sagen beurteilen, dabei war das Backblech ziemlich gross. Dafür hatten dann Käse, Toast, Obst und Gemüse einen kahlschlagenden Abgang und kein Quäntchen Butter fristete mehr ein einsames Dasein. So rasch war noch nie abgeräumt nachher, einfach nur Stanniolpapier zerknüllen und Tabletts abräumen. Wirklich geschuftet hat nur der Geschirrspüler. 

 

Diesmal wurde die Ehre des Clubs gerettet. Renate Ostheimer und Fredi Fenzl erspielten 63,33 % und damit den ersten Platz. Renate: „Irgendwie rennt's heit.“ Fredi: „Ja, sie spricht heit sehr wenig“ und als einmal ein Handy klingelte: „Erschütternder Weise net des von der Renate.“ Aber, es ist immer ein gutes Zeichen, wenn dem im Wassermann-Zeichen geborenen Alfred keine massivere oder wie auch immer geartete Analyse zum laufenden Geschehen entkommt.

 

Den zweiten Platz, mit 59,58 %, erreichten Gerda Neuhauser und Harald Schachner. Die ohnehin eher ruhige Gerda kam zwar vor dem Spiel einigermaßen in Wallung, da Grete Luibrand, der sie gelegentlich ein Zigarettchen abkauft, nur ziemlich starkes Kraut dabei hatte. „Geh' Wolfgang“, meinte sie, „Du hast sicher was schwächeres.“ Wolf: „Na, Medium vertrag' i nur beim Bier.“

 

Aber, Steyr drängt immer wieder auf die vorderen Plätze. Rudi Brandner und Gustav Stieglitz verbuchten knapp dahinter 59,17 % und den dritten Platz. Die zwei gewöhnen sich neuerdings eine wahrhaft hinterlistige Spielweise an. Wo andere lizitieren, halten sie sich bedeckt (es waren gestern einige Blattverteilungen, bei denen sich herausgestellt hat, dass die beiden die einzigen waren, die den Gegner kontriert oder nicht kontriert spielen ließen und sich damit einen Top holten) und säuseln nachher: „Gegen unser Gegenspiel habt's ihr einfach ka Leiberl.“ Aber gnädiger Weise durften wir die Leiberl, die wir trugen, anbehalten.

 

Und nun, grosses Lob für Lisi Lampl und Marena Schattenberg, denn sie kamen (ex aequo mit Michi Jagsich und Gerhard Sobotka) mit 53,33 % auf den vierten Platz. Vierzehn MP für die beiden sind besonders für Lisi wichtig, denn sie ist bei der Aufholjagd gegen hier ungenannt und da ist härtester Einsatz gefragt.

Marena war gut bedient mit Lisi, denn eigentlich hätte sie mit mir spielen sollen und wie sich zeigte, war sie mit Lisi weitaus besser d'ran. Lisi: „Amal hat der Gegner vier Pik gegen mein sechsten Buam g'spült, hest seg'n soll'n, wia i da kontriert hab. A Top.“ Marena: „Na, Super, wirklich.“ 

 

Gerhard, frisch vom Haare-Verschönerer („die Meine sagt immer, den miassat ma umbringa“) zeigte im Nacken einen flotten Messerschnitt und war wohl in Laune zum entspannten Spiel, nachdem wir ihm versichert hatten, dass sein diesmalig perfekt ausgeformtes Köpfchen die „Seine“ zu allem animieren würde, ausser zur Kritik. Michi, ist ohnehin nicht aus der Ruhe zu bringen und war mit dieser inneren Haltung auch optisch im Einklang. Er wäre ein phantastischer Haupt-Darsteller für „Jesus Christ“ gewesen. Sehr fesch.

 

Den sechsten Platz, mit 52,50 % erspielte die Gesamtsiegerin der Bridgewoche in Schicklberg, Erika Kasbauer, mit ihrer Partnerin Riki Komar. Riki: „Na, schau, da steh' i a mit im Glanz.“ Also, als glanzlos würde Riki auch ohne fremde Hilfe ohnehin niemand betrachten.

 

Knapp dahinter, mit 52,22 %, lagen Fakhreddin Beheshti und Adi Korista. Fa gab uns ja erstmals im Neuen Jahr wieder die Ehre, denn auch er zog die Schicklberger unserer Gesellschaft vor. Was haben die eigentlich, was wir nicht haben? Adi, dessen laufende Anwesenheit wir natürlich zu schätzen wussten, dürfte mit dem Abend ganz zufrieden gewesen sein, zumindest durfte man es an Hand seiner Bemerkung vor dem Spiel so auslegen: „Du hast ka Ahnung, wos i mir in letzter Zeit mitg'mocht hob.“

 

Hildegard Heiss und Anita Mayr kamen auf den achten Platz, wobei Hildegard als faire Retterin meines Kontraktes erwähnt werden muss. Mit Einer Ohne begonnen, spielte ich, nach einem Staymann von Ezzat, Zwei Pik. Während des Spiels entglitt sowohl mir als auch Anita der Kontrakt und wir agierten, ich offensiv und Anita im Gegenspiel, in Ohne. Hilde argwöhnte dies und machte mich, bevor etwas passiert war, darauf aufmerksam. Mir hätte dies nicht passieren dürfen, aber Anita, der Ezzat bisher im Internet als  SCHANI (Ezzat) gegenübertrat und neuerdings als Al (Hakim) FAKIR (ebenfalls Ezzat) figuriert, war natürlich abgelenkt von dieser faszinierenden, neuen Situation. „Du muast da ja a Mal sein Büdl im Internet anschau'n“,  meinte sie beeindruckt. Kann ich mir lebhaft vorstellen, aber ich bin halt schon ein bisserl abgebrühter im Umgang mit Damaskus.

 

Knapp dahinter lagen Ezzat Arige und ich, wozu eigentlich nur zu sagen wäre, es lief irgendwie unrund. Nichts besonderes, manchmal waren wir zu hoch (Ezzat: „Heut' bin ich nicht zu halten“), aber das war nicht ausschlaggebend. Manchmal schleicht nur einfach ein latenter, kaum beachtlicher Punkteschwund den ganzen Abend mit und Kleinvieh macht auch Mist.

 

Greterl Luibrand und Wolfgang Roth spielten gelegentlich einige Passagen unter verschiedenen Auffassungen und ich glaube, auch hier passierte nichts gravierendes, sonst wäre die Percentage schlechter ausgefallen.

 

Die nächsten, Heidi Haiden und Rosi Kohlberger, hatten zeitweise ein Gegenspielproblem. Drei Ohne waren erfüllt, Angriff Herz Ass von Heidi. Heidi nachher: "Herz derf i net weidaspün, weil dann halt ihr Zehner net". Rosi: "Ja, kla, kla wannst spüst, weil i hab den Buam." Heidi: "Ja, nach Herz Ass und König kla weida." Rosi: "Na, ja, i hab'n aber double". Heidi: "Um Gottes Wün, wast wos, da muas ma kla ausspün." Ezzat, grinsend: "Dann fällt sie aber auch nur einmal". Heidi: "Mit Dir red i so wie so nimmer" und nach einiger Zeit: "Der macht mi narrisch."

 

„Na, Thomas, des muaß i jetzt einmal sag'n, des muaß i sag'n“, ertönte plötzlich die Stimme Bernhard Grosseggers. Antwort war keine zu hören. Demnach hat sich das harmonische Bridge-Verstehen seit ihrer letzten Partnerschaft noch nicht wieder eingefunden, aber der dritte Teil dieser interessanten Doku-Soap erwartet uns Samstag Nachmittag. Leicht möglich, dass sich plötzlich das Gegenteil abspielt. Gut genug sind beide dafür.

 

„Mit wem spielst denn Fritzl?“ fragte ich Fritz Schmid. „Na, mit wem wer i schon am ersten Mittwoch im Monat spün?“ fragte er, „da Rudi und i sind doch so untrennbar wia...“ „Verlobte“, fiel ich ihm in's Wort. Fritz: „Gewisse Freiheiten hab' i schon noch.“ Aber das überlassen wir einmal in aller Ruhe den Damen Harasek und Schmid. 

 

Auch sonst überlassen wir im Neuen Jahr weiter nichts dem Zufall (auch den Computer werden wir mores lehren), wobei mir das Prinzip der Planung im Sinne Humphrey Bogarts besonders gut gefällt: „Man sollte dem Leben immer um ein Glas Whisky voraus sein.“     

 

© IAM, 05.01.2012
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„Wenn man das Leben durchs Champagner-Glas betrachtet, 

 

sieht man es strahlen, aus Goldpokalen!“ Wer fühlte sich nicht beschwingt und inspiriert von Emmerich Kalmans Melodien und so betrachteten auch wir das Neue Jahr, nobless oblige, durch's Champagner-Glas und sahen es strahlen, aus Goldpokalen, die zwar blechernen Herzens sind, aber trotzdem als Zeugen vergangener Auszeichnungen ein lustloses Dasein auf dem Bücherbord fristeten, bevor sie zur Feier des Tages frisch poliert dem Prunke dienten.
 

Das unterhaltsame Spiel hatten wir, minutiös berechnet, bereits hinter uns, festliche Kleidung und Schampus schenkten den nötigen Rahmen und die Stimmung steigerte sich im count down zum Höhepunkt des Jahreswechsels. Das Dröhnen der Bummerin ging dann unter in den fröhlichen Wünschen und dem Klirren der prostenden Gläser, sodass der Donauwalzer zu früh kam, um die Damen (die natürlich herumgereicht wurden) auf's Parkett zu führen. Aber, da wir auch in hoffnungslosen Lagen einander beistehen, führte (einer für alle) Helmut Koch, ganz Kavalier alter Schule, den sich artig zierenden Alois Mayr auf die Tanzfläche, wobei ihre Haltung zwar als exzellent bewertet werden konnte, schade war nur, dass sie es nicht fertig brachten, sie mit der beseelenden Erotik des Tanzes zu verbinden. So wirkten sie sich, trotz technischer Perfektion, sehr, sehr fremd.

 

Ganz im Sinne unseres opulenten Vorbildes war natürlich auch das Souper. Die Buffet-Tische mussten erweitert werden, denn es waren von TGK unzählige Gänge vorgesehen, hors-d'oeuvre (in jeder Form und Geschmacksrichtung), Rindsuppe, Tafelspitz mit Semmelkren, Erdäpfelschmarren, Schulter-Scherzl, Kartoffel-Salat, ein Tablett voller knuspriger Wiener Mini-Schnitzerl 

(Lungenbraten) und Erdäpfel-Mayonnaise-Salat von Inge Koch, Preiselbeeren, Lachs, Kaviar, russische Eier, Käseplatten, Weintrauben, Obst, gefülltes und ungefülltes Gemüse, die unglaublichen (sollen angeblich kalorienarm sein) Schaumröllchen Anita Mayrs (wunderbar, aber blitzartig aus), Josefa Zauners grossartige Weihnachtskekse, TGKs nicht gerade diätfähiger, aber dafür lustschmelzender Schokolade-Gugelhupf und eine Menge weiterer winziger Verführer für zwischendurch. Verbrämt mit dem perlenden Inhalt funkelnder Gläser war man aber durchaus in der Lage, dem würdigen Rahmen ein würdiger Gast zu sein.

 

Würdig, wenn gelegentlich (für einige) auch manchmal etwas fragwürdig, bestritten wir dann endlich das Turnier, denn, es gab da so zwischendurch Anschriften, die (zumindest diejenigen, denen sie dann auf den Kopf fielen) stark vermuten ließen, sie wären aus dem Blickwinkel von Kalmanns „Märchenaugen“ (auf des Glases Grund) zustande gekommen, ein bisserl verrückt überschäumend halt. Wie aber der radikal sinkende Pegel in den Sektflaschen deutlich zeigte, holte man die flotteren Genießer dann doch sehr schnell ein.

 

„Wir sind, wie immer, höflich und geben unseren Gästen den Vortritt“, verkündete Don Alfredo und stellte die Sieger des Abends vor: Anita und Alois Mayr, die sich zu stolzen 63,10 % aufgeschwungen hatte. Vermutlich hat Alois hier schon seine gesamte emotionale Kraft eingesetzt, so dass er für einen L'amourhatscher mit Helmut zur späten Stunde einfach schon zu abgeschlafft war. Anita, frisch bis zuletzt: „Alois, Zurückhaltung.“ Ich: „Wer fahrt denn bei Euch?“ „Na, des is doch klar, i fahr net gern im Dunkeln.“ Alois: „I fahr immer, also was hast nu zur Auswahl Thomas?“ Anita, zu mir: „Kennst Du des a?“ Ich: „Anita, fragst  Du des jetzt im Ernst.“ Anita: „Eigentlich net.“ 

 

Den zweiten Platz, mit 61,31 %, belegten Fredi Fenzl und Thomas Ketzl. Unglaublich, denn, ihren eigenen Diskussionen zufolge fehlt ihnen zum gedeihlichen Spiel Überblick, Toleranz, Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit und Verständnis, nur so  blieben sie auf lächerlichen 61 % sitzen. Sollten die beiden, wider Erwarten, die erwähnten Tugenden doch noch erwerben können, sind die amtierenden Weltmeister sicherlich gut beraten, sie sich warm anzuziehen.

 

Hilde und Hans Brosch holten solide mit 58,85 % den dritten Platz. Hans, toll mit schnittiger schwarz/weisser Jacke von Hilde ausgestattet, wurde ob des Labels auf seinem linken Arm, natürlich von Helmut, in die Zange genommen, erwies sich aber  absolut als Cool-Man: „Weist Du“, antwortete er, „in so a G'wand muast halt leider einipassen, ich mein, vom Typ her.“ Helmut: „Du manst, der bin i net?“ Hans: „Wär' mir no nie aufg'fallen.“ Hilde zu Helmut: „I kann mir aber a net richtig vorstell'n, dass Dir Gelb steht.“ Da blieb Helmut die Spucke weg, nicht aber ein Gläschen zum Selberliebhaben.

 

Inge und Helmut Koch teilten (leider nicht in der Percentage) das Schicksal von Fredi und Thomas, sie waren einfach nicht kompatibel. „I kann mi'n Helmut nicht“, meinte Inge, „er akzeptiert mich nicht.“ Helmut: „Nur Du derfst immer was sog'n, i net.“ Ich: „Es hat aber allerdings weitaus mehr Turniere geb'n, bei denen's ihr alle zwa nix g'sagt habts, und akzeptiert habts Eich tadellos.“ Marena: „Ehepaare sollten net mitsammen spün, des gibt nur Katastrophen.“ Inge: „Aber wirklich immer nur beim Spielen.“ Marena: „Da kann i net mitreden.“ Brave Marena, Inge hätte ihr durch Ungenauigket in der Bezeichnung Zündstoff für neuerliche Hinterfragungen geliefert, denn sicherlich haben Kochs noch weit neckischere Spiele am Programm als Bridge.

 

Sechs Zehntel trennten Marena Schattenberg und mich dann von unseren uneinigen Vorgängern, wobei bei uns selbstredend der Malus des Ehestandes wegfällt. Es lief einfach nicht so gut, aber wir waren auch zeitweise sehr abgelenkt, da wir bereits mit der Vorbereitung des Turniers und der laufenden Organisation beschäftigt waren. Ich danke daher Marena noch einmal recht herzlich für die geleistete Mitarbeit.

 

Auf dem sechsten Platz ruhten dann Doris Eybl und Heidi Müller, ex aequo mit Riki Komar und Heidi Stöger, die ihre Kräfte in erster Linie mit der Überwachung ihrer (unserer) Lieblinge Lisa und Poldl verschleuderten, schließlich stellte das Buffet eine der gemeinsten Provokationen für eine Hundenase dar, wobei Lisa, die Zwergschnauzerin, sich ohnehin nur eine gütige Seele zum Verabreichen einer Köstlichkeit anlachen konnte, während sich die Nase des stattlichen Poldls auf deren Niveau befand. Da halfen auch die strengen Kommandos von Doris nicht, er musste im Auge behalten werden. Trotzdem fiel so hin und wieder ein saftiger Bissen ab, denn wir bremsen nicht nur für Hunde, wir können auch ihren seelenvollen Augen nicht wirklich widerstehen. 

 

Riki Komar, mit glitzernder Vorderfront unter dem eleganten Samtanzug („Im Sekt könnt' i bad'n!“) und Heidi Stöger, waren, wie immer hochvergnügt, schließlich brauchten sie ja gar keinen Sieg mehr einzufahren, denn sie hatten bereits ihre Erfolge, als sie ihre göttlichen Gatten damit vertraut gemacht hatten, dass sie ihnen zwar ein gutes neues Jahr zukommen lassen würden, aber nicht den Silvesterabend. Letzten Endes machten sich die beiden Herren nicht der Behinderung schuldig und warfen sich in Morpheus Arme. Irrtum, erstmalig stellte sich nämlich heraus, dass Heidis Mann seinerseits auch zum Feiern ging und sich dann von ihr abholen ließ. „Heidi“, sagte ich, „was sind denn des für neue Einführungen?“ Heidi: „Emanzentum“.

 

Maria Grubhofer, ebenfalls in glitzernder Eleganz, und Renate Ostheimer, ganz ungewohnt in Pumps, feinem Kleid und Stola, legten den Abend von Anfang an auf Lustig an. Renate: „D' Maria hat heut jede mögliche Partie g'spüt, jede super, und i hab' eh' kan anzigen Punkt g'habt, aber an'gwiesen war'n ma d'rauf, ob und wie der starke Gegner lizitiert hat. Sogar an Sechser ham's gegen uns ang'sagt. Is uns all's am Schädl g'fall'n.“ Äusserst glaubhaft, war bei uns ähnlich.

 

Marianne Huemer und Josefa Zauner wurden ebenfalls sehr häufig von den Gener überfahren, genossen den Abend aber sichtlich. Josefa, mit der neuen Spitzbuben-Frisur, freute sich ausserdem über die vielen Komplimente. Marianne: „Mir g'fallts da so guat, i kum gern, a wann i net so guat spü.“ Das ist eines unserer Hauptanliegen. Es soll nicht darauf ankommen, wie gut jemand spielt und ausserdem wird mit der Zeit und Übung ohnehin jeder Spieler besser, wir möchten, dass sich jeder Mensch in seiner bei uns verbrachten Freizeit wohl fühlt. Marianne ist aber auch, wenn ihre Spielstärke noch etwas entwicklungsfähig ist, ein gesellschaftlicher Gewinn, denn ihr intelligenter und messerscharfer Humor versetzt mich immer wieder in Entzücken. 

 

Und da wir gerne eine grosse Familie sein wollen, in die jeder seine Stärken einbringt und für seine Schwächen nicht abgetan wird, bleibt nur noch wenig übrig für ein Schlusswort. So viele Dinge wurden das ganze Jahr über gesagt, vieles ist noch nicht ausgesprochen, aber wir freuen uns über das Vertrauen und die Präsenz unserer Mitglieder und Gäste, danken für die Solidarität und Mithilfe, danken für die Urlaubs-Kontakte aus der ganzen Welt und wünschen allen Freunden und deren Familien ein recht glückliches, erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2012 und hoffen, bald wieder in alter Frische zusammen zu sein.

 

Recht herzlich danken wir aber auch den zahlreichen an unserer Homepage Interessierten. Herzliche Grüße an das schöne Wien, deren Abrufe ein Drittel unserer Leserschaft ausmacht, den treuen Begleitern aus Holland, Deutschland und der Schweiz und besondere (vermutlich) Heimatgrüsse senden wir unseren treuen unbekannten Leserfreunden aus Missouri und Washington DC und es wäre für uns sehr schön, würden sie uns einmal textlich via Internet kontaktieren. Die nötigen Englischkenntnisse bringen wir mit. Bis dahin, alles Gute und die besten Wünsche für das Neue Jahr,

Ihr Bridge-Club DENKFABRIK.     

 

© IAM, 01.01.2012
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